Schulpflicht ist ein heikles Thema, wenn es um Schulabstinenz geht. Meist werden Kinder, welche den Schulbesuch verweigern, als faul oder Schulschwänzer abgestempelt und schnell mit einem Bußgeldverfahren belegt. Ein genaues Hinsehen und das Abklären der Ursachen geschehen selten. Speziell Eltern von hochbegabten Kindern, die Schule verweigern, stehen vor großen Herausforderungen. Daher geht es heute um die Schulpflicht als Damoklesschwert bei Schulabstinenz von Hochbegabten.
Wenn der Schulbesuch zur Qual für begabte Kinder wird
Beginnen wir mit einer Geschichte. Neulich sprach ich mit einer Mutter, die sehr verzweifelt war. Ihr Kind ist sehr begabt, eine IQ-Testung wurde jedoch noch nicht gemacht. Im Kontakt mit Erwachsenen fühlt sich das Kind sehr wohl und zeigt sich als ein eloquenter und selbstbewusster Gesprächspartner. In der Schule jedoch fühlt es sich in der Klassengemeinschaft unwohl.
Es findet keine Freunde, weil diese „eine andere Sprache sprechen“. Die Interessen unterscheiden sich sehr. So schreibt das 10-jährige Kind gerade an seinem ersten Buch und beschäftigt sich mit Themen, an denen seine Mitschüler kein Interesse haben. Eine Hochsensibilität erschwert den täglichen Schulbesuch. Der Lärm, das Durcheinander und die vielen Menschen überfordern es. So verweigerte das Kind immer mehr den Schulbesuch.
Bußgeldverfahren seitens des Schulamtes bei Schulabstinenz
Das Schulamt zeigte dafür wenig Verständnis. Schließlich gibt es die Schulpflicht, die erfüllt werden muss. Dass diese oft über das Wohlergehen des Kindes gestellt wird, zeige ich später an einem weiteren Beispiel. Also ist das Kind derzeit zuhause. Denn niemand weiß so recht, was los ist und wie man ihm helfen könnte.
Nun hat die Familie ein Bußgeldverfahren seitens des Schulamtes erhalten, weil die Schule auf die Fehlzeiten reagieren muss. 100 Euro soll sie pro fehlenden Tag zahlen. Das ist für die Familie kaum zu stemmen. Noch dazu ist sie verpflichtet worden, wenn das Kind nicht in die Schule geht, soll es stationär in eine Klinik untergebracht werden. Erfolgt dies nicht, droht eine Anzeige wegen Kindeswohlgefährdung.

Hochbegabung als Grund für einen stationären Klinikaufenthalt?
Es ist eine traurige Geschichte, die mich betroffen macht. Ich muss daran zurückdenken, wie wir als Familie in der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik saßen, weil uns aufgrund der Schulabstinenz unseres 16-jährigen Sohnes keine weitere Möglichkeit blieb. Die Psychologinnen wussten damals nicht so recht, was sie mit unserem Sohn anfangen sollten. Denn er ging lediglich nicht zur Schule, ansonsten sahen sie keinen Ansatzpunkt für eine therapeutische Begleitung.
Glücklicherweise konnten wir damals einen stationären Klinikaufenthalt abwenden. Und wenn ich mir vorstelle, dass das sonst so aufgeweckte und kluge Kind, von dem ich gerade erzählte, keine Anzeichen von psychischer Erkrankung zeigt, in eine Klinik soll, weil es die Schule verweigert, läuft es mir schon kalt den Rücken hinunter. Es erinnert mich sehr an unsere Geschichte, die ich in meinem Buch „Hochbegabt gescheitert – und neue Türen öffnen sich“ geschrieben habe.

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Hintergrund: Schulpflicht & Schulverweigerung in Deutschland
Blicken wir in die historischen Zusammenhänge der Schulpflicht. Die ersten Ansätze für eine Schulpflicht gab es in Deutschland bereits im 16. Jahrhundert in einzelnen Territorien, in weiteren Gebieten gab es eine Unterrichtspflicht. König Friedrich Wilhelm I. ordnete 1717 an, dass alle Kinder von 5-12 Jahren eine Schule besuchen sollten. 1763 wurde eine achtjährige, verpflichtende Schulzeit festgelegt. Die staatliche Kontrolle und Lehrerbildung wurden gestärkt.
In der Weimarer Reichsverfassung wurde 1919 eine allgemeine Schulpflicht sowie eine Schulgebäudeanwesenheitspflicht festgelegt, da sie zuvor oft nur als Unterrichtspflicht verstanden und ausgeführt wurde. Heute gibt es in Deutschland aufgrund des Bildungsföderalismus je nach Bundesland unterschiedlich definierte Schulplichten zwischen 9 und 10 Jahren.
Schulzwang und Sanktionen bei Schulabstinenz
1938 wurde mit dem Reichsschulgesetz ein ausdrücklicher Schulzwang festgelegt. Das heißt, dass schulpflichtige Kinder, welche die Schule nicht besuchten, zwangsweise zugeführt werden konnten. Eltern mussten mit Sanktionen rechnen. Seit 1945 gilt der Verstoß gegen die Schulpflicht als Ordnungswidrigkeit. Diese kann mit Bußgeld belegt werden. Auch mit Zwangszuführungen durch die Polizei bis hin zu Arrest- und Freiheitsstrafen ist zu rechnen.
In jedem Bundesland wird der Tagessatz pro Fehltag bei einem Bußgeldverfahren unterschiedlich festgelegt. Er reicht von 35 Euro pro Fehltag in Bremen bis insgesamt 2.500 Euro in Berlin. In einigen Bundesländern können die Schüler sogar strafrechtlich verfolgt werden und eine Freiheitsstrafe von bis zu 6 Monaten drohen. Hier kannst du die Tabelle einsehen.

Wenn die Schulpflicht über das Wohlergehen des Kindes gestellt wird
Verstehst du jetzt, warum ich die Schulpflicht als Damoklesschwert betitelt habe? Für viele Eltern hochbegabter Kinder, die in einer Schulverweigerung stecken, fühlt es sich genau so an. Sie wollen ja, dass ihre Kinder in die Schule gehen. Aber viele können einfach nicht oder nicht mehr. Weil sie es nicht mehr aushalten. Die Langeweile, die Frustration und die Resignation sind einfach zu groß geworden.
Leider schauen viele Lehrkräfte und Schulen nicht genau hin, weil entweder die Zeit dafür fehlt, oder vorschnell ein Urteil über das Kind und seine Probleme gefällt wird. Dazu kommen falsche Meinungen zu Hochbegabung, die sich bei vielen Bildungsbeamten hartnäckig halten. Der Klassiker ist: „Hochbegabte Kinder kommen leicht durch die Schule. Sie sind immer Hochleister und ihnen fällt alles leicht.“
Aufklärung im Bildungssystem über Hochbegabung und Underachievement sind überfällig
Zudem erfolgt eine Schuldzuweisung gegenüber vielen Eltern, dass diese das Kind davon abhalten, in die Schule zu gehen. Die Fronten scheinen da oft verhärtet. Aus diesem Grund setze ich mich stets für eine frühe und wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe ein, damit die Verantwortlichen verstehen, was wirklich hinter der Schulabstinenz steckt. Aufklärung ist so wichtig.
Oft denke ich, es ist schon viel geschafft, aber wenn ich solche Geschichten höre, sehe ich den Berg, der noch vor uns liegt. Oft gelingt keine Einigung der Beteiligten, weil die Machtpositionen verschoben sind und weil das Verständnis für die Situation fehlt. Eltern wissen dann nicht mehr weiter, resignieren selbst und bleiben kraftlos zurück.

Schulpflicht wird oft als heiliger Gral eisern durchgesetzt
In jedem Fall fehlen konkrete Hilfestellungen. Eine rote Linie wird gezogen und die Schulpflicht als heiliger Gral betont. Eine andere Mutter erzählte mir von einem Psychologen, der empfahl, dass sie ihr Kind „zur Not mit körperlichem Nachdruck“ in die Schule bringen sollte. Auch sie war verzweifelt, und noch mehr, als sie es in ihrer Not ein einziges Mal versuchte.
Es half nichts, das Kind verweigerte weiterhin den Schulbesuch. Hier war eine Sozialphobie mit im Spiel, ebenso eine Hochsensibilität und eine hohe Begabung. Die Schule zeigte die Mutter an wegen Kindeswohlgefährdung. Nur ihre offene Kommunikation und Kooperation mit dem Jugendamt konnte Schlimmeres abwenden. Die Mutter kämpfte jeden Tag dafür, dass das Kind die Schule besucht und dass es ihm vor allem gut geht.
Kinder blühen in einer Umgebung auf, die ihnen entspricht
Heute besucht das Kind eine Privatschule und geht mit Freude zur Schule. Denn hier fühlt es sich gesehen und am richtigen Ort. Das Kind kann seine Potenziale entfalten und merkt, dass es unter Gleichgesinnten ist. Das erleichtert den Schulbesuch und das Kind hat ihre Sozialphobie gut im Griff. Diese Geschichte passt zu unserer Erfahrung, denn unser Sohn ist ebenfalls erst in der richtigen Umgebung aufgeblüht und konnte seine PS wieder auf die Straße bringen.
Doch diese Umgebung zu finden, ist eine Herausforderung für viele Eltern, die gerade noch am Anfang stehen. Sie wissen wenig über die Ursachen der Schulabstinenz und ihre Möglichkeiten, die sie haben. Ebenfalls sind sie mit einem Bildungssystem konfrontiert, welches sie allein lässt. Adäquate und individuelle Lösungen und der Wille für unkonventionelle Ideen fehlen oft aus Gründen, die ich bereits genannt habe.

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Schulabstinenz in Deutschland – die Zahlen sind erschreckend
Öffnen wir den Blick und schauen auf die Zahlen von Schulabstinenz, so ergibt sich ein erschreckendes Bild. In mehreren Bundesländern steigen die Fälle von Schulabsentismus, also das langfristige Fernbleiben des Unterrichts. Es ist ein wachsendes Problem mit komplexen Ursachen, die in den individuellen, familiären und schulischen Bereichen begründet liegen.
Vor allem werden Schulangst, Mobbing, Leistungsdruck oder Probleme mit den Lehrkräften genannt (Quelle). Aber auch psychische Erkrankungen, Probleme im Elternhaus, soziale Isolation, Sprachbarrieren, Überforderung aber auch ein fehlendes Zugehörigkeitsgefühl zur Schule. Wo ordnen wir hier die Hochbegabung, Unterforderung oder das Underachievement ein, die selten genannt werden?
Schulverweigerung wird oft mit Schulschwänzen gleichgesetzt
In vielen Fällen werden externe Umstände herangezogen. Im Gegenteil, eine schnelle Schuldzuweisung oder Vorverurteilung an Eltern und Kind erfolgen. Ich erinnere mich an eine Dokumentation, in der es um die Veränderung des Schulsystems ging. Eine Bildungsministerin war anwesend und wurde interviewt. Als es um das Thema Schulverweigerung ging, formulierte sie genau diese Schuldzuweisung, ohne den Blick nach innen, auf das System Schule zu lenken.
Sie sprach nur von Schulschwänzern, die Schule mit Absicht verweigern und blieb hart in ihrer Meinung. Das fand ich sehr traurig, aber auch bezeichnend, denn damit schloss sie viele weitere Ursachen aus. Der Wille, das Schulsystem zu reformieren, weil es eben eine tragende Ursache von Schulabstinenz ist, ist schlichtweg nicht vorhanden. Der Flickenteppich in der Bildung namens Bildungsföderalismus ist bei Reformen wenig hilfreich.
Schulentwicklung bringt einen frischen Wind ins Schulsystem
Und doch gibt es die bunten Beispiele an Schulentwicklung, über die ich in meinem Blog oft berichte. Die Lichtblicke, wenn Lehrkräfte sich gemeinsam mit Schulleitungen aber auch erst einmal allein auf den Weg machen, um Schule für alle Kinder zu verbessern. Selbstreguliertes Lernen, KI im Unterricht, Growth Mindset und vieles andere sind hier wichtige Themen, die angepackt und umgesetzt werden.
Das Ausgestalten von Gemeinschaftsschulen, freien und offenen Lernmöglichkeiten, fächerübergreifender und praktische Unterrichtseinheiten, die Abschaffung von Hausaufgaben und vieles mehr gehen ebenfalls in die richtige Richtung. Aber eine flächendeckende Umsetzung, die für alle Schüler so notwendig wären, bleibt bisher aus.

Nicht nur hochbegabte Kinder resignieren im Schulsystem
Kein Wunder, dass nicht nur unsere hochbegabten Kinder resignieren. Ein Umfeld, welches wohlwollend gestaltet ist, von den Räumen als auch von der Haltung der Lehrkräfte, wirkt der Schulverweigerung entgegen. Schüler müssen sich gesehen fühlen, sie müssen gehört werden und einbezogen werden. Oder wie Stefan Ruppaner sagt, den ich gerne zitiere: „Schule muss der schönste Ort im Dorf oder in der Stadt sein“.
Bleibt alles beim Alten geschieht das, was wir gerade beobachten. Jedes Jahr verweigern ca. 300.000 Kinder den Schulbesuch. Betroffen sind vor allem Haupt- und Förderschulen (Quelle). Schauen wir weiter, können wir die Konsequenz in weiteren Zahlen festhalten: Die Zahl der Schulabbrecher lag im Schuljahr 2023/2024 bei 62.000 Jugendlichen. Das ist ein Anteil von 7,8 % und die höchste Zahl der letzten 10 Jahre. (Quelle) Wann verändert sich Schule endlich flächendeckend und wirkt dem entgegen?

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Wie man der Schulabstinenz von Hochbegabten entgegenwirken könnte
Vielleicht kannst du meine Verzweiflung herauslesen. Es gibt leider keine Studien darüber, wie viele von den hochbegabten Kindern und Jugendlichen tatsächlich die Schule verweigern. Ebenfalls nicht, wie viele von ihnen ohne Schulabschluss dastehen. Wir haben jedenfalls zwei in der Familie, die im staatlichen Schulsystem keinen Schulabschluss erreichen konnten und wir auf uns gestellt andere Wege finden mussten.
Ich sehe die wichtigste Ursache für Schulabstinenz von Hochbegabten und anderen Betroffenen im System Schule selbst. Schule im Gleichschritt bedeutet alles andere als eine gleichberechtigte Bildung. Denn jeder Schüler ist individuell in seiner Herkunft, seinem Potenzial und seiner Persönlichkeit. Gerade in Zeiten der Superdiversität, in der wir leben, muss sich Schule einfach anpassen, wie ich auch hier in diesem Artikel betont habe.
Schulentwicklung als Schlüssel für eine bessere Zukunft
Die Zeiten sind vorbei, in dem ich als Lehrkraft erwarten kann, dass alle zur gleichen Zeit den gleichen Lernstoff im gleichen Tempo lernen. In Klassen, die nach Frontalunterricht aussehen und in Zwangsgemeinschaften, die sich aufgrund von Jahrgängen bilden. Ich könnte noch viel mehr dazu schreiben, wie eine perfekte Schule aussehen könnte. Lies dazu gerne folgende Artikel aus meinem Blog:
Eltern brauchen wirksame Hilfe und vor allem Verständnis
Ich weiß noch, wie sehr sich unsere Schule damals bemüht hat nach Lösungen. Es war bemerkenswert und die Lehrkräfte, allen voran die pädagogische Leitung und der Sonderpädagoge haben uns durch diese Situation getragen. Aber wirkliche Lösungsansätze gab es keine, weil einfach Unwissenheit unter den Lehrkräften herrschte. Hochbegabung ist ein seltenes Phänomen und somit ein Luxusproblem – das zumindest denken viele Lehrkräfte.
Laut der DGhK e. V. gibt es mehr als 200.000 hochbegabte schulpflichtige Kinder in Deutschland. Wenn wir bedenken, dass auch überdurchschnittlich Begabte besondere Herausforderungen mit dem System Schule haben, sprechen wir insgesamt von 1,5 Millionen Kindern, die in dieses Spektrum fallen. So selten ist das Phänomen also gar nicht.
Schulabstinente Kinder und deren Familien müssen aufgefangen werden
Was also tun, wenn unsere hochbegabten oder sehr gut begabten Kinder in ein Underachievement rutschen und die Schule verweigern? Mittlerweile gibt es Stellen, an die man sich wenden kann. Ich sehe sie als Bindeglied zwischen dem Schulamt und der drohenden Ordnungswidrigkeit sowie der Familie in Not. Wie beispielsweise die Fachstelle Schulabsentismus Gießen. Sie vermitteln, fangen auf und versuchen Lösungen zu finden.
Ob alle verantwortlichen Stellen und Institutionen mit den besonderen Herausforderungen, die eine Hochbegabung mit sich bringt, vertraut sind, ist eine andere Frage. Auch hier wäre eine Aufklärung wichtig und die Antwort auf die Frage: Wie können wir einem hochbegabten Kind, welches komplett resigniert hat und welches ansonsten psychisch gesund ist, begegnen?

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Die Schulpflicht bei Hochbegabten ist ein Damoklesschwert für Eltern
Wäre ein leichteres Aufheben der Schulpflicht eine Option, welches den Weg freimacht für einen flexiblen Fernunterricht, in dem das hochbegabte Kind frei und in seinem Tempo lernen kann, wie es die Flex Fernschule in Marburg anbietet? Oder ein besonders Hochbegabten-Internat, in dem twice exceptional students (Hochbegabung plus ADHS o.ä.) die Schule besuchen können, wie die Oswald von Nell Breuning Schule Abteilung 2e in Offenbach oder die Hebo-Schule in Bonn?
Es gibt sie, die Möglichkeiten. Oft verhindern jedoch Unwissenheit sowie hohe und unüberwindbare Hürden die Umsetzung. Es wird Zeit, dass genau hingeschaut wird und das Verständnis für diese besondere Zielgruppe fernab von „Da muss es halt durch“ geweckt wird.
Ich wünsche mir jedenfalls, dass sich auf der einen Seite viel mehr bewegt in Sachen Schulentwicklung und habe trotz allem höchsten Respekt vor den Lehrkräften in diesen bewegten Zeiten. Auf der anderen Seite wünsche ich mir, dass Bildungsverantwortliche bei Schulabstinenz genau hinschauen, Eltern ernst nehmen und passende Lösungen anbieten können. Wenn ich mit meiner Aufklärung dazu beitragen kann, freut es mich.

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Vielen Dank für diesen Artikel, den ich sehr gerne weiter teilen möchte! Es ist extrem wichtig, dass sich etwas verändert im Bereich der Bildung. Und wenn es erst einmal die Haltung von uns Eltern ist. Dass wir nicht aus Angst vor Behörden handeln sondern an erster Stelle das steht, was der junge Mensch in unserer Familie in bezug auf seine Bildung ausdrückt. Die Nöte die unsere hochbegabten jungen Menschen nun im Schulsystem haben, kommen ja auch unter anderem durch die uns gewohnte Sicht, dass es Lehrer gibt, die den Unterricht für die Schüler "machen". Was ist, wenn ein junger Mensch unter dieser Fremdbestimmung leidet, weil die Lehrer ihn nicht sehen (können), nicht respektieren, nicht auf seine Begabungen und Interessen eingehen (können). Das meiste was wir aus Pflichtbewusstsein mal brav gelernt haben, brauchen wir heutzutage im Beruf nicht mehr. Der Lehrer könnte eher ein Mentor oder Begleiter der jungen Menschen sein, der sie auf dem Weg begeitet und Angebote schafft zum sich bidlen. Von daher darf die Haltung von uns Eltern die sein, dass wir das Recht unseres jungen Menschen auf eine Bildung die seinem Wesen und seiner Begabung entspricht höher stellen als die Angst vor Bußgeld oder Jugendamt. Das ist aber sehr schwer, weil wir anders geprägt sind. Aber je mehr solche Artikel geschrieben und veröffentlicht werden umso mehr kommen wir weiter auf einem Weg der Veränderung. Danke!