Dina Mazzotti hat mit ihrem Buch „Hochbegabte Kinder professionell begleiten“ eine Lücke geschlossen. Jedenfalls empfinde ich es so. Es gibt jede Menge Literatur über Hochbegabung. Aber ein Buch, wie man Schülerinnen und Schüler konkret im Unterricht fördern kann, habe ich bisher noch nicht entdeckt. Daher wartete ich schon vor der Veröffentlichung gespannt auf dieses Buch, da es für meine Arbeit ein fehlendes Mosaiksteinchen ist.
Hochbegabung wird bei vielen Lehrkräften und Bildungsverantwortlichen immer noch als Luxusproblem angesehen. Der Glaube, dass Hochbegabte leicht durch die Schule kommen und immer gute Noten schreiben, hält sich hartnäckig. Wie auch anders sollte es sein, denn die Medien erzählen uns von Wunderkindern, die mit 11 Jahren Abitur machen. Auf der anderen Seite sind die besonderen Merkmale von Hochbegabung und Underachievement selten Teil in der Lehramtsstudium.
Dina Mazzotti klärt in ihrem Buch zunächst über Begabungsförderung und Begabtenförderung auf und betont, dass es beides im Schulsystem geben muss. Eindrücklich belegt sie dies mit gesammelten Wünschen von hochbegabten Kindern an die Schule, an Eltern und an Mitschülerinnen und Mitschüler aus ihrer Praxis. Deutlicher und authentischer geht es nicht. Neben der Förderung braucht es aber mehr. Sie schreibt: „Nicht zu vergessen, dass hochbegabte Kinder letztlich auch einfach Kinder sind. Ihre hohe Begabung ist bloß Zugabe“ (Seite 21).
Das Buch lebt von Hochbegabten-Modellen, welche die Begabung und den Umgang damit eindrucksvoll erklären. So ordnet sie das Renzulli-Modell ein, aber auch das Triadische Intelligenzmodell und weitere ein. Sie sucht Gemeinsamkeiten und zeigt damit auf, wie komplex eine Hochbegabung sein kann und wie stark andere Felder, wie die Umgebung und das Umfeld darauf einwirken.
Im Grunde genommen steht aber immer das Kind bei all dem im Fokus. Aber auch die Begegnung mit diesen Kindern. Die Pädagogin und Begabungsdiagnostikern Dina Mazzotti, die auf Instagram als „Begabtentante mit Hund“ bekannt ist, gibt wie einen roten Faden wichtige und hilfreiche Tipps für die Praxis. Sie knüpft damit an das Wissen von Pädagogen an, wenn es um das 4K-Modell geht. Damit verbindet sie eine Einladung, den Unterricht anderes zu gestalten und gibt dazu konkrete Beispiele.
Es geht Dina Mazzotti vor allem um eine veränderte und zugewandte Haltung, um Beziehungsarbeit. Diese bildet ein wichtiges Fundament in der Arbeit mit Kindern. Es sind dabei die kleinen Schritte, die zählen und die mit dem genauen Hinschauen beginnen. Der Weg geht weiter, um mehr Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung zu ermöglichen, was für hochbegabte Kinder so essenziell wichtig ist.
An dieser Stelle möchte ich positiv hervorheben, dass das ganze Buch durchzogen ist mit QR-Codes, bei denen man sich vorbereitete Materialien und weitere Infos ganz bequem herunterladen kann. Das ist für Lehrkräfte sicher sehr hilfreich, ebenso, wie die zusammenfassenden Boxen am Ende jedes Kapitels.

Im zweiten Teil ihres Buchs geht es dann ins „Eingemachte“. Dina stellt hier ein buntes Portfolio zusammen, aus dem jede Lehrkraft schöpfen kann. Dabei sei es wichtig, betont sie, dass es ein Konzept geben muss, damit Förderung kein Zufallsprodukt wird. So werden oft Einzelmaßnahmen implementiert, aber sie mahnt: „Das ist gut gemeint – doch ohne reflektierte Gesamtstrategie bleiben solche Angebote wirkungslos.“ (Seite 239).
Anhand der besonderen Merkmale von Hochbegabung und den damit einhergehenden Herausforderungen spielt Dina viele konkrete Situationen im Unterricht durch. Sie greift Themen wie Mobbing auf und betont, dass jedes Kind ein Recht auf eine angstfreie Schulzeit hat. Denn besonders Hochbegabte sind einem erhöhten Risiko von Mobbing ausgesetzt.
Ebenso betont sie die besonderen Herausforderungen von 2e-Kindern (twice exceptional students). Hier liegt neben einer Hochbegabung eine weitere Neurodivergenz vor, wie z. B. ADHS. Sie betont, dass der Fokus darauf liegen sollte, dass die Stärken im Rahmen einer achtsamen Begleitung gestärkt werden müssen. „2e-Kinder sind keine Probleme, sondern Chancen! Sie fordern uns heraus, Bildung neu zu denken, individuell, kreativ und ermutigend“ (Seite 81). So bringt Dina Mazotti es perfekt auf den Punkt.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Minderleistung, auch bekannt als Underachievement. Es geht darum, dass diese Kinder ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Sie erwähnt die Ursachen und lädt zu individueller Förderung statt Standardlösungen ein. Doch einen Punkt finde ich bemerkenswert und auch spannend, darüber nachzudenken. Sie betrachtet Minderleistung aus einer ethischen Perspektive und stellt Fragen, wie „Warum legt unsere Gesellschaft so viel Wert darauf, dass alle ihr Potenzial ausschöpfen?“
An diesen Fragen wird deutlich, dass es vor allem auch um das Wohlbefinden der Kinder geht. Das betont sie aus Sicht der Begabungspädagogin. Denn der Fokus liegt allzu oft auf der Bewältigung der Defizite. Das beginnt bereits in der Kita, schreibt Dina, wenn gefragt wird, was das Kind noch nicht kann. Dabei bilden die besonderen Stärken der hochbegabten Kinder oft eine große Bereicherung für den Kindergartenalltag sowie später für den Schulalltag.
Offene Türen rannte Dina spätestens bei mir ein, als sie vom „Raum als 3. Pädagogen“ sprach. Spätestens jetzt sind wir mitten in der modernen Schulentwicklung angekommen, die nicht nur hochbegabten Kindern, sondern allen Kindern zugutekommt. Es geht um die Gestaltung von Klassenräumen, um verschiedene Arten von Lernen zu ermöglichen.

Dabei bedient sich Dina wieder verschiedener und hilfreicher Modelle. Das Universal Design for Learning (UDL) erklärt sie als barrierefreies, flexibles und begabungsfreundliches Modell, welches verschiedene Lernwege ermöglicht. Die Neue Autorität von Haim Omer setzt auf Präsenz und Kooperation anstelle auf Kontrolle und Macht. Die 8 Intelligenzen von Howard Gardner geben Hinweise und Ideen, wie man Lernplätze im Klassenraum einrichten kann.
Mit dem Compacting zeigt sie Möglichkeiten zur Straffung des Lehrplans, um Langeweile bei Hochbegabten entgegenzuwirken. Das RiskTasking unterstützt dabei, Neues auszuprobieren. Ein Ressourcenraum ist eine wunderbare Ergänzung, um begabte Kinder mit neuem Input anzuregen. All das sind Einzelmaßnahmen, die sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen lassen. Dina Mazzotti malt immer wieder ein Bild davon, wie diese konkret in der Praxis umgesetzt werden können.
Vor allem Dinas Erklärung zum Drehtürmodell fand ich spannend. Sie denkt es viel breiter, als ich es bisher verstanden habe. Es geht darum, dass hochbegabte Kinder den Unterricht verlassen können, um andere Fördermöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Dabei sind Umsetzungen vor Ort möglich, wie eben das Ressourcenzimmer, eine Gasthörerschaft in höheren Klassen.
Aber auch außerschulische Maßnahmen, wie Talentkurse, Kinderuni, Kooperationen mit anderen Schulen aber auch die Digitale Drehtür sind möglich. Wie bei den anderen Modellen auch, zeigt Dina dies mit Beispielen für die Praxis. Natürlich gibt es dabei auch organisatorische Herausforderungen. Wichtig sei, dass neben einem Enrichment das Drehtürmodell eine Erleichterung für die Schule sein kann.
Pädagogen dürfen an weiteren Modellen verstehen, welche Vielfalt im Unterricht stecken kann. Dina Mazzotti erwähnt hier Blooms Taxonomie, wobei die oben angesiedelten aber oft wenig beachteten Stufen ein besonders Potenzial für Hochbegabte bieten, wenn es z. B. um das Erschaffen als Lernziel geht. Verstärkt wird Blooms Taxonomie mit der Lernzielpyramide nach Clark. Er dreht die Pyramide einfach um, und verdeutlich sie damit als ein wirksames Tool für den integrierten Unterricht.
Ich persönlich empfand diese Modelle äußerst hilfreich, um zu verstehen, was hochbegabte Kinder in der Schule wirklich benötigen. KI bietet hierfür eine wunderbare Unterstützung, mit der Aufgabenstellungen formuliert werden können. Dina gibt dazu Beispiele im Download. Insgesamt steht Dina Mazzotti dem Einsatz von KI vorsichtig optimistisch entgegen. Sie sieht aber große Vorteile in der hybriden Intelligenz, also KI + Mensch.

Wie ich eingangs bereits erwähnt habe, schließt dieses Buch eine wichtige Lücke für mich persönlich. Ich werde oft u. a. von Lehrkräften um Hilfe und Auskunft gebeten. Dabei kann ich für einen konkreten Fall zwar Impulse bieten, wie das Verhalten aufgrund der Merkmale von Hochbegabung erklären oder Auskunft zu Begabungsdiagnostik, Underachievement und vielem mehr geben.
Aber Dina Mazzottis Buch öffnet für mich eine neue Tür. Sie geht mit ihrem Buch einen Schritt weiter als ich es gehen kann. Sie zeigt, wie man hochbegabten Kindern im Unterricht ganz konkret begegnet. Ihre Beispiele, ihre Vorlagen und der theoretische Rahmen, den sie mit den Modellen liefert, ergeben ein sinnvolles Gesamtbild und eine Grundlage für ein sinnvolles Begabungs- und Begabtenförderungs-Konzept zu entwickeln, anstelle sich in Einzelmaßnahmen zu verlieren. Ich bin durch diese Tür hindurchgegangen, habe mich umgesehen, Neues gelernt und viele hilfreiche Eindrücke gesammelt.
Dina spricht davon, dass es hilfreich für Lehrkräfte sein kann, Experten für die Entwicklung Begabungs- und Begabtenförderungskonzepte hinzuzuziehen. Das kann und möchte ich nicht leisten. Aber ich bin glücklich, nun ein Buch an der Hand zu haben, mit der die ersten Schritte und die Beschäftigung mit dem Thema gelingen können. Daher empfehle ich dieses Buch allen Lehrkräften, die sich mit dem Thema beschäftigen und Ideen suchen, die sie im Unterricht konkret umsetzen können.
Jede Schule sollte dieses Buch in ihrem Regal als Nachschlagewerk haben. Es hilft, das anders Denken, die schnelle Auffassungsgabe, die Lösungsbegabung und Kreativität, die Hochbegabten inne ist, im Unterricht aufzufangen und umzusetzen – mit der so wichtigen Beziehungsarbeit als Basis. Liebe Dina, danke für dieses wertvolle Buch, welches ich sicher oft weiterempfehlen werde!

"Hochbegabte Kinder professionell begleiten" von Dina Mazzotti - Unterrichten zwischen Turbohirnen und Tobsuchtsanfällen
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Ein abwechlungsreicher Tag im Mai erwartet mich. Er ist geprägt von drei Terminen. Ich bin gespannt, ob alles klappt wie geplant und welche schönen Gespräche und Austausch ich haben werde.


Da ist doch tatsächlich ein wenig blauer Himmel zu sehen. Auf jeden Fall ist es sehr windig aber auch kühl. Vor allem liebe ich den Blick ins Grüne vom Wohnzimmer aus.

Vor dem Zahnarzttermin arbeite ich noch ein wenig und schneide eine Spotify-Podcastfolge. Hier geht's um hochbegabte Mädchen.

Auf dem Domplatz in Wetzlar gibt es die Riesenbaustelle der neuen Domhöfe. Sehr eindrucksvoll, ich bin gespannt auf das Ergebnis.

Auf der anderen Seite ist der Wetzlarer Dom zu sehen. Leider sieht es nach Regen aus.

Direkt am Domplatz ist der Zahnarzt. Unser Sohn hat einen Termin und ich bin Fahrdienst. Der Zahnarzt ist sehr zufrieden, Kind glücklich, Mama glücklich.

Und noch ein wenig Wartezimmer-Romantik im Altbaugebäude. Ein interessantes Bild.

Im Büro arbeite ich noch an meinem Newsletter. Vorplanen ist angesagt, da ich übermorgen für 10 Tage auf einem Retreat in Griechenland bin.

Das Interview mit Farida Tili hat viel Spaß gemacht. Sie bildet Lerncoaches aus und möchte auch für Hochbegabung und twice exceptional students sensibilisieren.

Zuhause müsste ich erst einmal einen Knopf annähen. Jetzt kann mein Mann die Hose wieder anziehen.

Nachmittags gönne ich mir ein Stück Kuchen, der vom Wochenende übrig geblieben ist. Lecker!

Dieses Bild ist in Claude gelandet. Jetzt weiß ich auch, wie ich diese schöne Pflanze namens Calla pflegen muss.

Eine Kneipe? Nein, eine Schule. In der FWR Wetzlar hatten wir heute ein erstes Treffen mit unserem Marketing-Kompetenzteam. Es war einfach schön!
Wenn es dir hier gefällt, lies auch gerne meinen Blog zu Hochbegabung und Underachievement.
Gerade für Lehrkräfte ist es nicht einfach, genau zu definieren, welche Ursache ein auffälliges Verhalten im Unterricht haben kann. Ist das Kind sehr unruhig und kann sich scheinbar schlecht konzentrieren, denken viele zunächst an ADHS. Ist es zurückgezogen und wirkt oft abwesend, könnte der Verdacht auf eine Autismus Spektrum Störung vorliegen.
Auch wenn die Symptome eindeutig erscheinen, kann hinter diesem Verhalten auch eine Hochbegabung stecken. Daher geht es in diesem Artikel und die Merkmale von Hochbegabung und die Symptome von ADHS und Autismus Spektrum Störung. An konkreten Beispielen und aus Erfahrungen erfolgt dann eine Einordnung in unterschiedliche Ursachen.
Hochbegabung, ADHS und Autismus Spektrum Störung (ASS) werden unter dem potenzialorientierten Oberbegriff der Neurodivergenzen zusammengefasst. Es gibt noch weitere Neurodivergenzen, die ich in diesem Artikel aufführe. Wenn Lehrkräfte nun gegenüber den Eltern eine Vermutung äußern, dass ihr Kind möglicherweise ADHS oder eine Autismus Spektrum Störung hat, ist das erst einmal ein Einschnitt.
Der nächste Schritt ist dann eine Diagnostik, in der die Symptome untersucht werden. Innerhalb dieser wird ein IQ-Test gemacht, vor allem, um eine Minderbegabung auszuschließen. In einigen Fällen wird in dieser Diagnostik eine Hochbegabung entdeckt.
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So erging es auch uns. Unser Sohn ging über Tische und Bänke, am Morgen im Unterricht war kein Stuhlkreis möglich. Eines Tages erhielten wir die Empfehlung, eine ADHS-Diagnostik machen zu lassen. Dies wurde bestätigt, sowie eine überdurchschnittliche Begabung mit einem IQ von 121. Der Fokus lag im Folgenden auf der Bewältigung der Defizite und nicht auf dem Potenzial der besonderen Begabung.
10 Jahre später wurde die Hochbegabung in einer Begabungsdiagnostik entdeckt. Ein Wert kratzte an der Höchstbegabung. Ein Psychologe sagte uns ein Jahr später nach einer weiteren Diagnostik, dass er kein ADHS, ASS oder Depression feststellen konnte. Die Auffälligkeiten im Verhalten unseres Sohnes lägen im heterogenen Begabungsprofil begründet. War das früher diagnostizierte ADHS also eine Fehldiagnose? Du kannst hier mehr über Fehl- und Doppeldiagnosen lesen.
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Neben den Fehldiagnosen sind natürlich auch Doppeldiagnosen möglich. Diese nennt man dann twice exceptional – also zweifach außergewöhnlich. Ein weiterer interessanter Fakt am Rande, zu dem ich auch einen Artikel geschrieben habe: Mädchen erhalten nur zu 25 % diese Diagnostiken, weswegen eine Hochbegabung bei ihnen insgesamt seltener entdeckt wird.
Im Folgenden gehe ich auf einzelne Beispiele ein, um die gleichartigen Symptome und Merkmale zu beleuchten und sie unterschiedlichen Ursachen zuzuordnen. Wir betrachten die Bereiche des Hyperfokus, die körperliche Unruhe, die Passung mit Gleichaltrigen, der Umgang mit Regeln sowie die Leistungsvermeidung bzw. -verweigerung.
Wenn ich von ADHS oder ASS spreche, rede ich von Symptomen, die auf ein diagnostizierbares Störungsbild hinweisen. Bei Hochbegabung sind es Merkmale, die auf ein Potenzial hindeuten. Da es sich bei allen Neurodivergenzen um ein Spektrum handelt, können die Merkmale und Symptome mehr oder weniger stark ausgeprägt sein, oder sich im Falle von twice exceptionals auch überschneiden. Das macht eine differenzierte Diagnostik so anspruchsvoll. Mir geht es hier vor allem darum, Eltern und Lehrkräfte Impulse zu geben, genau hinzuschauen, und ihre Vermutung für das Vorliegen einer Neurodivergenz zu verfeinern.
Wenn ein Kind sich hochkonzentriert und hochfokussiert einer Aufgabe widmet, nennt man dies Hyperfokus. Alle Kinder können in diesen Fokus geraten. Die Frage ist nur, warum sie das tun und wie sie ihn beenden. Hier liegen die Unterschiede in den Ursachen, wobei der Kernunterschied die Selbstregulation ist:

Kindern fällt es gerade in den ersten Klassen noch schwer, sich den Gegebenheiten anzupassen. Eine körperliche Unruhe ist aufgrund ihres Alters weitestgehend normal. Trotzdem gibt es auch hier Verhaltensauffälligkeiten, die über dieses normale Maß hinausgehen.
Neurodivergente Kinder fühlen sich anders, was Auswirkungen auf ihr Selbstwertgefühlt haben kann. Der soziale Anschluss an ihre Klassenkameraden ist für sie oft erschwert.

Regeln erleichtern das Zusammenleben, auch in einer Klasse. Neurodivergente können oder wollen Regeln oftmals nicht einhalten. Das wiederum kann unterschiedliche Ursachen haben.
Gerade im Bereich der Leistungserbringung stehen neurodivergente Kinder vor besonderen Herausforderungen. Es kann sein, dass Aufgaben nicht gelöst werden, oder die Mitarbeit verweigert wird. Die Ursachen können auch hier höchst unterschiedlich sein.
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Oft wird den Kindern vorgeworfen, dass sie nicht wollen. Blickt man aber tiefer, stellt man fest, dass sie zwar oft wollen, aber nicht können. An den 5 Symptomen und Merkmalen haben wir die dahinter liegenden Ursachen erkennen können. Je nach vorliegender Neurodivergenz, bei denen es sich oft um ein Spektrum handelt, ist das Verhalten mehr oder weniger ausgeprägt. Genau das macht die Sache auch für Lehrkräfte sehr komplex, das kann ich gut nachvollziehen.
Wir haben wie bereits erwähnt eine Diagnostik-Odyssee hinter uns. In der Grundschule erhielten wir die ADHS-Diagnose mit überdurchschnittlicher Begabung. In der Mittelstufe wurde der Verdacht auf eine Autismus Spektrum Störung oder auch Depression geäußert, welches sich in der klinischen Untersuchung nicht bestätigte. Später erfolgte eine Begabungsdiagnostik mit einem sehr heterogenen Begabungsprofil, welches letztendlich eine schlüssige Erklärung für das Verhalten unseres Sohnes im Nachhinein lieferte. Und trotzdem blieben Zweifel, mit was wir es nun zu tun haben. Lies hier gerne unsere Geschichte.
Uns ist im Laufe der Zeit aufgefallen, dass viele Lehrkräfte mit Neurodivergenzen, wie Hochbegabung, ADHS und ASS wenig vertraut sind. Diese Themen sind selten Teil der Lehramtsausbildung. Mit meiner Auflistung der gleichen Symptome und Merkmale wird deutlich, wie schwierig in Wirklichkeit eine Abgrenzung der Ursachen ist.
Es ist nicht die Aufgabe von Lehrkräften, eine Diagnostik vorzunehmen. Ihre Aufgabe ist es, echtes Interesse zu zeigen und das Kind zu sehen, und bei Problemen und Auffälligkeiten entsprechend zu reagieren. Gemeinsame Gespräche mit den Eltern, können helfen, ein ganzheitliches Bild des Kindes und seiner individuellen Herausforderungen zu erhalten. Nur dann kann eine gezielte Empfehlung für eine Diagnostik erfolgen.

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Wusstest du, dass eine Hochbegabung bei Mädchen seltener erkannt wird als bei Jungen? Tatsächlich ist mir dieser Umstand erst in den letzten beiden Jahren bewusst geworden. Das kommt daher, dass ich zwei hochbegabte Söhne habe und mein Augenmerk auf ihnen lag. Dank meines Blogs und meiner Aktivitäten kam ich glücklicherweise nun auch mit dem besonderen Thema „Hochbegabte Mädchen“ in Berührung. Was ich hier erfuhr, beunruhigte mich, weshalb ich diesen Blogartikel hochbegabten Mädchen in der Schule widme. Es geht darum, Zeichen zu erkennen und richtig zu handeln. Denn es geht hier vor allem um Selbstwert und Selbstwirksamkeit.
Beginnen wir unsere Betrachtung mit ein paar Zahlen. Leider ist die Studienlage zu IQ-Diagnostiken im Geschlechterunterschied dünn gesät und veraltet. Ich schätze aber, dass sich die Zahlen im Laufe der Jahre nicht sehr verändert haben. Im Jahr 1996 machten Stapf & Stapf eine Untersuchung zum Thema „Hochbegabte Mädchen. Persönlichkeitsentwicklung und spezielle Probleme.“ Das Ergebnis war, dass nur 25 % der Kinder, die eine psychologische Diagnostik erhalten, Mädchen sind. (Quelle)
Dazu möchte ich erläutern, dass eine IQ-Diagnostik begleitend im Rahmen einer ADHS oder Autismus-Spektrum-Störung-Diagnostik oder anderen gemacht wird. Denn eine Hochbegabung an sich ist keine psychische Störung. Jungen weisen wesentlich öfter Verhaltensauffälligkeiten in der Schule auf. Daher erhalten sie eher eine Empfehlung für diese Diagnostiken. Ein hoher IQ, eine überdurchschnittliche Begabung oder eine Hochbegabung wird in vielen Fällen in diesen Diagnostiken entdeckt, sofern sie nicht maskiert wird.
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Dazu kommt, dass Lehrkräfte mit einer 1,5-fachen höheren Wahrscheinlichkeit eine Hochbegabung bei Jungen vermuten als bei Mädchen. Das ergab eine Studie der Universitäten Tübingen, Maastricht und Jena. Hierfür wurden Daten einer Langzeitstudie mit 27.000 Sechstklässlern und 1.300 Lehrkräften aus den Niederlanden ausgewertet. Lehrkräfte wurden dabei gebeten, aufgrund des Verhaltens und der Leistungen der Kinder eine Vermutung auf Hochbegabung auszusprechen.
Als hochbegabt eingeschätzt wurden vor allem Schüler mit guten schulischen Leistungen, einer offenen Persönlichkeit, aber gleichzeitig mit einem auffälligeren Verhalten im Vergleich zu anderen Schülern. Sie waren zudem meist männlich, ihre Familien hatten einen höheren Bildungsstand. Bei Mädchen wurde weitaus weniger oft eine Hochbegabung vermutet, da sie nicht in dieses vorurteilsbehaftete Bewertungsraster passten.
Stammten die Mädchen dann noch aus bildungsfernen Haushalten, sank die Wahrscheinlichkeit, als hochbegabt eingestuft zu werden. Ich finde das sehr alarmierend und auch traurig. Mädchen entsprachen einfach nicht dem Bild, was viele Lehrkräfte über Hochbegabung hatten.
Aus diesem Grund finde ich es so wichtig, dass die Merkmale von Hochbegabung - und dazu gehören auch die geschlechtsspezifischen Unterschiede - in der Lehramtsausbildung Platz finden. Warum weniger Mädchen als hochbegabt eingestuft werden wird besonders dann klar, wenn wir uns die Merkmale von Hochbegabung bei Mädchen anschauen.

Jungen und Mädchen zeigen unterschiedliche Merkmale von Hochbegabung. Bitte verstehe das nicht als unwiderrufliche geschlechtsspezifische Eigenschaft, sondern als ein Trend, der sich dennoch sehr stark zeigt. Auch wenn allgemein eine Gleichberechtigung in den Rollen angestrebt wird, so ist doch klar, dass es eher weibliche und eher männliche Verhaltensweisen gibt.
Stell dir vor, du hast ein Mädchen in der Klasse sitzen. Es ist still, zurückhaltend und möchte nicht im Vordergrund stehen. Sie ist fleißig, erfüllt ihre Aufgaben, zeigt mittlere bis gute Leistungen und ist bei ihren Freundinnen beliebt. Als Lehrkraft bist du möglicherweise froh, dass dieses Mädchen so gut mitkommt und scheinbar alles in Ordnung ist. Daher schenkst du ihr weniger Beachtung.
Gleichzeitig sieht es in dem Mädchen aber ganz anders aus. Es ist oft von Kopfweh geplagt, da es den Unterricht nur schwer aushält. Eigentlich möchte es viel schneller und Neues lernen. Sie fühlt sich bei ihren Freundinnen meist unwohl, weil sie immer das Gefühl hat, nicht dazu zu gehören. Sie spürt, dass sie sich gut anpassen muss, um nicht als Streberin aufzufallen. So passt sie ihre Noten absichtlich nach unten an. Zuhause lässt sie ihren ganzen Frust heraus und muss sich jeden Tag neu überwinden, in die Schule zu gehen. Die Gefahr einer Depression ist groß. Über die stillen Folgen von Unterforderung kannst du hier mehr lesen.
Wenn wir uns also die Merkmale von besonders begabten oder hochbegabten Mädchen anschauen, können wir folgende festhalten:
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Es ist nicht gesagt, dass eine Hochbegabung bei Mädchen nur in der Schule nicht erkannt wird. Auch Eltern fällt es oft schwer zu erkennen, dass die Tochter ein besonderes Potenzial hat. Das liegt daran, dass Söhnen mehr Beachtung geschenkt wird, weil sie ihre Unterforderung meist offensiver und lauter zeigen. In diesen Fällen wird, wie oben erwähnt, öfter psychologische Hilfe in Form einer Diagnostik in Anspruch genommen. So war es auch bei uns.
Wenn Töchter sich in der Familie ebenfalls gut anpassen können, fällt eine besondere Begabung seltener auf. Dazu kommt, dass Mütter ihre eigene Geschichte mit der Schule haben. Viele leiden oft selbst unter einem mangelnden Selbstwert oder unter dem Imposter-Syndrom. Einige haben ihre eigene meist hohe Begabung nicht auf dem Schirm. Hier wird eine generationsübergreifende Problematik sichtbar.
Wir sind Kinder unserer Zeit. Wenn wir bedenken, dass es bis 1977 gesetzlich geregelt war, dass Frauen nur mit Erlaubnis ihrer Ehemänner arbeiten gehen durften, wird klar, wie sehr ausgeprägt das Rollenverständnis zwischen Männer und Frauen bis vor kurzer Zeit noch war. Auch wenn es schon 50 Jahre her ist. Mit diesem Selbstverständnis sind unsere Mütter und unsere Großmütter aufgewachsen. Eigene Potenziale zu leben war nur in Ausnahmefällen möglich.
Diese erlernten Prägungen und Erziehungsmuster wirken auch heute noch in uns nach. Denn wir wurden von unseren Eltern erzogen und diese wiederum von ihren Großeltern. Viele Sichtweisen haben sich ungefragt über Generationen erhalten. Es ist daher kein Wunder, dass es gerade in der heutigen Zeit so viele Frauen gibt, die sich erst im Erwachsenenalter ihrer Begabung bewusstwerden. Meist erst durch ihre eigenen Kinder. Auch hier habe ich eine eigene Geschichte dazu, die du hier lesen kannst.
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Hochbegabung bei Mädchen ist ein komplexes Thema, wie du siehst. Rollenverständnisse, Vorurteile, Prägungen, Medienberichte, Erfahrungen – all das wirkt auf uns Eltern aber auch auf Lehrkräfte ein. Das wird wiederum in konkrete Handlungen übersetzt. Gefährlich wird es dann, wenn die Muster nicht hinterfragt werden. Zur Aufklärung könnte wie gesagt eine Thematisierung im Lehramtsstudium beitragen. Da dies aber selten der Fall ist, möchte ich hier und in meinem Blog dafür sensibilisieren. Daher habe ich drei Tipps für dich als Lehrkraft in Bezug auf hochbegabte Mädchen:
Gerade bei stillen und angepassten Mädchen besteht die Gefahr, dass du als Lehrkraft eine Hochbegabung übersiehst. Zu wissen, welche Merkmale auf eine Hochbegabung gerade bei Mädchen hindeuten ist der erste Schritt. Der zweite ist, genau hinzuschauen und mehr über das Kind zu erfahren.
Das gelingt ganz oft in der Kommunikation mit den Eltern. Denn nur so entsteht ein ganzheitliches Bild auf das Kind. Was macht dem Mädchen besonders Spaß? Womit beschäftigt es sich in seiner Freizeit? Wodurch fällt das Mädchen besonders auf, vielleicht durch eine eloquente Sprache oder Wissensdurst?
Dadurch, dass Mädchen seltener auffällig in ihrem Verhalten werden, erhalten sie weniger eine Empfehlung für eine Diagnostik. Steht jedoch ein Verdacht auf eine Hochbegabung im Raum, so könnte eine Begabungsdiagnostik herausfinden, welche Stärken und Potenziale das Mädchen hat.
Eine IQ-Diagnostik bzw. ein IQ-Test hilft auch dem Kind in der Definition seines Selbstbildes. Das Gefühl, nicht dazu zu gehören und anders zu sein, bekommt einen Namen. Zudem hilft ein Blick in das Begabungsprofil herauszufinden, in welchem Bereich die Stärken des Kindes liegen. Das gibt Ideen für Fördermöglichkeiten. Ein Gutachten aus der Begabungsdiagnostik gibt zudem weiteren Aufschluss darüber.
Gerade hochbegabte Mädchen leiden oft unter einem geringen Selbstwert. Diesen gilt es zu stärken. Daher ist die Beziehungsarbeit mit diesen Kindern besonders wichtig. Echtes Interesse, Wertschätzung und das Gefühl, gesehen zu werden, hilft diesen Kindern enorm. Ein gestärktes Vertrauen bildet die Basis für mehr Selbstbewusstsein.
Vor allem dürfen diese Kinder Selbstwirksamkeit erleben. Hier geht es darum, dass auch die Leistungen und der Lernprozess dieser Kinder honoriert wird. Das gelingt mit dem Konzept des Growth Mindset. Als Lehrkraft kannst du das Kind darin begleiten, seine Selbstregulation zu stärken.

Wenn ich auf diesen Artikel schaue, wird mir noch einmal bewusst, dass auch ich als hochbegabtes Mädchen, bei dem die Hochbegabung unerkannt blieb, eine Geschichte mitbringe. Ich war das schüchterne Mädchen mit einem geringen Selbstwert, die viel träumte und sich selbst ständig hinterfragte. Freundinnen zu finden, fiel mir oft schwer und so pflegte ich nur handverlesene Freundschaften. Ich fühlte mich oft nicht zugehörig und war ein willkommenes Mobbing-Opfer.
Mein Lebenslauf ist alles andere als geradlinig, sondern ich probierte mich viel aus. Musik war dabei immer meine Insel, auf der ich meine Stärken leben konnte. Das erlaubte mir, meine Selbstwirksamkeit zu spüren und zu entwickeln. Hier war ich stark. Doch alle anderen Lebensbereiche waren voller Zweifel, obwohl ich nach außen oft einen anderen Eindruck hinterließ. Lies gerne auch das Interview mit mir in der der FAZ dazu.
Das Imposter-Syndrom begleitet mich heute noch. Wären meine beiden Söhne nicht gewesen, wäre ich sicher nie auf die Idee gekommen, selbst eine Begabungsdiagnostik machen zu lassen. Dass ich mit 53 Jahren hochbegabt getestet wurde, überraschte mich und ich zweifelte dennoch an der Richtigkeit des Ergebnisses.
Trotzdem war der Test für mich ein Segen. Ich habe mich entwickelt von dem hochbegabten Mädchen, welches unter dem Radar lief hin zu einer hochbegabten Frau, die ihre Hochbegabung ganz bewusst lebt. Das ist schön, aber es hätte mir einiges erspart, hätte ich das früher gewusst. Aber die Zeiten waren andere und das ist auch völlig ok.
Wichtig ist es für mich heute, was ich daraus mache. Und auch, was du als Lehrkraft oder auch Elternteil damit machst. Ich wünsche mir, dass die Hochbegabung von Mädchen möglichst früh in der Schule oder im Elternhaus erkannt wird. Eine frühe Begabungsdiagnostik erleichtert diesen Mädchen, ihre eigene Begabung anzunehmen und ihren Potenzialen zu vertrauen.
Daran anschließend liegt es in den Händen der Eltern und Lehrkräfte, diese hochbegabten Mädchen entsprechend und individuell zu fördern, zu ermutigen und zu stärken. Das gelingt aber nur, wenn sie in ihrer besonderen Begabung erkannt und identifiziert werden. Dazu kann und darf jeder seinen Beitrag leisten, ich hoffe, mein Artikel ist ein Beitrag dazu.

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Mir kommt es so vor, als seien drei Monate vergangen, anstatt nur einer. Der April war sehr intensiv. Er begann mit einem Sterbefall in der Familie und endete mit einem wunderbaren Netzwerktreffen im frühlingshaften Horb. Das ist das pure Leben, wozu auch der Tod gehört. Was das mit mir gemacht hat und was ich erlebt habe, liest du in meinem Monatsrückblick für April.
Der letzte Tag im März begann mit einem Schock. Ein Sterbefall im Haus wirbelte mein Leben ziemlich durcheinander. Leben und Tod gehören eng zusammen. Doch was der Tod mit einem macht, spürst du erst, wenn du unmittelbar davon betroffen bist. Und doch ist es eine der natürlichsten Sachen der Welt. Klar, ich habe mich vorher gedanklich mit dem Gedanken auseinandergesetzt, was wäre wenn. Aber wenn der Moment da ist, sitzt der Schreck einfach tief.
Also hatten wir in der Familie viel zu regeln. Ein Sterbefall bringt einiges mit sich. Ärzte, Bestatter, Ämter, Abschiednahme, Anzeige, Trauerfeier, Gedenkgottesdienst und vieles mehr. Das Gute ist, es beschäftigt dich in den ersten Tagen. Du merkst in so seiner Situation, wie unwichtig viele andere Dinge plötzlich werden können. Dein eigenes Tagesgeschäft und deine Bedürfnisse treten erst einmal in den Hintergrund. Das wahrzunehmen und mich selbst im Prozess dabei zu beobachten, hat mir dabei geholfen. Mehr dazu weiter unten. Hier gibt es jetzt nur ein Bild vom frühlingshaften Friedhof im Eingangsbereich. Ein stilles Naturwunder.

Der Frühling hat nun endlich so richtig Einzug gehalten. Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie sehr ich diese Jahreszeit liebe! Sie hat etwas von Neubeginn, Frische, Duft und Farben. Überall blüht es und es duftet wunderbar. Die Bäume sehen prachtvoll aus mit ihren weißen und rosafarbenen Blüten und den frischen, hellgrünen Knospen. Die Temperaturen werden wärmer und die Tage länger. Das motiviert mich ungemein, was sich auf meinen Alltag auswirkt.
In diesen Tagen fällt es meinem Mann leichter, mich zu einem Spaziergang zu überreden. Diese führt derzeit öfter in den Nachbarort, denn dort gibt es eine Eisdiele. Also gibt es schon mal ein Feierabendeis oder ein Frühstücksersatz am Mittag. Ich bin da ganz flexibel.

Am letzten Wochenende im April fuhr ich in das schöne Horb am Neckar. Judith Peters von The Content Society hatte uns Bloggerinnen dorthin eingeladen. Auf dem Programm stand zunächst ein leckeres Abendessen in einem syrischen Restaurant namens Morgenland. Es war mein erstes syrisches Essen überhaupt und sehr zu empfehlen. Am nächsten Tag fanden die Barcamps im Kloster statt. Jede, die wollte, durfte ein Thema einbringen. Ich nutzte die Gelegenheit, um über Selfpublishing zu informieren.
Den ganzen Tag fanden also parallel Barcamps zu verschiedenen Themen statt. Ich besuchte Vorträge und Workshops über das Imposter-Syndrom, Speed-Reading und Blog dein Buch. Nachmittags hatte ich meinen Vortrag "Von Null zum Amazon-Bestseller". Natürlich war auch Hochbegabung ein Thema, denn es ging ja um mein Buch "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich". Er war mit über 20 Bloggerinnen sehr gut besucht, was mich freute. Abends besuchten wir noch einen Biergarten direkt am Neckar und netzwerkten. Am nächsten Morgen nach guten Frühstücksgesprächen fuhr ich wieder zurück. Tatsächlich haben mir diese beiden Tage sehr gut getan, Abstand von den Geschehnissen Anfang März zu bekommen.
Am 15. April 2024 habe ich mein Buch über Hochbegabung bei Amazon kdp veröffentlicht. Genau 2 Jahre später verkaufte ich auf den Tag genau mein 2.500stes Exemplar. Um 23 Uhr wurde mir dies in meinem Amazon-Konto angezeigt. Das war eine Punktlandung! Diesen Erfolg habe ich zum Anlass genommen, meinen 8. Blogartikel in der Kategorie Selfpublishing zu schreiben. Dazu habe ich mich von 3 KIs interviewen lassen. Du kannst den Artikel hier lesen.
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Tatsächlich schwirrten mir die meiste Zeit Gedanken rund um den Sterbefall im Kopf herum. Ich machte viele Flüchtigkeitsfehler und war neben der Spur. Trotzdem schaffte ich es immer, mich selbst in diesem Prozess zu beobachten. Das war spannend. Vor allem zu beobachten, wie Familien zusammenhalten in solchen Situationen und wie sich Beziehungen zu einzelnen Menschen dadurch verändern, fand ich interessant und auch schön. Nach so einem Geschehnis ordnet sich das Leben für manche Menschen komplett neu. Das muss sorgfältig und einfühlsam begleitet werden.
Beginnen wir von hinten. Am 30. Mai bin ich ab 19 Uhr in Dorsten. Dort mache ich eine Lesung zu meinem Buch "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich" bei dem Verein "HerausForderung e.V.". Weitere Infos auch zur Anmeldung erhältst du hier. Daneben wurde ich zu zwei Interviews eingeladen. Eins davon findet im Mai statt, eins Anfang Juni. Hier freue ich mich auch schon sehr darauf. Mitte Mai fahre ich dann auf ein Retreat nach Lesbos von und mit David Crean. Das wird einen Großteil meiner "Jahrestherapie" ausmachen. Im Grunde genommen zahlt es auf meine Persönlichkeitsentwicklung ein, aber da ich nie eine Therapie nach all den Geschehnissen der letzten Jahre gemacht habe, nenne ich das dann eben meine Therapie. Ich freue mich jedenfalls riesig darauf, denn ich war noch nie in Griechenland. Ich bin gespannt - freu dich daher auf den Monatsrückblick im Mai.
Lies unsere persönliche Geschichte hier inkl. 2 Jahre Schulverweigerung.
In meinem Buch "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich" kannst du mehr über all die Herausforderungen, die wir bewältigen mussten, erfahren.
Bei Amazon - oder im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3982620169

Es war ein Meilenstein, und ihn zu erreichen war knapp! Dazu gleich mehr. Am 15. April 2026 ist mein Buch „Hochbegabt gescheitert – und neue Türen öffnen sich“ genau 2 Jahre alt geworden. 2024 habe ich als Selfpublisherin in amazon kdp auf den „Publish“-Button gedrückt. 2 Jahre Schreibarbeit, Korrekturen und Design lagen hinter mir. Zu diesem Anlass habe ich mir gedacht, ich schreibe darüber ein Interview mit mir als Selfpublisherin und Amazon-Bestsellerin. Sei gespannt!
Mein Augenmerk liegt auf Hochbegabung und Underachievement. Diese Themen sind der Grund, warum ich meinen Blog gestartet habe. Denn es liegt mir aus familiären Gründen sehr am Herzen. Unsere Geschichte dazu liest du in Kurzform hier. Nebenbei schreibe ich über Selfpublishing, denn ich möchte meine Erfahrungen damit festhalten. Dafür habe ich meinen Weg bis hierher mit verschiedenen Blogartikeln begleitet.
Ich habe sogar ein E-Book dazu veröffentlicht. Auf 44 Seiten erhältst du meine besten und wichtigsten Erfahrungen. Dass ich seit 2011 eine Werbeagentur führe, hat mir bei der Vermarktung sehr geholfen. Alles Weitere liest du in meinem E-Book:
Von Null bis zum Amazon-Bestseller - 44 Seiten erprobtes Praxiswissen! (Meine geheimsten Tipps)
Du möchtest gerade am Anfang gezielt die richtigen Schritte tun, um das Potenzial deines Buches auszuschöpfen, um Amazon-Bestseller zu werden?
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Für diesen Artikel habe ich mir etwas Besonderes einfallen lassen. Ich dachte mir, ich lasse mich einfach mal interviewen. Aber von wem? Die Idee fiel auf KI. Vielleicht fragst du dich jetzt gerade, ob ich alle meine Blogartikel und Bücher mit KI schreibe? Nein. Diese sind alle handgemacht und so soll es auch bleiben. Ich liebe es zu schreiben und ich gerate in einen regelrechten Flow, wenn die Gedanken von irgendwoher in die Tastatur und ins Word-Dokument fließen.
KI nutze ich für Strukturierungen, die Ideenfindung bzw. den Blick über den Tellerrand, Quellensuche und dergleichen. Das Formulieren und die endgültigen Inhalte obliegen aber mir selbst. Trotzdem fiel meine Wahl für den heutigen Blogartikel auf KI. Ich begann meine KI-Reise mit Chat GPT. Mittlerweile kann ich die Art der Textgestaltung heute nicht mehr ertragen, denn die Texte klingen alle gleich. Zum Beispiel: „Nicht weil… sondern…“ oder unzählige Bindestriche, Absätze etc.
Also nutzte ich irgendwann Perplexity. Ich erhielt einen kostenfreien Jahrestarif. Das gefiel mir schon besser, denn für die Quellensuche ist Perplexity unschlagbar. Und dann stieß ich auf Claude. Nach der ersten Begeisterung erfolgte die Ernüchterung, da Claude hin und wieder Chat-GPT-like formuliert und sich zu oft entschuldigt, etwas falsch gemacht zu haben.
Nun denn, ich habe alle drei hinzugezogen und mit folgendem Prompt jeweils 5 Fragen für das Interview formulieren lassen:
„Ich habe am 2. Jahrestag der Veröffentlichung meines Buchs mein 2.500stes Exemplar meines Buchs "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich" verkauft als Selfpublisherin. Ich war auch Amazon-Bestsellerin. Ich möchte dazu gerne einen Blogartikel in Interviewform schreiben und möchte, dass du mir 5 Fragen dazu stellst. Lass dir gerne was einfallen, es darf kreativ sein.“
Die Ergebnisse der Fragen ließ ich mir von Claude in einen roten Faden ordnen. Also sind die Fragestellungen von KI und die Antworten selbstverständlich handgeschrieben von mir. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!
Claude: Welcher konkrete Moment oder welche Erkenntnis hat dir damals geholfen zu verstehen, dass "Hochbegabt gescheitert" nicht das Ende, sondern vielleicht gerade der Anfang einer neuen Geschichte sein könnte – und wie ist das in die Idee für dein Buch geflossen?
Susanne: Mein Buchtitel geht weiter: „… und neue Türen öffnen sich“. Für uns war es der Moment, als wir das erste Mal von Underachievement gehört hatten. Damit hat sich für unsere Familie alles verändert, denn nach 2 Jahren Schulverweigerung konnten wir endlich aufatmen. Wochen in einer gefühlt dunklen, ausweglosen Sackgasse waren damit beendet und wir sahen endlich Licht am Ende des Tunnels.
Perplexity: Wenn du auf den Moment zurückblickst, in dem du dein Buch veröffentlicht hast: Was hättest du deinem damaligen Ich über diesen Weg bis zum 2.500. verkauften Exemplar gerne gesagt?
Susanne: Bleib jeden Tag dran und bring deine Botschaft nach außen. Es wird sich in jedem Fall lohnen. Du wirst spüren, dass dein Vorhaben erfolgreich ist. Warte ab, bis zum zweiten Jahrestag. Genau dann um 23 Uhr wirst du dein 2.500stes Exemplar verkaufen.
ChatGPT: Wenn du deinem 'Ich' vom Veröffentlichungstag eine einzige Botschaft schicken könntest – welche wäre das heute?
Susanne: Hab Mut, für deine Geschichte zu stehen. Es ist ein großer Schritt, in die Öffentlichkeit zu gehen und einen „Seelenstriptease“ hinzulegen, wie es ein Freund formulierte. Aber du wirst unzähligen Menschen damit helfen und Spuren hinterlassen. Die anderen darfst du ignorieren.

Claude: Was war für dich der ausschlaggebende Grund, den Weg des Self-Publishings zu gehen? Und was würdest du anderen aspirierten Autorinnen mit ähnlichen Geschichten raten?
Susanne: Mit dem Selfpublishing hast du alles selbst in der Hand – aber damit auch eine große Verantwortung für den Erfolg. Ich selbst habe negative Erfahrungen mit einem Verlag gemacht: Fehlende Transparenz, keine Tantiemen-Ausschüttungen, hingehalten zu werden. Das alles hast du im Selfpublishing nicht. Und Verlage können auch nicht zaubern, was die Vermarktung angeht.
Perplexity: Was war hinter den Kulissen die größte Herausforderung auf deinem Weg als Selfpublisherin – und was hat dir geholfen, trotzdem dranzubleiben?
Susanne: Der Anspruch, alles richtig zu machen. Das war meine größte Sorge am Anfang, kurz bevor das Buch veröffentlicht wurde und auch danach. Ich habe mir die professionelle Unterstützung von Alicia Schlienz genommen, damit ich die ersten Schritte meines Buch-Babys optimal gestalte.

Claude: Wie unterschied sich die Erfahrung [Amazon-Bestseller zu werden] von deinen Erwartungen? Hat dieser Erfolg deine Sicht auf dein Buch oder deine Botschaft verändert – oder war es eher die Bestätigung, dass du mit deinem Thema einen Nerv getroffen hast?
Susanne: Oh, es war eine Riesenbestätigung. Denn ich wusste sofort, dass mein Buch wichtig ist und gut ankommt. Das zeigten mir auch die vielen Zuschriften von Eltern, die sich in ähnlichen Situationen endlich nicht mehr allein fühlten. Das traf genau meine Intention und hat mich enorm gepusht.
Perplexity: Dein Titel spricht viele Menschen emotional an. Gab es eine Rückmeldung von Leserinnen und Lesern, die dich besonders berührt oder vielleicht sogar selbst verändert hat?
Susanne: Ich kann einzelne Schlüsselmomente gar nicht genau herausfiltern. Vielmehr war es die Summe der einzelnen Rückmeldungen. Durch jede einzelne habe ich dazugelernt, mitgefiebert und mitgefühlt. Und ja, jede einzelne hat mich verändert, denn diese Rückmeldungen darf ich wiederum bei Lesungen anderen Menschen mitgeben oder sie in meinen YouTube-Videos verarbeiten.
Claude: Hinter 2.500 Exemplaren stehen Menschen, die deine Geschichte gebraucht haben. Wer sind sie? Hast du während dieser zwei Jahre Reaktionen erhalten, die dich besonders berührt haben oder die dir gezeigt haben, auf welche Art dein Buch weiterwirkt?
Susanne: Es sind zumeist Eltern, die sich und ihre Situation wiedererkennen. Die Hilfe suchen in ihrer ausweglosen Situation. Die meisten denken, so wie wir auch damals, dass sie allein sind und niemand das vorher erlebt hat. Denn die meisten sprechen nicht darüber. Aber zu lesen, dass dem nicht so ist, hilft bereits weiter. Es gibt einige, die nutzen mein Buch als Arbeitsbuch und machen sich viele Notizen für Elterngespräche in der Schule. Das freut mich immer besonders, wenn ich davon erfahre.
ChatGPT: Der Moment, in dem du das 2.500ste Exemplar verkauft hast: Was ging dir wirklich durch den Kopf – jenseits von Zahlen und Erfolg?
Susanne: Es sind gemischte Gefühle. Auf der einen Seite eine große Freude und auch Stolz. Ich habe es geschafft, aus eigener Kraft in einer Themennische so einen Erfolg zu haben. Auf der anderen Seite eine tiefe Traurigkeit. Denn dass es so viele Familien gibt, deren hochbegabte Kinder in der Schule vor großen Herausforderungen stehen bis hin zur Schulabstinenz, zeigt mir, dass der Weg vor uns noch lang ist. Das Schulsystem muss sich radikal verändern, auch wenn es schon gute Ansätze in der Schulentwicklung gibt.
Perplexity: Wie hat sich deine eigene Definition von Erfolg seit der Veröffentlichung deines Buches gewandelt?
Susanne: Das ist eine gute Frage. Erfolg ist zum einen monetär oder belegt sich in Verkaufszahlen. Dass dies aber mit einem Herzensthema verbunden sein kann und wie der Erfolg dadurch viel leichter wird, das habe ich bei meinem Buch erfahren dürfen. Erfolg ist für mich heute, wenn ich Familien Mut machen kann und wenn ich Lehrkräfte für das Thema sensibilisieren darf. Oft beginnt es mit einem kleinen Impuls, der hellhörig macht.
ChatGPT: Amazon-Bestsellerin klingt nach Ziel erreicht – aber was hat sich hinter den Kulissen ganz anders angefühlt, als du es erwartet hattest?
Susanne: Tatsächlich war der Bestseller-Button sehr schnell auf Amazon zu sehen, weil die Verkaufszahlen in den ersten Wochen enorm hoch waren. Das hat mich stolz gemacht und motiviert, genau da weiterzumachen. Doch es ist auch ein Druck, denn du möchtest den Button natürlich so lange wie möglich erhalten. Heute bin ich stolz, dass ich in 80 % der Fälle in zwei Kategorien unter den Top Ten ranke und mein Buch meistens innerhalb der erfolgreichsten 20.000 Bücher auf Amazon rankt. Und das durchgehend seit zwei Jahren.
ChatGPT: Du schreibst über Scheitern und neue Türen – welche Tür hat sich für dich selbst durch dieses Buch geöffnet, mit der du nie gerechnet hättest?
Susanne: Es haben sich viele neue Möglichkeiten ergeben, an die ich bei der Veröffentlichung noch nicht dachte. Zum Beispiel bin ich auf Bildungsforen und halte Vorträge. Ich darf Lesungen machen und berühren. Ich interessiere mich sehr für das Thema Schulentwicklung. Denn ich weiß, dass die Unterstützungsmaßnahmen für Hochbegabte, wie Beziehungsarbeit, Growth Mindset oder KI in der Schule letztendlich für alle Kinder in der Schule förderlich sind.
ChatGPT: Wenn dein Buch eine Person wäre – wie würde sie dich heute, zwei Jahre nach Veröffentlichung, beschreiben?
Susanne: Engagiert, motiviert, wertschätzend, kreativ, mutig, offen, handelnd, gesprächsbereit und stets bestrebt, Impulse zu geben und für neue Möglichkeiten die Augen offen zu halten und Gelegenheiten zu ergreifen. Aber auch manchmal ein wenig verpeilt. Das bringt eine Hochbegabung wohl so mit sich.
Perplexity: Wenn dein Buch ein Gesprächspartner wäre: Welche Frage würde es heute dir stellen – nach allem, was seit der Veröffentlichung passiert ist?
Susanne: Was hast du noch mit mir vor? Ich glaube, das ist es. Ich habe mein Buch als Dokumentation geschrieben, damit ich unsere Geschichte, unsere Kraftanstrengungen, Ängste, Kämpfe und Sorgen nicht vergesse. Das Buch ist seitdem Ausgangslage für neue Ideen und wird immer der Kern meines Handelns bleiben. Daher gehen wir gemeinsam staunend und neugierig in eine offene Zukunft.
Claude: Zwei Jahre, 2.500 Bücher, Amazon-Bestseller-Status – das ist ein natürlicher Meilenstein zum Reflektieren. Was treibt dich jetzt an? Planst du ein zweites Buch, möchtest du deine Reichweite als Coach/Mentorin ausbauen, oder hat sich deine Definition von "neue Türen öffnen" nochmal verschoben?
Susanne: Im ersten Jahr war ich sehr auf den Verkauf des Buches fixiert und habe intensiv Pressearbeit gemacht. So sind einige Gastbeiträge und Podcast-Interviews entstanden. Im zweiten Jahr bin ich noch mehr hinausgegangen und besuchte einige Veranstaltungen. Ich habe ein Workshop-Konzept für Weiterbildungen für Lehrkräfte entwickelt. Das möchte ich künftig stärker bewerben. Und ja, ein neues Buch ist in der Pipeline. Während sich meine beiden anderen Bücher (Business Helden und Ein Baumhaus zum Träumen) thematisch unterscheiden, wird mein viertes Buch wieder ein Buch zu Hochbegabung sein. Jetzt brauche ich nur noch Zeit zum Schreiben. Das Konzept steht.

Hier endet mein Interview mit Fragen an mich als Selfpublisherin und Amazon-Bestsellerin, die von KI generiert wurden. Ich fand die Vielfalt und Zusammensetzung der Fragen seitens KI sehr interessant und wusste auf alles eine Antwort. Ich hoffe, dass für dich einige Impulse dabei waren. Schau auch gerne in die Kategorie meiner Selfpublishing-Artikel, dort findest du sicher spannende Impulse für deine Arbeit als Autorin oder Autor.
Jedenfalls bin ich glücklich darüber, wie sich mein Weg mit meinem Buch gestaltet. Ich bin sicher, es wird weitergehen und dass weitere Türen für mich offenstehen werden oder geöffnet werden. Ich freue mich darauf!
Wenn du mein Buch bestellen möchtest, kannst du es gerne hier tun.
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Derzeit kocht die Diskussion um die Schulpflicht immer höher und wird auch in den Wahlkämpfen thematisiert. Ich selbst habe ein gespaltenes Verhältnis zur Schulpflicht, da wir zwei schulabstinente Kinder haben bzw. hatten. Gerade Eltern von hochbegabten Kindern führen Kämpfe, die zermürben und stigmatisieren. Aus diesem Grund möchte ich heute 5 Szenarien vorstellen, die Eltern von hochbegabten, schulabstinenten Kindern drohen bzw mit denen nicht selten gedroht wird. Das soll meine differenzierte Meinung zur Schulpflicht, die ich zum Schluss argumentiere, stützen.
Bevor es die Schulpflicht gab, existierte eine Bildungspflicht in Deutschland. Im Grunde genommen ist die Schulpflicht eine Schulgebäudeanwesenheitspflicht. Ein sperriges Wort, aber sie sagt aus, was die Schulpflicht eigentlich beinhaltet. Den Zwang der Anwesenheit im Schulgebäude.
In meinem Blogartikel zur Schulpflicht als Damoklesschwert bei Schulabstinenz hochbegabter Kinder habe ich bereits etwas zum historischen Hintergrund der Entwicklung der Schulpflicht geschrieben. Daher gehe ich an dieser Stelle nicht tiefer darauf ein. Diskutiert wird also, ob eine Schulpflicht heute noch Sinn macht, oder ob sie durch eine Bildungspflicht ersetzt werden soll.
In Deutschland gibt es verschiedene Lager, ideologische wie auch politische. Interessant ist, dass es die gesetzliche Schulpflicht in Deutschland, Schweden, Ungarn und Andorra gibt. In Österreich, Niederlande, Schweiz, Belgien u. a. gibt es eine Unterrichtspflicht mit jährlichen Prüfungsnachweisen. Eine Bildungspflicht, bei der die Methode und der Ort frei wählbar sind, gibt es in u. a. in Irland, Italien, Spanien, Dänemark und dem Vereinigten Königreich.
Gerade die strenge Schulpflicht in Deutschland bringt Familien hochbegabter Kinder, die schulabstinent sind, an ihre Grenzen. Es beginnt meist mit Bußgeldforderungen, die oft nur der Anfang einer langen Odyssee sind. In meinen Lesungen erlebe ich immer wieder solche Geschichten und unerträglichen Erlebnisse, die mich fassungslos machen. Diese werde ich in den nächsten 5 Szenarien kategorisieren.

Geht ein Kind nicht zur Schule, ist es schulabstinent. Der Grund bzw. die Ursachen spielen dabei für das Schulamt erst einmal keine Rolle. Es liegt eine Schulpflichtverletzung vor, die als Ordnungswidrigkeit geahndet wird. Dabei wird die Schule in die Pflicht genommen, die Schulabstinenz dem Schulamt zu melden. Oft wird vorher von der Schule eine Attestpflicht gegenüber der Familie ausgesprochen. Auch hier stehen Eltern oft vor großen Herausforderungen, dieser nachzukommen.
Die Ausgestaltung der Ordnungswidrigkeiten sind dank des Bildungsföderalismus in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Bis 14 Jahre sind die Eltern haftbar, danach das Kind selbst. Bei Nichtzahlung ist eine Vollstreckung der Forderung möglich, sogar eine Erzwingungshaft gegen die Eltern bis zu 3 Monaten ist möglich. Das Bußgeld erledigt die Schulpflicht jedoch nicht.
Als kleine Anekdote: Unserem jüngeren Sohn wurde eine Attestpflicht ausgesprochen in der Schule. Er sollte diese dann jedem Fachlehrer vorlegen. Diesem konnte er nicht nachkommen, weil die Fehlzeiten so hoch waren. Irgendwann war es soweit, dass wir Post vom Schulamt mit einer Androhung von Bußgeld erhielten. Enthalten war eine Auflistung der angeblichen Fehlzeiten. U. a. war ein Tag mit 10 Unterrichtsstunden sowie ein schulfreier Samstag angemahnt, was natürlich keinen Sinn machte.
Ich erstellte eine genaue Dokumentation über die Fehltage, die vorliegenden Atteste und die Fehlermeldungen. Gleichzeitig beschrieb ich ausführlich die Gründe für die Schulverweigerung, die u. a. im Mobbing lagen und in der fehlenden Kooperation seitens der Schule. Dies sandte ich ans Schulamt mit der Bitte um ein Gespräch. Diese Offenheit und Transparenz waren der Grund, dass die Angelegenheit letztendlich zu den Akten gelegt wurde.
Unsere ausführlichen Erfahrungen dazu erzähle ich in meinem Buch:
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Stell dir vor, du hast ein Kind, welches morgens verkrampft zitternd und weinend im Auto sitzt und unfähig ist, auszusteigen und in die Schule zu gehen. Was geschieht mit dem Kind, wenn die Polizei vor der Tür steht und dieses Kind zwanghaft in die Schule bringen soll? Ich finde diese Vorstellung schrecklich. Das heißt, wenn Bußgelder keine Wirkung zeigen, hat das Schulamt die Möglichkeit, eine zwangsweise Durchsetzung der Schulpflicht zu erwirken. Dies ist in den Schulgesetzen der Bundesländer verankert.
Vor allem für hochsensible Kinder ist dies ein massiver Eingriff mit potenziell tiefer, traumatischer Wirkung. Wollen wir das wirklich? Im Szenario 1 habe ich geschrieben, dass die Ursache der Schulabstinenz für die Ämter erst einmal unwesentlich bei der Durchsetzung der Schulpflicht ist. Dabei finde ich, dass die Suche nach der Ursache die wichtigste und erste Grundlage ist, um weitere Maßnahmen zu entscheiden.
Natürlich gibt es Kinder, die schwänzen, die den Tag anders verbringen wollen und auf diese Weise den Schulbesuch verweigern. Aber es gibt eben auch diese Kinder, die aufgrund von anderen Ursachen nicht in die Schule gehen können. Die meisten wollen, aber sie können es einfach nicht. Es sind Kinder mit Schulangst, Sozialphobie, Neurodivergenzen aber eben auch hochbegabte Kinder, die den Schulbesuch einfach nicht mehr aushalten.
So war es bei unserem älteren Sohn. Er saß teilweise apathisch im Unterricht und hatte danach Muskelkrämpfe. Er sah keinen Sinn im Lernstoff und hinterfragte alles regelmäßig. Mit 15 Jahren verweigerte er den Schulbesuch für 2 Jahre. Glücklicherweise erhielten wir Unterstützung seitens der Schule, sodass wir die Maßnahme der Zuführung nicht zu fürchten hatten. Auch hierüber erzähle ich dir alles ausführlich in meinem Buch.
Du wünschst dir regelmäßige Impulse rund um Hochbegabung, Underachievement
u. a. in Verbindung mit dem Schulsystem?
Bei diesem Punkt wird es mir immer etwas anders. Vielleicht liegt es daran, dass wir während unserer Schulabstinenz-Odyssee unseres älteren Sohnes ein Vorgespräch in der Klinik hatten und einen stationären Aufenthalt überlegten. Wir waren am Ende unseres Lateins und mussten handeln, um Bußgeldförderungen oder Schlimmeres zu vermeiden. Die Psychologinnen brachten es beim Kennenlerngespräch auf den Punkt. „Wir sehen, dass er nicht mehr zur Schule geht, aber ansonsten wissen wir nicht, was wir mit ihm machen sollen“, waren in etwa ihre Worte.
Gleichzeitig hörten wir draußen ein Kind die ganze Zeit wie wild schreien und wir entschieden, dass wir alles versuchen würden, um den Schritt in den Klinikaufenthalt zu vermeiden. Eine andere Mutter erzählte mir kürzlich, dass ihr hochbegabter Sohn bereits in einer Tagesklinik war. Andere Kinder hatten dort Stühle geworfen und tickten aus. Der Aufenthalt war für ihn unerträglich.
Eine andere Mutter erzählte mir nach einer Lesung, dass ihre 10-jährige hochbegabte Tochter in eine kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik eingewiesen werden soll, wenn sie innerhalb einer vorgegebenen Zeit die Schule nicht besucht. Dabei ist sie künstlerisch und schriftstellerisch begabt, entfaltet sich frei, wenn sie gelassen wird und liebt es, intensiv mit Erwachsenen zu philosophieren und zu debattieren. Nur in der Schule hält sie es nicht aus.
Sicher gibt es Fälle, in denen Klinikaufenthalte helfen, besonders wenn Gefahr im Verzug ist oder andere, behandlungsbedürftige psychische Auffälligkeiten die Hochbegabung begleiten. Aber meist ist das Kind nicht krank im klassischen Sinne, sondern es reagiert mit der Schulabstinenz auf ein System, das nicht zu ihm passt. Die Gefahr der Psychiatrisierung und Pathologisierung ist groß, anstelle, dass eine Ursachenforschung gemacht wird. Eine Einweisung löst das eigentliche Problem selten.
Ein Hinweis: Dieser Abschnitt wird in Kürze ergänzt. Denn auf der einen Seite wird seitens der Schulen und Institutionen diese scharfe Maßnahme oft direkt als Drohkulisse augebaut. Auf der anderen Seite haben Eltern auch Rechte, über die informiert werden muss. Darauf gehe ich noch ein und versuche, ein Interview dazu zu führen, welches ich hier verlinken werde. Ich bitte noch um Geduld.

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Eine Mutter erzählte mir, dass sie dem Jugendamt unterschreiben soll, dass sie der Erziehung ihres hochbegabten Sohnes nicht gewachsen ist. Als sie mir das erzählte, war ich fassungslos. Der Jugendamtsmitarbeiter war es auch, der sagte, dass das Kind lernen muss, den Unterricht abzusitzen, zur Not in einem Klinikaufenthalt. Wir als Familie haben die Erfahrung gemacht, dass das generelle Verhältnis zu unseren Kindern äußerst gesund ist. Lediglich das Thema Schule war konfliktbehaftet.
Das Familiengericht kann eingreifen bei erheblicher Gefährdung des Kindeswohls (§ 1666 BGB). Tatsächlich kann eine Schulabstinenz als Kindeswohlgefährdung gewertet werden. Meist wird den Eltern die Schuld für die Abstinenz gegeben und eine Unfähigkeit in der Erziehung ausgesprochen. Da kann es sogar passieren, dass Schulen die Mutter beim Jugendamt melden, wie es einer anderen Mutter passiert ist, die ich kenne.
Natürlich ist dies kein Automatismus, denn nicht jede Schulpflichtverletzung ist automatisch eine Kindeswohlgefährdung. Aber es gibt Verantwortliche, die stellen scheinbar die Schulpflicht über das Wohlergehen des Kindes. Sie sehen nicht die Anstrengungen und das Ringen nach Lösungen, die Eltern mit aller Kraft versuchen. Und das tun sie, denn sie möchten natürlich, dass ihre Kinder die Schule besuchen, ihre Leistung erbringen und ihre Abschlüsse machen.
Vielmehr hält das Schulsystem nahezu keine Lösungen parat, diese Kinder, die in Not geraten, aufzufangen. Hochbegabung und Underachievement, ADHS, Autismus Spektrum Störung, Hochsensibilität und andere Neurodivergenzen sind Herausforderungen, die viele nicht ernst nehmen. Oder aber sie kennen sich damit nicht aus, da sie selten Inhalt der Lehramtsausbildung sind.

Hast du schon einmal gehört, dass Familien Deutschland verlassen, um der Schulpflicht zu entgehen? Ich kenne eine Menge Geschichten von Eltern hochbegabter Kinder, die diesen freiwilligen Schritt unternommen haben. Leider gibt es keine belastbaren Zahlen darüber, was für mich eine große Forschungslücke darstellt.
Denn es geht um die Ursachenfindung und schließlich darum, Abhilfe zu schaffen. Für viele Familien ist das Auswandern daher der letzte Ausweg nach jahrelangem Kampf mit dem System. Daneben gibt es auch Familien, die Wochenendbeziehungen führen, weil ein Elternteil mit dem Kind in eine andere Gegend ziehen musste, in der das Kind besser beschult werden kann.
Als Ziel werden Länder gewählt, in denen es nur eine Bildungspflicht gibt. Hier müssen die Kinder bestimmte Lernziele und Kompetenzen erreichen, aber der Besuch einer Schule ist optional. So ist Homeschooling in vielen Fällen möglich, sofern der Nachweis erbracht werden kann, dass das Kind die Bildungsziele erreicht.
Die Zahlen der Schulverweigerer in Deutschland sind groß. Ca. 8 % der Kinder, also ca. 300.000 Kinder, verweigern den Schulbesuch mehr als 40 Tage pro Schuljahr. So schreibt es das Deutsche Schulportal. Und sie steigen jedes Jahr an. Das ist ein deutlicher Fingerzeig darauf, dass in unserem Bildungssystem Deutschland einiges schiefläuft.

Die Schulpflicht stützt sich auf ein Bildungssystem, welches dringend reformbedürftig ist. Dabei steht jedoch den Verantwortlichen der Bildungsföderalismus im Weg. Jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen, Veränderungen im System sind daher nur bedingt möglich. Bob Blume beschreibt dieses System in seinem Buch „Warum noch lernen“ sehr gut und detailliert. Lies gerne meine Buchempfehlung dazu.
Wie sollen also Kinder, die in einem reformbedürftigen Schulsystem stecken, erfolgreich bestehen? Natürlich gibt es viele, die das durchziehen. Doch es gibt eben immer mehr Schülerinnen und Schüler, die sich dem System entziehen und entziehen müssen, um sich selbst zu schützen. Argumente wie: „Das hat uns früher auch nicht geschadet“ oder „Da musst du halt durch“ helfen den wenigsten weiter.
Wichtig finde ich, dass Eltern sich der jeweiligen Situation stellen und für ihr Kind einstehen. Ich empfehle immer, mit den Institutionen möglichst transparent und zügig zu kommunizieren, um Missverständnisse zu vermeiden oder vorzubeugen. Bei Konflikten oder verhärteten Fronten lohnt es sich, einen Mediator oder Anwalt hinzuzuziehen.
Ich möchte betonen, dass ich mit den Szenarien keine Angst aufbauen möchte. Gleichwohl möchte ich sensibilisieren auf das, was bei Schulabstinenz auf Eltern zukommen kann. Der Schock sitzt dann tief, daher braucht es einen Schutz in Form von Aufklärung. Das gilt auch für Lehrkräfte. Eltern möchte ich sagen, dass sie nicht alleine sind in so einer Situation. Es gibt viele Familien, die Gleiches erleben.
Die Forderung, dass das hochbegabte Kind eben lernen müsse, seine Zeit einfach abzusitzen oder sich anzupassen, kommt von denen, die blind für die Bedürfnisse dieser Kinder sind. Dabei muss sich das Bildungssystem an allen Kindern orientieren, das System muss sich (auch im Sinne der Inklusion von Hochbegabten) den Kindern anpassen. Das verlangt schon Art. 24 der UN-CRPD. Bildungssysteme müssen so gestaltet sein, dass alle Menschen gleichberechtigt lernen können. Und gleichberechtigt ist das Gegenteil von Gleichmacherei.
Solange das System dies noch nicht vollends berücksichtigt, ist die Schulpflicht differenziert anzusehen, vor allem in der Durchsetzung. Daher steht für mich als erster Schritt immer die Suche nach der Ursache. Diese müsste zur Pflicht gemacht werden. Erst dann darf es weitere Maßnahmen geben. Diese können in Form von Therapien, Eingliederungsmaßnahmen, alternativen Angeboten und niederschwellige Hilfsangebote oder Bußgeldforderungen bestehen. Sie müssen zur Ursache passen, nachdem diese eindeutig geklärt sind.
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Zu den Hilfsangeboten gehören umfassend und in jeglichen Belangen geschulte Teams in speziellen Fachstellen zur Beratung bei Schulabstinenz. Diese sollten flächendeckend und unbürokratisch in Anspruch genommen werden können und mit den Schulen zusammenarbeiten. Das wären Ansätze, die hilfreich wären.
Ja, es gibt die großartigen Ansätze der Schulentwicklung, die ich sehr begrüße. Denn in diesen wird Schule von Kind aus gestaltet und nicht andersherum. Gerade hier können sich hochbegabte Kinder und Jugendliche sehr gut entfalten und ihren Eigenschaften entsprechend lernen. Es sind Systeme die Möglichkeiten der Öffnung und Individualisierung bieten, anstatt die Kinder in alte und für alle gleiche Strukturen zu pressen.
Und dann höre und erfahre ich wieder von solchen Geschichten und Schicksalen, in denen hochbegabte Kinder, die mit dem System nicht zurechtkommen, zwangsbeschult oder sogar zwangseingewiesen werden sollen. Das macht mich so traurig, wütend und fassungslos. In diesen Momenten merke ich, wie viel Arbeit noch im Veränderungsprozess steckt.
Abschließend gesagt finde ich, dass die Schulpflicht an sich eine gute Sache ist. Hierzu zitiere ich Stefan Ruppaner der sagt: „Schule muss der schönste Ort im Dorf oder in der Stadt sein“. Wenn das gegeben ist, wenn Schule ein Ort der freien Entfaltung und der Selbstwirksamkeit ist, in der jedes Kind aufgrund seines Potenzials und seinen Möglichkeiten gefördert und gesehen wird, dann ist die Schulpflicht sinnvoll.
Solange das nicht der Fall ist, bin ich dafür, dass die Schulpflicht in bestimmten Fällen, wie im Artikel beschrieben, gelockert wird und zunächst nach der Ursache geschaut wird. Die Bewältigung von Underachievement im Falle einer Hochbegabung sowie eine mögliche folgende Schulabstinenz braucht Zeit, Fingerspitzengefühl und Geduld. Den zusätzlichen Druck auf die Familien können wir uns schenken.
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Um es auf den Punkt zu bringen: Ich möchte etwas bewirken, was die Themen Hochbegabung und Underachievement angeht. Aus diesem Grund habe ich Angebote definiert, wie du mit mir zusammenarbeiten kannst.
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Nicht so spektakulär wie im März aber trotzdem schön präsentiert sich der 12. April. Hätte mein Mann mich nicht gefragt und wäre heute nicht der 12., wäre ich möglicherweise den ganzen Tag auf dem Sofa liegengeblieben. Aber ich bin froh, dass wir einen frühlingshaften Waldspaziergang gemacht haben.


Es ist halb neun und ich mache mich bereit, aufzustehen. Ich genieße es, am Wochenende auszuschlafen. Das kann 7.30 Uhr sein, aber auch mal 9.30 Uhr.

Um 10 Uhr stand ich dann in Wanderschuhen bereit für unseren Spaziergang. Heute in Winterjacke, denn die Luft war wirklich frisch mit ihren 8 Grad.

Es hat in der Nacht geregnet. Während ich auf meinen Mann wartete, entstand das Bild vom Blumenkübel, den meine Schwiegermutter noch bepflanzt hatte.

Das mit der Sonne wird heute sicher nichts bei den Wolken. Dafür aber ein schöner Ausblick ins Tal. Das Auto haben wir hier abgestellt, von hier ging es los.

Ein Baum-Stonehenge, so sah dieser Kreis aus verwilderten Baumstümpfen aus. Im Wald genoss ich die Stille und die frische Atmosphäre mit lautem Vogelgezwitscher. Eine ganz andere Welt.

Die erste Station war die "Dicke Eiche". Hierher führen 6 Wege aus verschiedenen Ortschaften. Früher wurde an diesem Ort einmal im Jahr eine gemeinsame Messe gehalten.

Wirklich sehr idyllisch präsentiert sich der Wald im Frühjahr. Blümchen, volle plätschernde Bäche, frisches Grün. Das liebe ich besonders.

Auch ein großer Steinbruch lag auf dem Weg. Davon gibt es hier mehrere. Als Kind habe ich zum Leidwesen meiner Eltern öfter in einem gespielt.

Zuhause gab es am frühen Nachmittag erst einmal Frühstück für mich. Ziegenkäse mit Bockshornklee und frischer Bärlauch aus Mamas Garten.

Nachmittags las ich noch ein paar Seiten Korrektur. Wort für Wort von hinten nach vorne in extragroßer Schrift. 124 Seiten Jahresrückblick für den Verein Menschen für Kinder e. V. So geht es am besten.

Ein Bademantelknoten zwischen den Saunagängen. Für uns eine Sonntagsroutinen. Wir haben eine eigene, für mich ist das immer wie ein Kurzurlaub.

Um 19.30 Uhr gab es noch eine kleine Schüssel Eierreis, denn ich hatte noch Hunger. Ein schöner Tag geht zu Ende und ich freue mich auf die Arbeit morgen.
Wenn es dir hier gefällt, lies auch gerne meinen Blog zu Hochbegabung und Underachievement.
Der März hat es in sich gehabt. Bezeichnend ist, dass er von zwei Todesfällen umrahmt war, aber es dazwischen lebendig war. Leben und Sterben gehören zusammen, es ist der Lauf des Lebens. Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt von den Trauerfällen erzähle, aber sie gehören dazu. Und sie machen etwas mit einem. Darüber werde ich sicher im April noch mehr erzählen. Jetzt aber erst einmal zu den Erlebnissen im März.
Am 12. März - passend zum 12 von 12 im März - besuchte ich die größte Bildungsmesse Europas, die didacta in Köln. Es war eine schöne Reise mit vielen wunderbaren Begegnungen. Sie begann frühmorgens mit dem Zug (Verspätungen inklusive). In Köln angekommen strömten viele Menschen zur Messe. Ich habe mir Zeit genommen, mich in Ruhe umzusehen und das ein oder andere Gespräch zu führen.
Vor allem die persönlichen Treffen sind mir in guter Erinnerung geblieben, u. a. mit den van der Meer-Sisters Kristin und Ulrike, mit Friederike Methemaekers von der DGhK e. V., Netzlehrer Bob Blume und Neurodivergenz-Influencerin Saskia Niechzial. Den Rückblick zur didacta kannst du gerne hier lesen. Ich habe mir einiges mit nach Hause genommen, was ich noch nachbereiten muss. Dazu bin ich bis heute nicht gekommen. Denn nach der Messe war ich erst einmal über eine Woche krank. Das kommt davon, dass ich so selten unter vielen Menschen unterwegs bin.

Ende März, nachdem ich wieder gesund war, fand in Wetzlar eine Lesung mit Schriftsteller Markus Mattzick statt. Ich habe Markus vor einigen Jahren kennengelernt, als ich veröffentlichte, dass ich ein Buch über Hochbegabung schreiben werde. Er sprach mit an und er lieh mir einige Bücher zu dem Thema aus. Seitdem sind wir im Kontakt. Er war es auch, der mich ermunterte, einen IQ-Test zu machen - aber das ist eine andere Geschichte.
Markus hat den dystopischen Roman "Ohne Strom" geschrieben und hielt nun im Drei Wetzlar eine Lesung. Wir meldeten uns dazu an und genossen den Abend sehr. Der Roman spielt in unserer Heimat in einem fiktiven Dorf (welches neben unserem liegt). Unter anderem las er von einer Boeing, die auf dem Flughafen Lützelinden notlandete und von Einkaufsmärkten, bei denen nichts mehr ging. Gerade in der heutigen Zeit ist das Thema ganz nah. Es gab einige Nachfragen, die Markus beantwortete. Nebenbei servierte das Team von Drei Wetzlar eine leckere Lauchsuppe. Wie gesagt, ein schöner Abend mit Freunden und interessanten Gesprächen.
Der März begann mit einer Trauerfeier meines Onkels. Er durfte weit über 90 Jahre alt werden. Also kam die Familie zur Trauerfeier zusammen, welche würdig gestaltet war. Der Tod bringt Menschen zusammen, die sich lange nicht gesehen haben. So war es schön, meine Cousinen und Cousins wieder einmal zu sehen, die in ganz Deutschland verstreut leben.
Leider endete der letzte Tag im März mit einem weiteren Todesfall in der näheren Familie. Dieser warf mich tatsächlich sehr aus der Bahn. Aber auch hier spürte ich, wie stark der Zusammenhalt einer Familie sein kann. Vor allem habe ich in diesen Tagen danach viel über das Leben dieser Person erfahren dürfen. Und es war ein wirklich sehr bewegtes Leben. Der Tod gehört dazu, auch wenn er uns alle überrascht hat.

Ich empfinde die Zeitqualität als sehr intensiv. So viele Geschehnisse und Konflikte weltweit, die Auswirkungen auf uns alle haben. Das gibt mir aber auch Gelegenheit, dazu zu lernen. Ich habe das Gefühl, ich war selten so bei mir wie gerade jetzt. Meine Selbstbeobachtung läuft auf Hochtouren. Ich grenze mich ab, wenn ich das Gefühl habe, es wird zu viel. Ich tauche ein, wenn ich mehr wissen möchte.
Ich merke aber auch, dass ich das Gefühl habe, mir läuft die Zeit davon. Ich habe so viele Ideen und Möglichkeiten im Kopf, dass es mir schwer fällt, Prioritäten zu setzen. Diese sind meist monetär gesteuert, denn das Geld muss fließen. Auf der anderen Seite möchte ich in anderen Dingen loslegen, fühle mich aber gebremst. Du merkst, es tanzen innere Konflikte in mir. Ich versuche es, leicht zu nehmen. Denn alles hat seine Zeit.
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Wenn ich auf den März zurückblicke, sehe ich, wie vielfältig er war. Vor allem der Einzug des Frühlings ist die schönste Sache, die ich hier betonen darf. Als ich nach der didacta über eine Woche krank war, und danach wieder draußen war, hat sich alles verändert. Die Bäume blühten, die Tulpen und Narzissen standen in voller Pracht, die ersten grünen Knospen an den Sträuchern waren zu sehen. Ich liebe den Frühling. Denn es hat etwas von Neubeginn. Alles duftet, die Luft wird wärmer und die Sonne kräftiger. Einfach eine grandiose Jahreszeit.
Der April ist nach Ostern wieder voller Aktivitäten. Ich freue mich auf das Blog-Summit Blogarella, aber auch auf eine Reise nach Horb im Neckar. Dort ist das Jahrestreffen von The Content Society von Judith Peters. Ich werde dort zwei Barcamps anbieten, einmal zu Selfpublishing und einmal zu Hochbegabung. Das wird sicher spannend. Vor allem freue ich mich darauf, die Menschen, die ich sonst nur online sehe bei unseren Co-Bloggings, auch einmal live und in Farbe zu sehen.
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Es war das erste Mal, dass ich einen Aprilscherz-Artikel in meinem Blog geschrieben habe. „IQ-Test hinfällig: Hochbegabung kann jetzt per Bluttest erkannt werden!“ Ich muss gestehen, es war ein überraschend großer Erfolg und die meisten hinterließen mir auf Social Media ein lachendes Smiley. Er wurde sogar von Administratoren in einer Hochbegabten-Gruppe geteilt. Ein paar überlegten, ob dies wirklich wahr ist und ich kassierte sogar einen negativen Kommentar. All das darf sein und zeigt, wie ernst und komplex das Thema ist. Darum kläre ich heute über meinen Aprilscherz auf und betrachte die ernste Wahrheit hinter der IQ-Diagnostik.
Ich habe tatsächlich länger überlegt, ob ich bei einem so sensiblen Thema wie Hochbegabung und Underachievement überhaupt einen Aprilscherz veröffentlichen darf. Judith Peters, bei der ich in der Blog-Community „The Content Society“ bin, ermutigte uns aber, es zu versuchen. Und ich ließ mich überzeugen.
Gemeinsam mit der KI Claude suchte ich nach Ideen, die ich für tragbar erachtete. Beim Brainstorming kam mir der Gedanke, mich auf den IQ-Test zu beziehen. Und schon war der Titel gefunden. Bereits ein paar Tage vorher hatte ich mich mit der Vererbung von Intelligenz beschäftigt, was gut dazu passte.
Also schrieb ich den Artikel über den IQ-Bluttest. Diesen veröffentlichte und verlinkte ich auf Social Media. Auf Instagram hatte ich in kurzer Zeit so viele Kommentare wie selten. Viele lachende Gesichter von Begabungsdiagnostikern, humorvoll-ironische Gegenkommentare von betroffenen Eltern aber hier und da auch skeptische Fragen, ob das denn wirklich stimme oder ein Aprilscherz sei.
Ein Kommentar auf LinkedIn war hingegen sehr kritisch. Das ist der Grund, warum ich diesen Artikel schreibe, denn ich möchte aufklären und sensibilisieren. Mir war es von Anfang an wichtig, dass ich in meinem Blogartikel direkt eine ausführliche Aufklärung gebe, dass es sich um einen Aprilscherz handelt. Wer ihn komplett gelesen hat, erhielt direkt die Auflösung. Trotzdem gehe ich in diesem Beitrag auf die Thematik ein und zeige, mit welchen Herausforderungen bezüglich der Intelligenz-Diagnostik Eltern konfrontiert sind.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer die Bürde ist, die Eltern von hochbegabten Kindern tragen. Es geht vor allem um die Diagnostik, denn eine Hochbegabung ist nicht automatisch beim ersten Test klar erkennbar. Vielmehr landen viele von unseren Kindern aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten in der Schule in einer ADHS-Diagnostik, wo die besondere Begabung manchmal nicht erkannt wird.
Auf der anderen Seite gibt es viele Steine, die uns Eltern in den Weg gelegt werden. Ich selbst habe viele Male weinend im Badezimmer verbracht, weil ich nicht mehr ein noch aus wusste. Vor allem, als unser Sohn die Schule vollends verweigerte, brach für uns eine Welt zusammen. Erst ein Jahr später wurde die Hochbegabung nach vielen klinischen Diagnostiken entdeckt.
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Der Gedanke, dass der IQ ganz einfach mit einem Blut gemessen werden könne, ist verführerisch. Es würde vielen Eltern Leid erspart bleiben. Oftmals merken Eltern, dass ihre Kinder clever sind, tiefgründige Fragen stellen, Spezialinteressen haben oder sprachlich äußerst eloquent sind.
Möglicherweise stehen unsere Kinder gerade deswegen vor großen Herausforderungen in der Schule und es fällt ihnen schwer, sich anzupassen. In meinem Blog habe ich unsere Geschichte aber auch unzählige andere Aspekte von Schulproblemen mit Hochbegabung betont. Eine aussagefähige und realistische Diagnostik ist ein Element davon.
Daher möchte ich auf einige Punkte eingehen, welche die Komplexität der Situation aufzeigt. Denn genau so haben wir unsere Situation damals empfunden. Wir waren stets auf der Suche nach der Ursache, warum unser Sohn in der Schule struggelt.
Wenn ein besonders begabtes Kind in der Schule Probleme hat, und die Leistungen nicht zu dem Potenzial zu passen scheinen, beginnt die Suche nach der Ursache. Ich habe als Mutter die Situation stets als sehr komplex empfunden. Wir fragten uns, was wirklich hinter dem Verhalten unseres Sohnes steckt, der in der Grundschule ein Klassenclown war und ihm zahlreiche Verrücktheiten im Unterricht einfielen.
So fanden wir uns zunächst in der ADHS-Diagnostik wieder, später in einer Autismus Spektrum Störung-Diagnostik (ASS). Sogar Depression war im Verdacht. Jedoch wurde die Hochbegabung erst mit 16 Jahren entdeckt, als unser Sohn einen IQ-Test in einer Begabungsdiagnostik machte. Zu dieser Zeit befand er sich bereits ein Jahr in der Schulverweigerung. Ich hatte viele Jahre hinter mir, in der ich unsere Situation wieder und wieder erklären musste. Das macht einen mürbe.
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Es ist ein Irrglaube, wenn du einen IQ-Test machst, dass du dann sofort ein verlässliches Ergebnis hast. Das ist die komplizierte Seite der IQ-Tests. In unserem Fall hat unser Sohn erst eine überdurchschnittliche Begabung aufgezeigt, dann Normalbegabungen und sogar Minderbegabungen. Es hing stets von seiner Motivation ab, die teils am Boden war. Erst in der Begabungsdiagnostik zeigte er sein ganzes Potenzial.
Das bedeutet, dass das Wohlbefinden des Kindes beim Test eine große Rolle spielt. Vertrauen und eine wertschätzende, zugewandte Atmosphäre sind entscheidend. Im Rahmen einer defizitorientierten klinischen Diagnostik ist das nicht immer der Fall. Zudem gewinnt ein geschulter Begabungsdiagnostiker aus den Beobachtungen wertvolle Hinweise, die in einem Gutachten als Empfehlungen für die Schule formuliert werden können.
Auf den Weg zu einer verlässlichen und endgültigen Diagnostik liegen in manchen Fällen Fehldiagnosen. Bis heute wissen wir nicht, ob unser Sohn wirklich ADHS hatte. Der Psychologe, der ihn mit 17 Jahren auf Depression untersuchte, sagte etwas Überraschendes. Es gäbe keine Hinweise auf ADHS, ASS oder Depression. Seine Auffälligkeiten und Herausforderungen lägen im heterogenen Begabungsprofil begründet. Lagen wir also jahrelang falsch, oder hatte sich das ADHS im Laufe der Zeit verändert oder gar ausgewachsen?
Auf der anderen Seite gibt es Doppeldiagnosen, die unter dem Begriff der twice exceptional students zusammengefasst sind. In manchen Fällen bleibt eine Hochbegabung zunächst unentdeckt, weil das Masking durch das ADHS das Zeigen des Potenzials unmöglich macht. Es gibt aber auch andere Fälle, in denen eine Hochbegabung erkannt wird, aber das gleichzeitig vorliegende ADHS nicht. Diagnostik ist sehr komplex, ich denke, das wird in diesen Fällen deutlich. Es braucht erfahrene Diagnostiker, die auf beiden Gebieten Kompetenzen und Erfahrung besitzen.
Manche hochbegabten Kinder, vor allem Mädchen, passen sich früh in der Schule an, um nicht aufzufallen. Sie fliegen sozusagen unter dem Radar. Das geht so weit, dass diese Kinder ihre Noten absichtlich nach unten anpassen, um nicht aufzufallen. Sie fürchten, dass sie als Streber gelten und ihren Anschluss an andere Kinder verlieren könnten. Du kannst dir vorstellen, welch große Anpassungsleistung dies bedeutet und welche stillen Folgen das haben kann.
In einem IQ-Test kann es sogar dazu führen, dass sie auch hier ihr volles Potenzial nicht zeigen. Das Masking ist ein Zeichen dafür, dass das Kind unter Druck steht. Es braucht ein besonderes Fingerspitzengefühl beim Diagnostiker, um hinter die Fassade zu blicken und das Potenzial dennoch zu erkennen.
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Es ist nicht so, dass ich nach der Entscheidung für einen IQ-Test sofort einen Termin erhalte. Wie ich in diesem Artikel über den IQ und wie er gemessen wird, beschreibe, gibt es einige Wege dorthin. Er kann im Rahmen einer klinischen Diagnose stattfinden, bei dem Hochbegabtenverein Mensa als Gruppentest oder aber bei einem Begabungsdiagnostiker. Für die Diagnostiken einen Termin zu erhalten, kann teilweise sehr lange dauern.
Aber auch die Kosten sind für viele Eltern ein Problem. So muss eine Begabungsdiagnostik inkl. Gutachten aus eigener Tasche bezahlt werden, da die Krankenkassen dies nicht übernehmen. Das ist für viele Familien schlichtweg unmöglich. Hinzu kommt, dass diese Tests von einigen Lehrkräften angezweifelt werden, da sie „bezahlt“ sind. Hier beginnt ein Teufelskreis, der das Leben von diesen Familien nicht einfacher macht. Dabei ist es so wichtig, Spezialisten zu finden, die sich wirklich mit den Eigenschaften von Hochbegabung auskennen.
Dazu eine Anekdote: In einem IQ-Test werden u. a. die Werte Sprachverständnis, Arbeitsgedächtnis, räumlich-visuelles Wahrnehmungsvermögen und Verarbeitungsgeschwindigkeit gemessen. Bei unserem jüngeren Sohn gab es einen Abstand in der Verarbeitungsgeschwindigkeit von 40 Punkten nach unten zu den anderen Werten. Die Psychologin sagte uns, dass aufgrund dieses Wertes ein ADHS (ohne Hyperaktivität) vorliegen würde. Ein Begabungsdiagnostiker in einer späteren Diagnostik führte den niedrigen Wert auf seinen Perfektionismus zurück. Unser Sohn überlegte einfach sehr lange aus Angst vor Fehlern und Unsicherheit, bevor er die richtige Antwort gab.
Bei allen Stolpersteinen, die ich erwähnt habe und von denen es sicher noch mehr gibt, bleibt eine Frage übrig. Was passiert nach der IQ-Diagnose? Denn die Intelligenz-Diagnostik ist oft nur der erste Schritt, um Klarheit zu erhalten. Was danach beispielsweise im Klassenzimmer passiert, ist der wichtigere Teil.
Klar ist, dass viele Lehrkräfte zu Hochbegabung und Underachievement immer noch nicht ausreichend informiert oder weitergebildet sind. Neurodivergenzen sind immer noch ein stiefmütterlich behandelter Teil der Lehramtsausbildung. Dazu fehlt bei manchen die Offenheit, sich mit dem Thema zu beschäftigen und Vorurteile über Bord zu werfen.

Wenn das Gutachten und die IQ-Ergebnisse dann schlimmstenfalls in der Schublade landen, ist die Diagnostik obsolet. Sicher hilft sie den Beteiligten, ihre Situation besser annehmen zu können, weil sie jetzt einen Namen hat. Doch es braucht aktive und auch mutige Eltern, die das Ergebnis in die Schule tragen und sich für das Wohlergehen ihres Kindes einsetzen.
Die Angst vor Stigmatisierung ist dabei groß. Ebenso, dass das Kind durch die Diagnose abgestempelt wird und eine hohe Leistung vorausgesetzt wird. Daher ist die Diagnose nur so wertvoll wie die Maßnahmen, die aus ihr folgen. Enrichment, Drehtürmodell, individuelle Maßnahmen - all das sind Hebel, um Hochbegabte in der Schule zu fördern.
Der ganzheitliche Blick auf das Kind, den Eltern und Lehrkräfte gemeinsam vornehmen sollten, ist dabei unerlässlich. Nur so gelingt es, nach der Diagnostik sinnvolle Lösungen folgen zu lassen. Das Ziel ist, dass sich unsere Kinder in der Schule wohlfühlen, sich gesehen und angenommen fühlen und dass sie aufgrund dessen ihre PS auf die Straße bringen.
Daher bleibt mein Eindruck, dass mein Aprilscherz gut platziert war, und ich möchte nichts zurücknehmen. Er hat für Aufmerksamkeit gesorgt, auch bei den Menschen, die sonst über das Thema hinweglesen. Der Bedarf an echten und zugänglichen Lösungen ist groß. Ich wünsche mir daher mehr Verständnis und niederschwellige Lösungen für Familien mit hochbegabten Kindern sowie Mut von Lehrkräften, kreative Lösungen zu finden.

5 Möglichkeiten, wie du 2026 mit mir arbeiten kannst!
Um es auf den Punkt zu bringen: Ich möchte etwas bewirken, was die Themen Hochbegabung und Underachievement angeht. Aus diesem Grund habe ich Angebote definiert, wie du mit mir zusammenarbeiten kannst.
Wenn du Elternteil bist oder (angehende) Lehrkraft und mehr über die Themen Hochbegabung und Underachievement erfahren möchtest schau gerne direkt hier:
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