Unsere Kinder haben die Schule verweigert. Ich weiß, dass vielen Hochbegabten vorgeworfen wird, dass sie das Lernen nicht gelernt haben und deswegen spätestens in der Mittelstufe in der Schule scheitern, wie es bei uns war. So habe ich auch lange Zeit gedacht. Aber ist das wirklich so? Und welche Lernstrategien sind für hochbegabte Kinder besonders geeignet? Benötigen sie überhaupt Lernstrategien oder gibt es andere Wege, sie zum Lernen zu motivieren? Ich widme mich daher heute den besten Lernstrategien für hochbegabte Kinder in der Schule.

Von kognitiven Lernstrategien hin zu metakognitiven Lernstrategien

Wenn Hochbegabte lernen wollen, geschieht dies nicht aus einer bewussten Entscheidung oder aus einem äußeren Zwang, sondern wird aus einem starken inneren Drang heraus gesteuert. Dieser natürliche Drang, sich neues Wissen oder neue Fertigkeiten anzueignen, ist bei ihnen besonders stark ausgeprägt. Wenn du ein hochbegabtes Kind in der Familie hast, kennst du sicher das Bedürfnis deines Kindes nach ständig neuem Input.

Möglicherweise kennst du auch die Situation, wenn dein hochbegabtes Kind in die Schule kommt, dass es bereits nach kurzer Zeit resigniert (siehe dazu auch mein Video). Da ist guter Rat teuer, denn oft fehlen Ansätze, das Kind zum Mitmachen zu bewegen. Ich spreche bewusst nicht vom Lernen, denn das möchte es durchaus. Es ist die Art des Lernens, wie es in der Regelschule praktiziert wird, die zu dem hochbegabten Kind nicht passt. Schauen wir uns daher die Lernstrategien im Einzelnen an.

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Kognitive Lernstrategien – Informationen aufnehmen, verarbeiten speichern

Das Ziel von Lernen ist es, dass das Kind die Informationen im Gedächtnis behält. Als Lernmethoden kommen das Auswendiglernen, das Abschreiben, das laute Wiederholen oder Karteikarten zum Einsatz. Das sind gute Strategien, um Vokabeln oder Formeln zu lernen. Was hier noch nicht gelingt ist der Transfer. Das Lernen bleibt zunächst an der Oberfläche und getrennt von den eigentlichen Inhalten.

Wenn ich zurückdenke, wie schwer sich unser älterer Sohn mit dem Vokabellernen getan hat, kann ich den Beweggrund dahinter nachvollziehen. Es hat für ihn erst einmal wenig Sinn gemacht. Als es jedoch thematisch um Land und Leute ging, war er voll dabei. Unser jüngerer Sohn hingegen hat die Vokabeln einmal gelesen und nahezu beherrscht. Wiederholungen waren für ihn schwierig, da er sie schon konnte. Er verfügt über ein fast fotografisches Gedächtnis.

Der Lernstoff erzeugt neues Wissen, der Transfer wird ermöglicht

Daneben können komplexe Inhalte durch Mindmaps, Tabellen, Übersichten, Zusammenfassungen oder durch das Erstellen von Gliederungen besser erfasst werden. Was für viele Schüler eine große Hilfe bedeutet, wirkt bei Hochbegabten oft als Hemmschuh. Denn diese Strukturen schränken sie oft ein und verlangsamen für sie den Lernprozess, sodass Widerstand entsteht.

Neben diesen Wiederholungsstrategien gibt es auch Elaborationsstrategien. Das bedeutet, dass neues Wissen mit Vorwissen verknüpft wird. Diese Strategie fördert ein tieferes Verständnis und ist wirksamer für das nachhaltige Lernen. Hochbegabten kommt dies eher entgegen, da ihr Bedürfnis nach Sinn und Zusammenhang erfüllt wird. Die Frage ist jedoch, welche Tiefe zugelassen wird, oder ob das zu erlernende Wissen eher an der Oberfläche bleibt.

Lernstrategien in der Schule
Welche Lernstrategie ist die beste für Hochbegabte?

Soziale Lernstrategien – miteinander und voneinander lernen

Das voneinander Lernen ist erst einmal eine gute Sache. Es gibt viele Hochbegabte, die ihr Wissen gerne weitergeben. Partnerarbeit, Gruppenarbeit, gegenseitiges Erklären oder Diskussionen könnten als sinnvolle Maßnahmen angesehen werden. Es sorgt für einen Perspektivwechsel und ermöglicht das Vertiefen des Wissens durch Erklären.

Hier sollte man berücksichtigen, dass Hochbegabte oft mit Passungsproblemen kämpfen. Das kann zum einen an ihrem niedrigen Selbstwert liegen, da sich hochbegabte Kinder und Jugendliche oft fehl am Platz oder falsch fühlen (Aliengefühl). Ihrem mangelnden Zugehörigkeitsgefühl liegen andere Interessen und Einstellungen zugrunde. Sie sagen oft, dass sie eine andere Sprache sprechen und dass andere sie nicht verstehen. Das kann zu Konflikten führen.

Das Üben der sozialen Interaktion versus das Wohlbefinden von hochbegabten Kindern

Brisant kann es werden, wenn Hochbegabte in solchen zusammengewürfelten sozialen Konstruktionen untergehen. Natürlich ist das Üben der sozialen Interaktion wichtig. Aber es könnte bei Hochbegabten bewirken, dass sie sich noch weniger zugehörig fühlen. Ihr Gefühl des Andersseins wird in solchen Momenten stark spürbar. Dazu kommt, dass sich Hochbegabte aufgrund ihres schnellen Denkens und Schlussfolgerns ausgebremst fühlen. Das ist dann eine doppelte Belastung, warum einige hochbegabte Kinder solche Situationen am liebsten vermeiden würden.

Viele Hochbegabte sind zudem hochsensibel. Diese Reizoffenheit bringt eine Hochbegabung oft mit sich. Unser jüngerer Sohn wurde in der Grundschule nach über zwei Jahren von seinem sehr ruhigen Freund weggesetzt und an einen Gruppentisch mit lautstarken Kindern platziert. Das war einer der Gründe, warum er bereits in der Grundschule psychosomatische Beschwerden, wie Kopf- und Bauchweh zeigte und in eine mehrwöchige Schulverweigerung ging. Die Lehrerin machte glücklicherweise diesen Schritt rückgängig.

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Motivationale Lernstrategien – zum Lernen motivieren, aber wie?

Das Beste, was hochbegabten Schülerinnen und Schülern passieren kann ist, dass ihre intrinsische Motivation angeregt wird. Dann geraten sie in einen Flow und erarbeiten sich den Lernstoff auf ihre Weise. Wenn das Lernen so angestoßen wird, entspricht dies ihrem Lernbedürfnis nach Interesse oder Neugier und erfüllt ihre Freude am Denken und Verstehen von Sachverhalten. Ich denke, es ist die beste Form, zu lernen.

Oft geschieht das Lernen aufgrund einer extrinsischen Motivation. Schülerinnen und Schüler lernen für gute Noten, für ein Lob, für Belohnungen oder zur Vermeidung von Strafen. Sie möchten gute Ergebnisse erreichen, um ihre Eltern zufrieden zu stellen oder dass sich Lehrkräfte freuen und sie Bestätigung erhalten.  

Müssen Hochbegabte das Lernen lernen
Warum lernen Schülerinnen und Schüler? Die Motivation entscheidet!

Durchhaltevermögen dank Dopaminausstoß

Viele Schülerinnen und Schülern können sich trotz eines erlebten Frustes konzentrieren. Sie sind in der Lage, Ablenkungen zu vermeiden und ihre eigene Motivation zu steuern. Die Ursache ist organisch zu finden. Denn jedes erlebte Erfolgserlebnis beim Lösen von Aufgaben wird mit einem Dopaminausstoß belohnt. Daher liegt das Anspruchsniveau der Aufgaben immer etwas über dem, was die Kinder bereits können, um dies zu befeuern.

Bei Hochbegabten wirkt dieser organische Mechanismus selten. Sie wissen und können bereits vieles, wenn sie in die Schule kommen, ihnen fällt alles zu. Daher können sie in den ersten Klassen ihre mögliche Unaufmerksamkeit gut kompensieren. Leider bleiben die Glücksgefühle aus. Dazu kommt, dass extrinsische Motive bei ihnen schwächer wirken, da es ihnen oft unwichtig ist, was andere über sie denken. Dazu kommt, dass Aufgaben, die für sie sinnlos erscheinen, schnell zu einer Verweigerungshaltung führen können.

Metakognitive Lernstrategien – steuern und überwachen

Lernen kann man auch aus einer Metaebene betrachten. Hier gelangen wir in den Bereich der Selbstregulation bzw. des selbstregulierten Lernens. Du kannst dir das so vorstellen, als ob die Kinder sich selbst über die Schulter schauen und aus einer übergeordneten Ebene betrachten, was sie da eigentlich machen und warum. Dabei gibt es drei Schritte.

Der Lernprozess beginnt bei der Planung. Die Kinder setzen sich eigene Ziele, z. B. was sie in einem bestimmten Zeitraum lernen möchten. Sie üben dabei, ihre Zeit einzuteilen, legen ihre Vorgehensweise fest und wählen das entsprechende Material. Das alles muss von einer Lehrkraft angeleitet und gemeinsam immer wieder geübt werden. Selbstwirksam lernt das Kind dabei, seine eigenen Fähigkeiten und Motivation einzuschätzen und es in eine gute Planung umzusetzen. Das ist der Beginn des selbstorganisierten Lernens.

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Nach der Durchführung kommen die Reflektion und Anpassung

Der zweite Schritt ist die Durchführung. Die Kinder gehen in den Lernprozess und beobachten ihre Fortschritte dabei. Gewisse Leitfragen helfen dabei, die von der Lehrkraft vorgegeben oder gemeinsam erarbeitet wurden. Das Kind fragt sich, ob es alles wirklich verstanden hat. Bei schwierigen Stellen kann es die Lehrkraft fragen und letztendlich seine Lernstrategie anpassen.

Nach dem Lernen kommt die Reflektion. Was hat im Lernprozess gut funktioniert? Wo kann ich besser werden? Was hat mich daran gehindert zu lernen? Was kann ich nächstes Mal besser machen? Noch einmal: Diese metakognitiven Strategien müssen angeleitet und gelernt werden. Mit dieser Strategie sind Hochbegabte wunderbar in der Lage, ihren Drang nach Selbstbestimmung auszuleben.

Die besten Lernstrategien für hochbegabte Kinder in der Schule

Betrachten wir einmal die Merkmale von Hochbegabten auf der einen Seite und die Lernvoraussetzungen und Lernstrategien in der Schule auf der anderen Seite. Dann stellen wir fest, dass diese selten miteinander harmonieren. Auch, wenn hochbegabte Kinder und Jugendliche vermeintlich gut durch die Schule kommen und sich gut anpassen können, so bleibt doch der leise Zweifel, ob sie sich wirklich wohlfühlen und Freude am Lernen haben. Über die Folgen einer stillen Unterforderung haben ich bereits einen Artikel geschrieben.

Weniger Üben und Wiederholungen - mehr Transfer und Selbstbestimmung

Kognitive Lernstrategien können hochbegabte Kinder behindern, wenn es rein um Wiederholungen und Übungen geht. Sie möchten schneller vorangehen, weil sie aufgrund ihrer schnellen Auffassungsgabe zügiger in der Lage sind, einen Transfer herzustellen. Werden sie jedoch ausgebremst, beginnen sie sich zu langweilen. Ihre natürliche Lernfreude wird gestoppt.

Ein Beispiel: Soll ein Kind als Hausaufgaben den Buchstaben A auf zwei Seiten schreiben, wird es nach einer Zeile den nächsten Buchstaben fordern. Das Buchstabenlernen in der Grundschulzeit unseres älteren Sohnes endete oft mit wütend radierten Löchern im Heft oder zerbrochen Stiften. Unser Sohn hat es einfach nicht verstanden, warum er abwarten muss, bis der nächste Buchstabe drankommt.

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Hochbegabt gescheitert Susanne Burzel

Weniger Zwangsgemeinschaften - mehr freie Wahl der schulischen Lernpartner

Soziale Lernstrategien sind im Grunde genommen eine gute Möglichkeit, in der jeder seine Expertise zeigen kann. Leider wird dies eingeschränkt durch feste Klassenstrukturen, wie sie in der traditionellen Regelschule vorhanden sind. Erst, wenn sich der Unterricht öffnet und jahrgangsübergreifendes Lernen ermöglich wird, kann ein gewinnbringender Austausch auch für Hochbegabte erfolgen. Über das ideale Schulsystem für hochbegabte Kinder habe ich hier geschrieben.

Einige haben Freude daran, jüngeren den Lernstoff zu erklären. Andere genießen es, wenn sie sich mit älteren Schülerinnen und Schülern austauschen dürfen. Denn Hochbegabte sind in ihrer kognitiven Entwicklung oft voraus. Das jahrgangsübergreifende Lernen macht Klassensprünge oder schulinterne Drehtürmodelle überflüssig und wäre ein Gewinn für alle. Die Alemannenschule Wutöschingen mit ihrem ehemaligen Schulleiter Stefan Ruppaner ist ein wunderbares Beispiel dafür. Er hat darüber ein Buch geschrieben, sieh dir hier die Buchempfehlung an.

Die intrinsische Motivation wirkt als stärkster Faktor bei Hochbegabten in der Schule

Motivationale Lernstrategien sind eine sehr gute Möglichkeit, hochbegabte Kinder zu motivieren. Während jedoch extrinsische Motive bei ihnen oft ohne Wirkung bleiben, ist die intrinsische Motivation ein wesentlich größerer Hebel. Hochbegabte lernen gerne, wenn sie einen Sinn darin sehen. Daher ist die Klärung der Sinnhaftigkeit für sie elementar, wie es auch Bob Blume in seinem Buch "Warum noch lernen" fordert. Der Fokus sollte für sie eindeutig hierauf liegen, denn das ist ein wichtiger Hebel für die Anstrengungsbereitschaft und Leistungserbringung.

Unser älterer Sohn hinterfragte regelmäßig den Deutschunterricht. Niemand erarbeitete mit ihm gemeinsam den Sinn dahinter. Also resignierte er und saß irgendwann nur noch apathisch im Unterricht. In anderen Fächern hingegen freuten sich die Lehrkräfte über seine immens hohe Motivation. In Mathe betonte der Lehrer, wie außergewöhnlich es sei, dass er ungewöhnliche Lösungsansätze habe. Auch in Politik und Wirtschaft freute sich der Lehrer über einen endlich am Lernstoff interessierten Schüler, mit dem er bis in die Tiefe Themen auseinandernehmen konnte.

Hochbegabte haben oft andere Interessen
Hochbegabte haben oft andere Interessen als viele andere Gleichaltrige.

Mein persönliches Fazit aus Sicht einer Mutter von zwei hochbegabten Kindern

Unsere Kinder hatten ganz unterschiedliche Herausforderungen mit dem Lernen in der Schule zu bewältigen. Letztendlich ist das Schulsystem an beiden gescheitert, sie verweigerten beide irgendwann den Schulbesuch. Eine wirkliche Inklusion von Hochbegabten findet derzeit selten statt. Dazu fehlt vielen Lehrkräften das Wissen über die Eigenschaften von Hochbegabung, weil sie es in ihrer Lehramtsausbildung nicht gelernt haben.

Aus unseren Erfahrungen heraus, aus den vielen Gesprächen mit anderen Eltern und dem Kontakt mit vielen Lehrkräften, die sich für eine moderne Schulentwicklung stark machen, bleibt für mich das Fazit, dass das selbstregulierte Lernen ab Klasse 1 oder bereits im Kindergarten beginnend die beste Lernstrategie für hochbegabte Kinder ist. Es schärft die Sinne für das eigene Lernverhalten und ermöglicht Anpassung, wo es nötig ist. Wenn dazu noch eine positive Haltung von Lehrkräften und Eltern kommt, oder Konzepte wie das Growth Mindset umgesetzt werden, ist das hilfreich. Ich wünsche mir, dass sich Schule weiterhin in die Richtung dieser förderlichen Lernstrategien auch für Hochbegabte bewegt.

Susanne Burzel Autorin

Weiterbildung für Lehrkräfte - Workshops in Schulen mit Susanne Burzel:

Underachievement bei Hochbegabung erkennen und wirksam begegnen

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Wann warst du das letzte Mal auf einem Spielplatz? Meine Kinder sind mittlerweile erwachsen, aber ich habe den Abenteuerspielplatz wieder für mich entdeckt. Nicht, dass ich da regelmäßig hingehe, trotzdem möchte ich einige Vergleiche ziehen. Ich habe es ganz bewusst zu meinem Jahresmotto für 2026 gemacht: Abenteuerspielplatz Leben – ich geh schaukeln. Denn es gibt so viele Analogien, die ich heute ergründen möchte.

Kennst du den Spruch: „Mir reichts, ich geh schaukeln“?

Allgemein markiert dieser Spruch den Wunsch nach einer Auszeit, wenn dir mal wieder alles zu viel wird. Beim Schaukeln kannst du wunderbar alles loslassen und vergessen, was dich nervt. Aber es geht beim Schaukeln noch um etwas anderes. Du holst immer wieder neuen Schwung, genießt es, in die Höhe getragen zu werden und die Welt mit anderen Augen zu sehen.

Als ich zu meinem Mann gezogen bin, stand im Garten ein großer Apfelbaum. An einem der starken Äste war eine lange Schaukel befestigt. Unsere Kinder haben es geliebt und auch ich habe mich manchmal draufgesetzt, und habe geschaukelt. Schaukeln erzeugt bei mir ein Kribbeln im Bauch, wenn es immer höher geht. Der Apfelbaum ist mittlerweile fort, aber die Erinnerung ist geblieben.

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Schaukeln ermöglicht neuen Schwung

Kürzlich war ich auf einem Seminar in Österreich. Und auch dort stand ein mächtiger Baum mit einer großen Schaukel daran. Ich habe die Auszeiten genossen, in denen ich einfach nur schaukelte. Beim Schaukeln geht es für mich weniger darum, mich trotzig herauszunehmen und frustriert alles hinter mir zu lassen. Sondern vielmehr darum, neue Blickwinkel zu erhalten.

Mit dieser Schaukel brauchte ich auch Mut, mich immer höher zu schwingen und die Grenzen auszureizen. Das ist genau das, was wir im Leben immer wieder benötigen: Mut, raus aus unserer Komfortzone zu kommen, neuen Schwung zu holen und den Kopf freizubekommen für neue Ideen. Und gleichzeitig es einfach nur zu genießen.

Mein Abenteuerspielplatz Leben – es gibt noch mehr zu entdecken

Ein Abenteuerspielplatz lädt dazu ein, vieles zu entdecken. Stell dir vor, du bist ein neugieriges Kind, welches staunend vor den Möglichkeiten steht. Du wirst vielleicht erst einmal überall herumlaufen, um einen groben Überblick zu erhalten. Dann wirst du innehalten und dir ein Spielgerät aussuchen. Vielleicht läufst du erst zur eindrucksvollen Rutsche.  

Die Rutschbahn – hoch hinaus und mit Schwung hinunter

Auf einem richtigen Abenteuerspielplatz gibt es eine riesige Rutschbahn. Vielleicht musst du erst einmal suchen, wo es hinaufgeht. Oft gibt es verschiedene Wege, zum Ziel zu gelangen. Mal über eine Sprossenleiter, mal über ein Netz oder einfach über eine Treppe. Meist ist um die Rutsche herum ein ganzes Piratenschiff oder eine Ritterburg mit vielen verwinkelten Ecken und Räumen gebaut.

Bis du also zum Rutschen kommst, kannst du auf dem Weg dorthin so viel entdecken. Du triffst andere Menschen, bleibst stehen, entscheidest dich neu, aber behältst dein Ziel trotzdem immer im Auge. Denn du willst ja die große Rutsche hinunterrutschen. Wenn du dann schließlich den Eingang zur Rutsche findest, setzt du dich aufgeregt hin und genießt den Weg nach unten.

Abenteuerspielplatz Leben
Wo ist die Rutschbahn? Es gibt viel zu entdecken auf dem Abenteuerspielplatz Leben!

Neue Wege entdecken und den Schwung mitnehmen

Ich mag an diesem Bild besonders die Möglichkeiten, neue Wege zu entdecken. Zu schauen, was sich hinter dieser Ecke oder jener Höhle befindet. Das Entdecken von neuen Möglichkeiten, die mich meinem Ziel immer näherbringen, wird mich durch das ganze Jahr begleiten. Ich habe viele Pläne bezüglich Lesungen und Workshops sowie den Besuch von Bildungsforen und auch die Teilnahme daran.

Das Wichtigste ist für mich, offen zu bleiben und daran zu glauben, dass ich mein Ziel stets erreiche. Wenn ich am Ende des Jahres zurückblicke, möchte ich mich so fühlen wie ich es in meinem Jahresrückblick 2025 beschrieben habe. Getragen von meinem Weg und meinen Erfolgen setze ich mich hin und genieße die Abfahrt auf der Rutsche.

Geburtstagsspruch
Mein Spruch seit dem letzten Juli (Geburtstag), der mich noch bis Mitte 2026 begleiten wird.

Der Sandkasten – nach Schätzen graben oder einfach nur Kuchen backen

Wenn Kinder nach dem Toben ein wenig Ruhe brauchen, fällt ihr Interesse auf den Sandkasten. Bepackt mit Förmchen und einer Schippe setzen sie sich mittenrein und experimentieren mit dem, was da ist. Vielleicht backen sie fokussiert einen Sandkuchen nach dem anderen mit den Förmchen, die sie mitgebracht haben.

Vielleicht graben sie ein großes Loch, um zu sehen, wie tief der Sandkasten ist oder ob jemand einen Schatz hinterlassen hat. Sand in einem Sandkasten ist eine schöne Metapher dafür, dass wir unser Leben selbst gestalten dürfen. Wir sehen die Oberfläche mit Mustern, Wellen oder kleinen Pünktchen, die der letzte Regen hinterlassen hat. Es ist das Offensichtliche, mit dem wir immer arbeiten können.

Im Sand lassen sich wahre Schätze heben

Graben wir tiefer, wird der Sand dunkler und schwerer. Was hier auf uns wartet sind wahre Schätze. Diese zu heben ist eine Herausforderung, aber auch etwas Wunderbares. Denn die Schätze können sich als hinderliche Glaubenssätze herausstellen, die wir hinterfragen dürfen. Es wartet in der Tiefe aber auch unsere Essenz, die wir leben dürfen.

Ich liebe es, im Sandkasten zu sitzen und nach meinen Schätzen zu suchen und alte Dinge über Bord zu werfen. Über meine persönliche Schatzkiste habe ich im letzten Jahr einen Artikel geschrieben. Für das Heben der Schätze brauche ich immer ein wenig Ruhe, um mich darauf einzulassen. Vor allem ist es ein Prozess, der mich seit Jahren begleitet, und der für mich auch dieses Jahr weitergeht.

Im Sandkasten Schätze heben
Im Sandkasten kannst du bauen oder nach Schätzen graben.

Die Wippe – stetig auf und ab in Teamarbeit

Nachdem das Kind sich im Sandkasten ausgeruht hat, fällt sein Blick auf die Wippe. Um wippen zu können, braucht es ein anderes Kind, welches es direkt findet. Es setzt sich also auf die eine Seite, während das andere gegenüber Platz nimmt. Sie stoßen sich abwechselnd vom Boden ab, schwingen hoch und wieder hinunter.

Manchmal hält das eine Kind die Wippe unten, sodass das obere mit zappelnden Beinen in der Luft schwebt. Das macht Spaß und die Spannung steigt, wann es weitergeht. Was die Wippe uns schön zeigt, ist der Rhythmus des Lebens. Hoch und runter, hell und dunkel, Sommer und Winter, Ebbe und Flut. Das ist die Polarität, die uns im ganzen Leben begleitet.

Wippe auf einem Spielplatz
Wippen geht nur in Teamarbeit - alles andere ist Stillstand.

Mit dem Rhythmus des Lebens mitgehen

So sieht es auch in meinem Leben aus. Es gibt gute Zeiten, in denen alles glatt läuft und Zeiten, in denen es holprig ist. Schon lange habe ich mich von dem Gedanken verabschiedet, dass immer alles gut laufen muss. Ich jage diesem Gedanken nicht hinterher. Vielmehr ist es tröstlich für mich zu wissen, dass nach jedem Regen auch wieder die Sonne scheint. So kann ich die holprigen Zeiten im tiefen Vertrauen besser durchstehen. Das zu Lernen war ein jahrelanger Prozess.

Manchmal funktioniert die Umsetzung von Vorhaben auch nur in Teamarbeit. Ich bin ein Mensch, die im Grunde genommen lieber für sich allein arbeitet. Doch anstelle allein auf der Wippe zu sitzen habe ich im letzten Jahr entdeckt, wie sehr mir Netzwerken Freude machen kann. Besonders in meiner Arbeit als Autorin und Impulsgeberin für Hochbegabung ist es hilfreich, neue Kontakte zu knüpfen, um über die Themen Hochbegabung und Underachievement noch intensiver und breiter aufklären zu dürfen.

Hochbegabt gescheitert Susanne Burzel

Die Geschichte meines älteren Sohnes ist ganz ähnlich wie die von Markus - 2 Jahre Schulverweigerung inklusive. In meinem Buch "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich" kannst du mehr über all die Herausforderungen, die wir bewältigen mussten, erfahren.

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Mein Motto für 2026: Abenteuerspielplatz Leben – es gibt viel zu entdecken

Im letzten Jahr war ich auf verschiedenen Body Resonance®-Seminaren. Der Seminarleiter David Crean fragt uns stets zu Anfang, was wir von diesem Seminar erwarten oder was wir mitbringen. Meine Antwort ist seit dem letzten Jahr immer die Gleiche: „Nichts“. Oder anders gesagt: „Ich lasse es auf mich zukommen. Das hier ist ein Abenteuerspielplatz und ich begegne allem wie ein neugieriges kleines Kind“.

Interessant ist, dass ich dabei immer wieder von den Ereignissen überrascht werde. Oft stehe ich mit offenen Augen und offenem Mund da, was jetzt gerade wieder passiert ist. Manchmal sind es alte Themen, die schmerzlich hochkommen, dann sind es wieder magische Momente, die passieren. Alles hat seinen Sinn und alles kommt zur richtigen Zeit. Im Grunde genommen ist mein Motto für das Jahr 2026 eher ein Lebensmotto. Daher bin ich gespannt, wie lange es mich begleiten wird.

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Ich gehe und spiele mit dem, was kommt und bleiben offen

Ich freue mich jedenfalls auf ein interessantes Jahr, mit allen Höhen und Tiefen. „So viel Sand und keine Förmchen“ könnte es manchmal heißen, wenn ich wieder viele Ideen habe, aber ich gefühlt zu wenig Zeit, um alle direkt umzusetzen. Auch hier erinnere ich mich an die Wippe. Das Leben ist im Rhythmus, ich gehe mit dem, was kommt. Begleitet von einem Netzwerk-Team, was wächst und die mit mir gemeinsam wippen.

Ich werde viele Abenteuerspielplätze besuchen und mir die schönsten Rutschen heraussuchen. Auf dem Weg dorthin werde ich viele Neues entdecken. Am Ende des Jahres 2026 werde ich hoffentlich aufgeregt und getragen von meinen Erlebnissen, Erfahrungen und Erfolgen stolz die Abfahrt genießen.

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Susanne Burzel Autorin

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Underachievement bei Hochbegabung erkennen und wirksam begegnen

Wie erkennst du Underachievement rechtzeitig? Welche Ursachen stecken dahinter? Und vor allem: Was kannst du als Lehrkraft konkret tun, um betroffene Schülerinnen und Schüler zu fördern und zu begleiten?

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Der letzte Monat des Jahres sollte ja voller Weihnachtsvorfreude und Entspannung sein. Doch weder das eine noch das andere trafen für mich zu. Der Dezember begann mit einem dringenden Kundenprojekt, welches noch erledigt werden wollte. Zudem standen weitere Projekte, die noch im Dezember abgeschlossen werden sollten, auf dem Plan. Leider machte mir die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Lies also hier meinen turbulenten Monatsrückblick.

Dringende Projekte meiner Agentur und eine Spende

Ein dringendes Projekt eines Kunden nahm ich aus dem November mit, der letzte Feinschliff erfolgte. Meine Liste war auch weiterhin gut gefüllt und ich dachte, dass ich es bis Weihnachten noch gut schaffen kann. Ich freute mich bereits jetzt auf die Raunächte und das Ausspannen, was mich erwarten sollte. Ich liebe diese ruhige Zeit zwischen den Jahren. So sollte es auch dieses Jahr sein - dachte ich.

Dann wurde mein Sohn krank, und steckte die ganze Familie an. Ich lag eine Woche flach, und das kurz vor Weihnachten. Nach den dringenden Projekten meiner Werbeagentur warteten jedoch schon weitere. Das führte dazu, dass ich zwischen den Jahren voll gearbeitet habe, da ein Projekt in den Druck sollte und ein anderes bis zum 31.12. vorbereitet werden musste. Daneben versuchte ich meine alljährlichen Aufräum- und Ausmistarbeiten durchzuführen: Mails archivieren und ausmisten, Dropbox ausmisten, Google Photos ausmisten und in Alben sortieren etc.

Spende
Die Bestätigung meiner Spende an den Verein Menschen für Kinder (500,-) ist eingetroffen. Mehr dazu im Jahresrückblick 2025.

Keine Vorweihnachts-Stimmung dank Grippe

Eigentlich hatte ich vorgesorgt und nahm bereits seiz Wochen meine Angocin zur Vorbeugung gegen eine Erkältung. Unser Sohn wurde irgendwann krank und steckte erst einmal meinen Mann an. Dieser hatte gerade frisch Urlaub und lag nun mit Hexenschuss, Fieber, Gliederschmerzen und Schnupfnase regungslos auf dem Sofa. Trotzdem ich Abstand hielt, erwischte es mich.drei Tage später. Montag und Dienstag ging gar nichts, alles tat weh und Ibuprofen sowie Schüssler Salze begleiteten mich.

Mittwoch versuche ich ein wenig zu arbeiten, jeden Tag ging es ein wenig mehr. Unser jüngerer Sohn wurde auch krank, also hatte es die ganze Familie erwischt. Auch heute, Anfang 2026, sind die Nachwirkungen mit Hustenreiz noch zu spüren. Dank der Krankheit blieb die Vorweihnachtsstimmung aus und stellte sich auch nicht mehr ein.

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Kinobesuch in Gießen: Avatar 3 in 3D

Mein Highlight im Dezember war der Besuch des Films Avatar 3 in 3D im Kinopolis Gießen. Den zweiten Film fand ich weniger gut und als ich die Story des dritten Films las, waren meine Erwartungen gegen null. Trotzdem war ich sehr begeistert von den Aufnahmen und den 3D-Effekten, der die Story in den Hintergrund hat treten lassen. Im Kino ist der Film wirklich sehenswert!

Auf dem Weg ins Parkhaus musste ich noch mein geliebtes Stadttheater gegenüber fotografieren. Vielleicht sollte ich dort mal wieder hingehen, denn ich liebe die Atmosphäre in diesem historischen Gebäude, welches der Krieg verschont hatte.

Was im Dezember 2025 sonst noch los war

Endspurt zwischen den Jahren

Wie oben schon geschrieben genieße ich normalerweise die Zeit zwischen den Jahren, die Raunächte. Obwohl ich kein Ritual verfolgt habe, freute ich mich auf die ruhige Zeit mit aufräumen, ausmisten - digital sowohl bei uns Zuhause. Dazu hatte ich mir schon Anfang des Monats eine Liste erstellt, die ich in Ruhe abarbeiten wollte. Dank der Agentur-Projekte trat dies in den Hintergrund und die Liste steht noch halbvoll Anfang 2026 vor mir.

Das Einzige, was ich mir gegönnt hatte, war ausschlafen. Vor 9 oder 10 Uhr morgens ging gar nichts und das kostete ich auch voll aus. Ein Projekt, welches mir aber sehr wichtig war, war das Schreiben meines Jahresrückblicks. Damit startete ich 2024 meine Blogkarriere und habe mit 75 Artikeln meine Impressionen ver32facht und die Klicks ver9facht. Das sind grandiose Zahlen, daher lade ich dich ein, dir meinen Jahresrückblick durchzulesen.

Zahlen, Daten, Fakten

Was mich im Dezember besonders beschäftigte

Weihnachten kommt immer so plötzlich. Dann war es da und wir hatten noch nicht einmal einen Weihnachtsbaum. Aber egal, wir waren eh nicht in Weihnachtsstimmung. Dafür hatten wir ein wundervolles Silvester mit Freunden, ein Abend, der uns gut ins neue Jahr begleitet hat.

Leider kam ich nicht so zur Ruhe, wie ich mir das wünschte. Daher überlege ich, dass ich mir im Februar mal eine Woche Auszeit nehme, meditiere, schreibe, ruhe, aufräume etc. Ich glaube, ich brauche die Zeit, da ich irgendwann beginne, Flüchtigkeitsfehler zu machen. Bis dahin sind die wichtigen Jahresanfang-Projekte durch. Mal schauen.

Meine drei schönsten Blogartikel im Dezember

Ausblick auf den Januar 2026

Ein neues Jahr liegt vor mir. Der Januar wird direkt so weitergehen, wie der Dezember geendet hat: Viele Projekte. Vor allem freue ich mich auf einen Frühstückstermin mit meiner Freundin, der im Dezember aufgrund meiner Grippe ausfallen musste. Termine gibt es glücklicherweise wenige, so kann ich mich meiner neuen Ausbildung widmen, über die ich noch nicht sprechen mag. Ich bin gespannt, was so alles auf mich und uns zukommt.

Auch, wenn überall das Jahr 1 nach der Numerologie propagiert wird, was Neuanfang bedeutet, so darf ich noch ein wenig im Abschluss schwelgen. Denn mein persönliches Jahr 1 beginnt erst im Juli, da mein Lebensjahr noch in der 9 (Abschluss) ist. Ein gleitender Übergang sozusagen, in dem das Neue schon einziehen darf, während das Alte sich langsam verabschieden darf...

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Suchst du Enstpannung - für dich und dein Kind?

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Mein Jahresrückblick 2024 "Hochbegabt gescheitert trifft Selfpublishing" ist aus einer spontanen Laune heraus entstanden. Ich kann nicht mehr sagen, wie ich auf das Projekt von Bloggerin Judith Peters gestoßen bin, aber irgendetwas sagte in mir: "Melde dich an". Also veröffentlichte ich Ende 2024 meinen ersten Jahresrückblick in meinem damals noch spartanisch gefülltem Blog.

Ich hatte Feuer gefangen. Denn Judiths Tipps bewegten etwas in mir. Aber ich zögerte noch ein paar Tage und entschloss mich auf den letzten Drücker, mich in der TCS (The Content Society) anzumelden. Ich gehöre zu den Menschen, die so etwas nur machen, wenn sie zu 100% comitted sind, da es ja schon eine kleine Investition ist. Also legte ich mich auf ein Jahr intensives Bloggen fest. Das Ergebnis sind rückblickend 74 Blogartikel bis jetzt und ein enormes Wachstum meines Blogs. Das macht mich stolz und ich weiß, es war die richtige Entscheidung.

Die Themen Hochbegabung und auch Underachievement wurden zu meinen Blog-Boostern 2025. Davon erzähle ich dir in diesem Beitrag, freue dich auf Zahlen, Daten, Fakten. Aber auch sonst ist in diesem Jahr enorm viel passiert, worüber ich dir berichten möchte. Von einem Handbruch mit OP, einem Ausflug in die Vergangenheit, einer Schottlandreise und vielem mehr. Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen!

Einschneidende Erlebnisse im Jahr 2025

Ein falscher Schritt und schon ist das Handgelenk gebrochen

Es war ein schöner und produktiver Tag mit einem Workshop, der mir wirklich Spaß gemacht hat. Beim Verlassen des Gebäudes hatte ich in der einen Hand meinen Laptop, in der anderen eine Tasche. Ich drehte mich also aus der Tür heraus und ging einen Schritt zurück. Leider hatte ich eine Stufe übersehen und fiel rückwärts. Intuitiv stützte ich mich auf dem Handgelenk ab, was ich direkt bereute.

Mir wurde ganz anders und der Schock saß tief. Ich musste zusehen, wie mein Handgelenk immer dicker wurde. Mein Kreislauf sackte in den Keller, da half nur auf den Boden legen und Beine hoch. Glücklicherweise fuhr mich jemand direkt nach Hause und mein Mann mich direkt ins Krankenhaus. Mein Handgelenk war gebrochen und hatte sich unglücklicherweise verschoben. Vor dem Gipsen musste es gerichtet werden. Das Röntgen ergab jedoch, dass dies nicht genügte und so wurde ich 10 Tage später operiert.

Es folgten 3 Monate Physiotherapie. Fast ein Jahr später schmerzt es noch immer bei bestimmten Bewegungen, obwohl es wieder belastbar ist. Aber Geige und Klavierspeielen gehen wieder. Nach ca. 7 Wochen konnte ich wieder Autofahren und mein geliebtes 10-Finger-System auf der Tastatur nutzen. Für jemanden wie mich, die ich schnell und gerne schreibe, war die Spracheingabe eine regelrechte Krücke. Aber es ging vorüber.

"In der Höhle der Löwen" – meine ersten Bildungsforen

Ende März war ich auf dem Bildungsforum vision@schule in Wetzlar, über das ich hier geschrieben habe. Es war eine ganz besondere Veranstaltung, vor der ich allerdings Respekt hatte. Denn als Mutter, deren Kinder Schule verweigert haben, noch dazu mit dem sensiblen Thema Hochbegabung, wusste ich nicht, was mich erwartet. Wie würden mir die Lehrkräfte gegenüberstehen, denn mein Thema ist vorurteilsbehaftet. In so einem Bildungsforum befinden sich aber vor allem Lehrkräfte, die Schule weiterentwickeln möchten. Daher waren meine Sorgen unbegründet.

Ich war sehr dankbar, dass ich eine Lesung machen durfte. Über 20 Lehrkräfte besuchten diese und waren sehr berührt. Auch die Gespräche und die Diskussion danach waren sehr schön. Ich wusste, dass ich hier auf dem richtigen Weg bin und genau hier hin gehöre. Denn nirgendwo ist es besser, zu den Themen Hochbegabung und Underachievement zu sensibilisieren, als bei solchen Veranstaltungen. Besonders inspirierend waren die Keynote-Vorträge von Steven Bauer, Ferdinand Stebner, Stefan Ruppaner und Bob Blume.

Als ich dann zum 4. Kamener Schulgespräch eingeladen wurde, welches im September stattfand, war ich sehr glücklich. Hier durfte ich einen Impulsvortrag (45 Minuten) und einen Infostand machen. Hier erlebte ich tatsächlich Lehrkräfte, die an meinem Stand vorübergingen und tuschelten: "jaja, bei uns sind auch alle Kinder hochbegabt". Das sind eben die Vorurteile, und genau deswegen bin ich froh, dass ich zu diesen Bildungsforen beitragen darf.

Ein Ausflug in die Vergangenheit mit meiner Freundin in Köln

2025 war mein Jahr der Veranstaltungen. Selten war ich im Jahr so viel unterwegs wie 2025. Ich muss sagen, es hat richtig gut getan, neue Eindrücke und Impulse zu sammeln. Nicht nur im beruflichen Sinne, sondern auch im Privaten. Bereits 2024 hatte mich meine Freundin Alex gefragt, ob wir gemeinsam zum Nine Inch Nails Konzert nach Köln in die Lanxess-Arena gehen wollen. Ich sagte sofort ja. Ebenfalls wurde in Köln die Rocky Horror Picture Show aufgeführt, die wir auch besuchten.

Beide Veranstaltungen waren eine wunderbare Reise in meine Vergangenheit. Denn die Rocky Horror Picture Show hatten wir einige Male im Kino, aber auch live in London gesehen. Es war immer ein Erlebnis. Nine Inch Nails hatte ich in den 1990ern bereits 2 x live gesehen. Mit Trent Reznor, dem mittlerweile 60-jährigen Sänger, war auch dieses Konzert ein einmaliges Erlebnis. Ich habe getanzt, gesungen und gefeiert. Einfach grandios!

Das erste Mal als Mensanerin unterwegs

Eine Lesung zu Hochbegabung im Rahmen eines Hochbegabtentreffens, das war schon etwas Besonderes. Im Frühjahr fuhren wir nach Bremen, denn ich hatte mich zu dem Mensatreffen angemeldet. Im Kongresshotel durfte ich am ersten Tag eine Lesung machen, auf die ich mich sehr freute. Es war ein schönes Erlebnis, über 20 Personen waren anwesend. Über das Mensa-Treffen habe ich hier einen Artikel geschrieben.

Es war das erste Mensa-Treffen, auf dem ich war, denn ich bin erst seit ca. 1,5 Jahren Mitglied. Denn ich bin eine spät erkannte hochbegabte Frau, wie du auf dem Button "Späti" erkennen kannst. Erst mit 52 Jahren wurde ich getestet. Ich finde es interessant, dass mein Artikel darüber der 2-häufigste Artikel aus 2025 war, der gelesen wurde. Daher bin ich froh, dass ich auch Frauen Mut machen darf, die zögern, eine Testung machen zu lassen. Davon erzählen auch viele Artikel von Frauen, die im Rahmen meiner diesjährigen Blogparade entstanden sind.

Im Oktober war ich mit meinem jüngeren Sohn auf dem internationalen Mensatreffen, welches in Düsseldorf stattfand. Wir hatten eine Führung in Little Tokyo und einen schönen Abend in einem Burger-Restaurant. Mein Sohn lernt japanisch und möchte gerne einmal nach Japan. Daher hat das gut gepasst.

Schockverliebt in Schottland dank einer Rundreise

Wie im letzten Jahresrückblick angekündigt, fiel unsere Schottlandreise leider aus, da wir eine familiäre Krankheitspause hatten. Daher holten wir diese im Oktober 2025 nach. Unsere Reise führte uns zunächst nach Glasgow und von da weiter nach Oban, Fort William, Inverness und schließlich nach Pitlochry und Edinburgh. Je länger die Reise dauerte, desto schöner wurde das Wetter und damit die Eindrücke. Besonders Pitlochry war ein fantastischer Ort, voller historischer Gebäude mitten in der Natur.

In Edinburgh waren wir schließlich schockverliebt, denn diese Stadt hat extrem viel zu bieten. Historische Bauten, ein Castle, idyllische Orte, wie Dean Village, hinter jeder Ecke eine Überraschung, das Meer, Highland-Aussichtshügel und vieles mehr. Es war sagenhaft dort und wir werden sicher noch einmal nach Edingburgh kommen. Zum Beispiel zum Military Tattoo, denn ich liebe Drums & Pipes. Wenn du mehr wissen möchtest, schau gerne in meinen Monatsrückblick Oktober.

Organisiert war die Reise von Wind & Cloud Travel. Sämtliche Hotels waren gebucht und wir erhielten ein Bahnticket für die Reise. Eine App komplettierte die Aktivitäten mit Ausflugszielen aber auch Restauranttipps.

Lesungen zu meinem Buch in ganz Deutschland

Ich hatte in 2025 ganz unterschiedliche Lesungen. In Bremen auf dem Hochbegabtentreffen von Mensa Deutschland e. V. las ich vor erwachsenen Hochbegabten, die auch Schulprobleme hatten. In Gesprächen nach den Lesungen hörte ich von vielen Schwierigkeiten, und oft waren weitere Neurodivergenzen im Spiel. In Lilienthal beim Verein "Aktion hochbegabtes Kind e. V." wurde so rührend für mich gesorgt. Ich hatte eine richtige Bühne und darauf stand ein gemütlicher Sessel und ein kleiner Tisch.

Die Diskussion danach war sehr intensiv. Unter anderem war Dr. Annette Heinbokel im Publikum, sie ist Gründerin der DGhK e. V. in Deutschland. Wir thematisierten vor allem den Klassensprung (Akzeleration), was für mich spannend war, da es für uns damals kein Thema war. Mehr darüber liest du im Monatsrückblick Mai. Im November war ich schließlich auf einer Lesung in Gießen, die im kleinen Kreis stattfand. Diese war auch sehr berührend und intensiv.

Vor allem die Schicksale von einigen Familien berührten mich sehr. Daraus entstanden sind Blogartikel über Inklusion von Hochbegabten aber auch über Schulpflicht, die Eltern als Damoklesschwert erleben.

Schöne Erlebnisse mit Menschen für Kinder e. V.

Seit vielen Jahren bin ich mit dem Verein Menschen für Kinder e. V. verbunden. Seitens meiner Werbeagentur sind wir für sie Online als auch Offline im Einsatz. So darf ich bei schönen Gelegenheiten teilnehmen. Im Januar besuchten wir die Großbäckerei und Familienunternehmen Schäfer Dein Bäcker. Es war eine eindrucksvolle Führung, die wir genießen durften. Lies gerne mehr im Monatsrückblick Januar darüber.

Im Juni fand die große MfK-Spenden-Radtour mit 500 Radfahrern statt. Das Ergebnis waren 260.500 Euro Spenden, die Kindern in Not zugute kommen. Diese 100 km-langen Radtouren sind immer sehr emotional und aufregend. Ich bin im Vorauskommando mit dabei und versorge den Social Media-Kanal mit Reels von diesem Tag. Es ist einfach eine große Party und ich habe größten Respekt vor den Radfahrern, zu denen auch Prominente, wie Robert Lohr, Andreas Hieke, Anja Kallenbach und andere gehören, mitfahren.

Ebenso finde ich es bemerkenswert, wie rührig der Verein ist. Daher habe ich beschlossen, Ende 2025 eine Spende in Höhe von 500 Euro zu machen. "Spenden statt Weihnachtsgeschenke", das ist doch ein schönes Motto! Erfahre hier gerne mehr über den Verein, der krebs- und leukämiekranke Kinder unterstützt, Kliniken in klinischen Forschungen unterstützt sowie bei Einzelschicksalen hilft: www.menschen-fuer-kinder.de

1.000 Bücher in einem Jahr und ein gutes Ende in der Familie

Zur Vorbereitung auf diesen Beitrag habe ich noch einmal meinen letzten Jahresrückblick gelesen. Dort stand, dass ich bis Ende 2024 1.300 Bücher verkauft habe. Heute, ein Jahr später, sind weitere 1.000 Bücher hinzugekommen, darauf bin ich sehr stolz. Das kann sich als Selfpublisherin auf jeden Fall sehen lassen. Daher schreibe ich in meinem Blog auch über diese Erfahrungen.

Eng verbunden damit ist die Geschichte meines älteren Sohnes. Er ist nun im 3. Lehrjahr als Elektrotechniker und macht seine Sache grandios! Er hat seine Zwischenprüfung mit einer glatten 1 abgeschlossen und war Landkreisbester. Auch im letzten Zeugnis waren nur Einsen. Wir müssen ja immer schauen, wo wir herkommen: 2 Jahre Schulverweigerung, zahlreiche Diagnostiken, Kontakt mit Schulamt, Jugendamt etc. Das hat Spuren hinterlassen. Lies gerne hier mehr über unsere Geschichte, die du in meinem Buch "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich" auch ausführlich findest.

Lies unsere persönliche Geschichte hier inkl. 2 Jahre Schulverweigerung.

In meinem Buch "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich" kannst du mehr über all die Herausforderungen, die wir bewältigen mussten, erfahren.

Bei Amazon - oder im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3982620169

Hochbegabt gescheitert Susanne Burzel

Ein ARD-Podcast brachte mich an meine Grenzen

Bob Blume ist Gymnasialpädagoge und ein bekannter Bildungsinfluencer, der bereits seit 3 Jahren den ARD-Podcast "Die Schule brennt" herausbringt. Ich habe Bob auf der Buchmesse Frankfurt 2024 kennengelernt. Nachdem ich ihm mein Buch geschenkt und mir seins habe signieren lassen, habe ich ihn angesprochen. Wenn er mal jemanden für Hochbegabung suchen würde als Interviewpartnerin, würde ich gerne zur Verfügung stehen.

Etwa ein gutes halbes Jahr später erhielt ich eine Mail von seinem Management mit der Anfrage für einen Podcast. Ich war sofort unglaublich aufgeregt, denn es war wie ein Ritterschlag für mich. Gleichzeitig wusste ich, dass Bob rhetorisch äußerst eloquent ist und hatte direkt großen Respekt - ja sogar Angst. Könnte ich den Podcast bestehen? Würde ich seine Fragen beantworten können? Mein Imposter-Syndrom ließ herzlich grüßen.

Der Tag kam und ich hatte mich so gut vorbereitet, wie noch nie auf einen Podcast. Während ich normalerweise sehr spontan und intuitiv an die Interviews gehe, hatte ich dieses Mal 3 Seiten Notizen vor mir liegen. Tatsächlich hatte ich zweimal im Gespräch das Gefühl, ok, das war es jetzt, Black out. Doch ich sprach einfach weiter, was ich dachte und letztendlich war das Interview eine runde Sache. Du kannst es dir gerne hier anhören. Es wurde sogar schon im Radio auf NDR gesendet. Das weiß ich, weil mich jemand darauf angesprochen hatte. Sehr cool!

Weitere schöne und besondere Momente in 2025

Neben diesen wichtigsten Erlebnissen gab es noch weitere schöne Momente, die ich dir hier gerne zeige. Du kannst die Bilder per Klick vergrößern - viel Spaß dabei!

Überraschungen – mein Motto und mein Fazit für 2025

10 Dinge aus 2025, auf die ich stolz bin

Es hat sich nicht sehr viel geändert zu 2024. Trotzdem versuche ich hier, ganz konkrete Erlebnisse zu nennen, auf die ich 2025 stolz bin. Die Reise geht weiter, das hier sind meine Zwischenstationen.

Hier meine 10 Dinge aus 2025, auf die ich echt stolz bin:

  1. Ich habe mich einer Handgelenks-OP gestellt und hatte meine Angst gut im Griff. Es war für mich ein komisches Gefühl, ausgeliefert zu sein. Danach war ich aber so tiefenentspannt, wie selten.
  2. Ich habe mein Buch über 1.000-mal in 2025 verkauft. Davon 75 x über Buchhandlungen, der Rest über Amazon.
  3. Ich habe durch Hand auflegen die Kopfschmerzen von einer Seminarteilnehmerin bei Body Resonance® "wegbekommen, also "herausgezogen" und weitere magische Momente erlebt.
  4. Ich schaffe es immer wieder, mir meiner besonderen Positionierung als Mutter und Impulsgeberin bewusst zu werden und habe meine Selbstzweifel im Griff.
  5. Ich habe vielen Familien Mut gemacht, wie mir die Zuschriften immer wieder beweisen. Sie fühlen sich nicht mehr allein.
  6. Ich habe einen wundervollen Kontakt zu meinen Kunden sowie einen wertschätzenden Austausch.
  7. Ich habe mich in einem Bildungsforum das erste Mal unter Lehrkräfte begeben und wurde mit positiven Reaktionen überrascht.
  8. Ich habe jeden Monat einen Monatsrückblick geschrieben und mich an den 12 von 12 beteiligt, was mein Wachstum ebenfalls gestärkt hat.
  9. Ich habe mich den Fragen von Bob Blume in seinem Podcast "Das könnte Schule machen" gestellt und sie erfolgreich gemeistert.
  10. Ich weiß, dass sich dranbleiben lohnt, was sich auch in diesem Jahr gezeigt hat. Grüße gehen raus an das Freitags-Co-Blogging. Ich freue mich auf das nächste Jahr!

Die beste Entscheidung, die ich 2025 getroffen habe

2025 habe ich aus einer spontanen Laune heraus einen eigenen YouTube-Kanal erstellt. Bereits im letzten Jahr hatte ich mit meiner Freundin Petra den Podcast "PS - Unerhört begabt und sensibel" gestartet. Aber ich wollte noch was eigenes machen mit Kurzimpulsen. Dieser ist am 10. August live gegangen. Jede Woche veröffentliche ich ein Short und ein Video. Ich freue mich heute, Ende Dezember über fast 160 Abonnenten, was ich großartige finde! Hier siehst du meinen Kanal-Trailer. Wenn du magst, abonniere gerne meinen Kanal:

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Diese Dinge habe ich 2025 über mich selbst gelernt

"Positive Überraschung" - das war mein Jahresmotto 2025. Tatsächlich habe ich selten daran gedacht, denn das Jahr war einfach sehr ereignisreich. Das Wichtigste, was ich in diesem Jahr über mich selbst gelernt habe ist, dass ich mir und meinen Fähigkeiten vertrauen darf. Dies zu lernen ist ein jahrelanger Prozess, der mich schon sehr lange begleitet. Dieses Jahr war er aber extrem ausgeprägt. Wenn du hochbegabt bist, bist du leider auch oft mit dem Imposter-Syndrom gesegnet. Das heißt, ich habe ständig das Gefühl, dass ich ertappt werde, da ich doch nichts kann und alles nur Glückssache ist.

Speziell bei dem Blick auf meine Google-Search-Console-Zahlen wurde mir das immer wieder deutlich. Es war ein Auf und Ab. Wenn die Kurve nach oben knickte, dachte ich sofort: "Ok, das war es jetzt. Die Spitze ist erreicht." und resignierte. Doch ich wurde eines Besseren belehrt, denn nach dem kurzen Knick ging die Kurve noch weiter nach oben. Der Trend ist über das Jahr aufwärts. Nicht nur ein bisschen, sondern rasant. Das Geheimnis war aber, dass ich trotz oder gerade wegen der Knicke dachte: "Ok, du musst nachlegen."

Meine Google-Zahlen halfen mir beim Impostor-Syndrom

Ich brauchte aber ganz viele solcher Erlebnisse bis ich heute, am Ende des Jahres sagen kann: "Es ist mein Verdienst, dass ich das geschafft habe. Ich habe die richtigen Dinge getan, bin drangeblieben, habe Neues gewagt und bin dafür belohnt worden, wie die Grafiken hier zeigen (Achtung: die Ergebnisse stimmen nicht mit der Aufzählung überein, da andere Zeiträume). Die Google-Search-Console zeigt an, welche Aktivitäten seitens der Google-Suchmaschine bezüglich meiner Website gespeichert wurden.

5 x 5 Tipps - mein Jahresrückblick als Video

Im Dezember dachte ich mir, ich habe doch einen YouTube-Kanal, da könnte ich doch einen Jahresrückblick aufnehmen. Vor allem zu meinen Themen Hochbegabung und Underachievement. Herausgekommen sind 5 x 5 Tipps: Podcasts, Bücher, Blogartikel, Lesungen sowie Zahlen, Daten, Fakten. Schau dir also gerne das Video hier an:

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Erste Male: Das habe ich 2025 zum ersten Mal erlebt und gemacht

Mein Jahr 2025 war wieder geprägt mit vielen ersten Malen. Ich habe/bin das erste Mal:

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Wofür bin ich 2025 besonders dankbar bin

Wenn ich mir meine Lebensbereiche anschaue, gibt es vieles, wofür ich ihm Jahr 2025 besonders dankbar bin:

Hier gibt es in Kürze noch zwei Bilder von Google, die ich noch einfügen werde.

Meine größten Herausforderungen in 2025 - der Kampf mit dem inneren Konflikt

In diesem Jahr hatte ich das Gefühl, dass alte Themen massiv hochkamen, um noch einmal angeschaut zu werden. Dem habe ich mich gestellt, hinterfragt, reflektiert und sie bearbeitet. Auf der anderen Seite denke ich, dass ich extrem wachsam war, was meine Emotionen und meinen Körper betrifft. Mehr als die Jahre zuvor. Das hat mich herausgefordert, aber auf der anderen Seite war es eine sehr schöne und auch beruhigende Erfahrung.

Denn ich weiß, nur, wenn mir etwas bewusst ist, kann ich daran arbeiten. Das gilt für Trigger aber auch für Wahrnehmungen. Und ja, da ich dies als sehr intensiv wahrgenommen habe, war die Auseinandersetzung damit sehr stark. Es ging beispielsweise auch darum, dass ich für Emotionen und "wie könnte sich der andere dabei fühlen" keine Verantwortung übernehmen muss, sondern bei mir bleiben darf. Das war eine intensive Lektion.

Geburtstagsspruch
Dieser Spruch stand im Juli 2025 zu meinem Geburtstag für das neue Jahr im Nummerologie-Buch. Er steht jetzt in meinem Büro und im Wohnzimmer. Meine Jahreszahl ist eine 9 (wie auch meine Lebenszahl), ab Juli 2026 beginnt für mich der neue Zyklus mit der 1.

Jahresrückblick 2025: Blog-Booster dank Hochbegabung - das ist 2025 so richtig gut für mich gelaufen

Wie die Überschrift schon sagt, war es mein Blog, der mich getragen hat. Es war der rote Faden in diesem Jahr, daher bin ich sehr dankbar, dass ich in The Content Society diesen nach vorne bringen durfte. Dank des Schreibens und der Auseinandersetzung mit dem Thema Hochbegabung habe ich viele neue Blickwinkel erhalten. Außerdem war das Thema Schulentwicklung eins, was mich stark begleitet hat. Auch dies hat Einzug in meinen Blog gehalten, z. B. in der Kategorie Schulsystem.

Nach 75 Blogartikeln (diesen hier mit eingerechnet), SEO-Maßnahmen, Social Media-Marketing, Veranstaltungen und persönlicher Kontakten blicke ich auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Dafür bin ich sehr dankbar und es spornt mich an, genau das weiter zu machen und dranzubleiben.

Bildungsmesse auf dem 4. Kamener Schulgespräch
Veranstaltungen wie das Kamener Schulgespräch werden mich auch 2026 begleiten.

Mein 2025 in Zahlen, Daten und Fakten

Ich war sehr überrascht, als ich zur Bildrecherche für diesen Artikel auf ein Bild aus dem Januar 2024 stieß. Es war ein Screenshot von meinem Instagram-Profil. Ich feierte die 200 Follower. Heute sind es über 720, daher halte ich meine Zahlen fest und mache jetzt einen Vorher-Nachher-Vergleich:

Startseite Susanne Burzel Autorin

Verlassen wir nun den Jahresrückblick 2025: Blog-Booster dank Hochbegabung. Widmen wir uns nun einem kleinen Ausblick für 2026. Ich bin gespannt, welche Überraschungen mich hier erwarten.

Mein Ausblick auf 2026 - gute Vorsätze und mehr

Diese Dinge möchte ich 2026 anders oder besser machen

Das, was ich bisher gemacht habe, möchte ich 2026 beibehalten. Es passt gerade alles sehr gut, auch meine Tagesstruktur hat sich etabliert. Es gibt eine Sache, die ich 2026 neu lernen möchte, eine neue Ausbildung, aber dazu möchte ich erst später erzählen. Das behalte ich jetzt einfach mal für mich. Es hat auf jeden Fall Potenzial und ich hoffe, dass ich durchhalten und auch hier dranblieben kann. Ganz sicher wird dies aber mein Mindset auf die Probe stellen und ich werde sehr viel dazulernen.

Diese Abenteuer erlebe ich 2026 - eine weitere Reise

2026 werde ich ein Seminar, oder besser ein Retreat besuchen. 10 Tage Body Resonance® in Griechenland. Dort war ich noch nie und daher bin ich sehr gespannt darauf. Es wird aber ganz sicher sehr intensiv werden und ich freue mich darauf, wieder neue Erfahrungen zu machen und neue Fähigkeiten in mir zu entdecken. So ein Seminar ist immer wie ein Abenteuerspielpatz für mich. Ich bin offen und gespannt, was auf mich zukommt und bleibe neugierig und begeisterungsfähig wie ein kleines Kind. Ich denke, besser kann man an ein Seminar nicht drangehen.

Diese großen Projekte gehe ich 2026 an - neue Ausbildung und Impulse geben

Bis Silvester wollte ich meine Planung abgeschlossen haben, aber das ist aufgrund von dringender Kundenprojekte zwischen den Jahren nichts geworden. Daher hole ich das in den nächsten Tagen nach. Meine grobe Planung ist aber die, dass ich wieder Lesungen anbieten möchte, auf Bildungsveranstaltungen gehe und bestenfalls dort selbst etwas beitrage, sowie die eben erwähnte Ausbildung starten werde. Hierfür werde ich mir auch sehr konkrete Ziele setzen.

So kannst du 2026 mit mir zusammenarbeiten - ich freue mich auf deine Anfrage!

Neben den Workshops, die bald starten werden, biete ich eigene Sachen an, für die du mich anfragen oder buchen kannst:

Schreib mich dazu gerne an: kontakt (at) susanneburzel.de

Auf dem Prüfstand - habe ich meine 7 Ziele für 2025 erreicht?

  1. Ich möchte auf Instagram über 1.000 Follower erreichen. > Das habe ich geschafft, es sind 1.359 Follower.
  2. Ich möchte einen Auftritt im Radio zu meinem Thema Hochbegabung. > Ich war in der Annette Rüdig Morning Show und wurde im Radio gesendet.
  3. Ich möchte mindestens 5 Lesungen halten. > Mit den Bildungsforen waren es sogar 6 Lesungen.
  4. Ich möchte ein Buch über einen Verlag schreiben, eine Bewerbung mit Idee ist raus. Drück mir die Daumen. > Das hat leider nicht geklappt, aber ich habe eine hilfreiche Rückmeldung zu meiner Buchidee erhalten. Mein Thema ist zudem zu "nischig".
  5. Ich möchte, dass in meiner Familie alle gesund bleiben, glücklich sind und ihre Ziele verwirklichen können. > Wir sind dran, aber wir sind alle weiter gekommen.
  6. Ich möchte auf den roten Sessel bei Spiegel TV und von unserer Geschichte erzählen. > Oh, das hat noch nicht geklappt. Ich arbeite daran.
  7. Mein Motto für 2025 heißt: Positive Überraschungen. Das kann sich aber noch ändern. > das hat geklappt, es gab einige Überraschung, auch wenn sie nicht sofort sichtbar waren.

Meine 7 Ziele für 2025 - dieses Mal anders formuliert

Liebe Leserin, lieber Leser, ich hoffe, dir hat mein Jahresrückblick 2025: Blog-Booster dank Hochbegabung gefallen! Über einen Kommentar freue ich mich! Ich wünsche dir alles Liebe für 2026, mögen deine Ziele und Wünsche in Erfüllung gehen.

Und solltest du Interesse an einer Weiterbildung oder Lesung haben, sprich mich gerne an:

Susanne Burzel Autorin

Weiterbildung für Lehrkräfte - Workshops in Schulen mit Susanne Burzel:

Underachievement bei Hochbegabung erkennen und wirksam begegnen

Wie erkennst du Underachievement rechtzeitig? Welche Ursachen stecken dahinter? Und vor allem: Was kannst du als Lehrkraft konkret tun, um betroffene Schülerinnen und Schüler zu fördern und zu begleiten?

Das Angebot ist akkreditiert in der Lehrkräfte-Akademie Hessen.

Das Wichtigste, was wir Eltern von hochbegabten Kindern uns wünschen, ist Offenheit und Sensibilität seitens der Lehrkräfte. Denn die Themen Hochbegabung und Underachievement sind nach wie vor von Vorurteilen geprägt, welche auch vor dem Lehrerzimmer nicht Halt machen. Für viele Eltern lässt sich in solchen Fällen die Konsequenz des Schulalltags in drei Worte zusammenfassen: Hochbegabt, übersehen, verloren. Aber was müssen wir Eltern mitbringen, um Lösungen für unsere sehr gut begabten Kinder in der Schule zu ermöglichen? Ich beleuchte heute die Haltung von Eltern hochbegabter Kinder gegenüber Schule, mit der wir die Voraussetzungen für unsere Kinder in der Schule verbessern können.

Die Haltung von Lehrkräften in der Schule

Es geht nicht darum, dass wir Eltern aktiv in den Unterricht eingreifen. Das ist das Metier von Lehrkräften, die dies in ihrer Lehramtsausbildung gelernt haben. Wobei diese kritikwürdig ist, besonders im Hinblick auf Kenntnisse von Herausforderungen neurodivergenter Kinder, was ich in diesem Artikel näher beleuchte. Es geht vielmehr um etwas anderes. Blicken wir auf Instagram ins Instalehrerzimmer, stolpern wir immer wieder über ein Wort: Die Haltung.

Für Lehrkräfte, die Schulentwicklung vorantreiben, ist die Haltung ein wichtiger Begriff. Die Haltung drückt die grundlegende Einstellung der Pädagogen gegenüber ihren Schülerinnen und Schülern, mit denen sie es jeden Tag zu tun haben, aus. Vor allem Werte, wie eine gute Beziehungsarbeit, Kommunikation auf Augenhöhe, Wertschätzung und echtes Interesse sowie Vertrauen lassen sich unter dem Begriff Haltung zusammenfassen.

Die Haltung in der Kommunikation mit Kollegen und Eltern

Weiter gefasst ist die Kommunikation von Lehrkräften untereinander von einer gewissen Haltung geprägt. Wird spätestens im Lehrerzimmer über die Kinder gelästert, oder reicht die Wertschätzung bis hier hinein? Wie begegne ich Kolleginnen und Kollegen, wird die Kommunikation ebenso von einer positiven Haltung getragen? Und weiter gedacht greift die Haltung von Lehrkräften auch in die Elterngespräche ein. Hier treffen möglicherweise gegensätzliche Meinungen aufeinander, das Konfliktpotenzial ist besonders hoch.

Spätestens hier wird klar, ob die Haltung allumfassend gelebt wird. Ja, es gibt Lehrkräfte, die ihre Machtposition durchaus ausspielen und vorgeben zu wissen, was das Beste für das Kind sei. Sie ziehen rote Linien und lassen keine Diskussion zu. Das haben wir als Familie im Fall von Mobbing unseres jüngeren Sohnes schmerzhaft erleben müssen. Die Folge war sogar ein Schulwechsel, weil die Schulleitung sich ebenfalls kein Stück bewegt hat. Als Eltern hat uns das sehr enttäuscht zurückgelassen.

Die Haltung von Eltern hochbegabter Kinder gegenüber Schule
Kommunikation auf Augenhöhe ist wichtig im Eltern-Lehrkraft-Kontext

Wenn hochbegabte Kinder ins Straucheln kommen, beginnt der Konflikt

Wir haben uns jetzt die Haltung von Lehrkräften kritisch angeschaut. Doch wie ist es um die Haltung von uns Eltern bestellt? Mit welcher Haltung stehen wir der Schule gegenüber? Wir sehen unser hochbegabtes Kind, welches möglicherweise strauchelt. Es verfügt über eine schnelle Auffassungsgabe und hasst Wiederholungen und Übungen. Es wünscht sich mehr Tiefe im Unterricht und hinterfragt diesen regelmäßig.

Es reagiert womöglich mit auffälligem Verhalten oder zieht sich still zurück. Als Eltern siehst du dabei zu, wie dein Kind immer mehr resigniert und Probleme zeigt, sich in die Klassengemeinschaft einzufügen. Gleichzeitig geht es zuhause Projekten in einem unerschütterlichen Hyperfokus nach, will alles wissen und ist ständig auf der Suche danach, Neues zu lernen. Mit Erwachsenen tauscht es sich wie selbstverständlich aus und ist dabei glücklich und nahezu euphorisch.

Die Haltung von uns Eltern in der Schule ist ebenso wichtig

In der Schule werden die Noten immer schlechter, es zeigt weniger Leistung in der mündlichen Mitarbeit. Schließlich ergreifst du oder die Lehrkraft die Initiative und es kommt zu einem Elterngespräch. Ihr sitzt euch gegenüber und sprecht über das Kind, als wären es zwei unterschiedliche Persönlichkeiten. Die Einschätzung der Lehrkraft deckt sich wenig mit deiner Eigenen, der Konflikt beginnt, weil jede Seite recht behalten will.

Ich kann verstehen, dass jeder der beiden Parteien einen eigenen Blick auf das Kind hat. Dabei sind beide Sichtweisen durchaus berechtigt. Natürlich kann jede Seite auf ihre Meinung beharren. Blicken wir aber darauf, warum Eltern und Lehrkraft überhaupt an einem Tisch sitzen: Beide möchten das Beste für das Kind erreichen. Daher sind Offenheit und Sensibilität von beiden Seiten gefragt.

Lies unsere persönliche Geschichte hier inkl. 2 Jahre Schulverweigerung.

In meinem Buch "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich" kannst du mehr über all die Herausforderungen, die wir bewältigen mussten, erfahren.

Bei Amazon - oder im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3982620169

Hochbegabt gescheitert Susanne Burzel

Schule verändert sich – wir dürfen uns anpassen

Wir leben in einer Zeit, in der sich viele Dinge verändern. Besonders im Schulsystem wird das deutlich. Wenn wir hochbegabte Kinder haben, beginnen diese irgendwann das Schulsystem zu hinterfragen. Wenn dein Sohn nach Hause kommt und fragt: „Erkläre mir, warum ich Martin Luther in Religion, Geschichte und Gesellschaftslehre durchnehmen muss“, dann hörst du zu und denkst irgendwann: „Mein Sohn, du hast recht“. Mich haben solche Fragen dazu bewogen, kritisch über das Schulsystem nachzudenken.

Eine Zeitreise: Was wir Eltern über Schule gelernt haben

Ich selbst war in den 1970er Jahren in der Grundschule und habe 1990 mein Abitur gemacht. Meine Erfahrung Schule dauerte 14 Jahre. Es waren wichtige und prägende Jahre, die im Alter von 6 Jahren begannen. Das Bild, welches wir von Schule im Kopf haben, ist gemalt aus unseren Erfahrungen. Da wir heute größtenteils unser Leben selbstbestimmt leben, blicken wir zurück und sagen: „Es hat uns nicht geschadet“ – wenn es vielleicht auch ein paar „Dellen“ hinterlassen hat.

Das Schulsystem ist für viele von uns ein unumstößliches Konstrukt. Wir hinterfragen es nicht, weil es immer schon so war. Die altbewährte Struktur hat uns damals getragen, also ist es logisch, dass sie auch unsere Kinder trägt. Wie gesagt: „Es hat uns früher auch nicht geschadet“. Hinzu kommt ein gewisser Trotz oder ein Abwinken, dass „man da halt durchmüsse.“ Es gibt schließlich keine andere Möglichkeit, da es die Schulpflicht gibt.

Wir haben zu lange alten Strukturen vertraut

Das Bildungssystem wird von Bildungsverantwortlichen gemacht, wie Bob Blume in seinem Buch „Warum noch lernen“ eindrucksvoll erläutert. Das Vertrauen ist bei vielen sehr hoch, dass sie dort sehr wohl wissen, was sie tun. Erst Meldungen über steigende Schulabstinenzen, die steigende Gewalt an Schulen oder immer höher werdende Quoten an Schülern, die ohne Abschluss die Schule verlassen, lassen uns aufhorchen.

Im Schulkosmos hat sich daher eine kleine Parallelwelt gebildet. Sie wirkt wie ein Löwenzahn, der aus dem Felsen hervorbricht. Es sind die mutigen Lehrkräfte und Schulleiter, die diese alarmierenden Zeichen ernst nehmen und Schule von Grund auf verändern möchten. Sie denken Schule von den Kindern aus und unternehmen einiges für eine allseits gerechte Bildung. Über diese Maßnahmen von Schulentwicklung berichte ich u. a. in diesen Artikeln:

Lehrkräfte verfügen oft über eine fehlende Vorbildung zu Hochbegabung, aber auch Eltern haben Fragezeichen zu diesem Thema. Vielleicht steht bisher nur ein Verdacht auf eine höhere Begabung im Raum, oder wird durch andere Vermutungen zu Neurodivergenzen überdeckt? Gerade Eltern, die noch am Anfang stehen, können verunsichert sein.

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Vier typische Szenarien zwischen Eltern, Schule und Hochbegabung

Ich versuche nun in verschiedenen Szenarien, den Kreis zu schließen. Was kann also passieren, wenn Eltern und Lehrkräfte aufeinandertreffen? Vor allem, wenn das Thema Hochbegabung mit im Spiel ist? Wie stellen sich die unterschiedlichen Haltungen von traditionell und unreflektiert bis zu modern und zugewandt dar?

Szenario: Tradition trifft Tradition: „Da musst du durch“

Bei dieser Haltung denken Lehrkräfte und Eltern schulisch wie früher. Die Folge ist, dass Hochbegabung und ein mögliches Underachievement auf die leichte Schulter genommen werden. Die Probleme werden dem Kind zugeschrieben, denn beide Seiten denken: „Hochbegabte kommen immer leicht durch die Schule.“

Das ist wohl das Schlimmste, was passieren kann, denn was hier gefordert wird ist Anpassung ans System. Dass sich aber das System an die Bedürfnisse der Kinder anpassen muss, wie hier beschrieben, wird ignoriert. Dies ist ein sehr traditionelles und schädliches Verständnis, welches sich letztendlich gegen das Kind richtet.

Szenario: Eltern sind sensibilisiert, die Schule aber nicht

Wenn Eltern bereits für das Thema Hochbegabung sensibilisiert sind und damit einhergehend kleine Ideen für den Unterricht einbringen, aber die Schule alles abwimmelt, entstehen Konflikte. Eltern werden schnell als Hubschrauber-Eltern abgestempelt und Empfehlungen zum Umgang mit dem Kind abgewehrt. Sie seien schließlich keine Experten für Unterricht.

Es kann sogar so weit gehen, dass Lehrkräfte sich angegriffen fühlen und ihre Machtposition klar ausspielen. Das passiert sogar, wenn die Eltern selbst Lehrkräfte sind. Im schlimmsten Fall wird sogar die Gültigkeit eines IQ-Tests angezweifelt. Dann wird sich nichts verändern und das Kind leidet weiter.

Intelligenz hat viele Gesichter
Hochbegabung hat viele Gesichter - manche sind nicht offensichtlich

Szenario: Schule entwickelt sich – Eltern halten fest

Die Schule geht bereits neue Wege und schafft Hausaufgaben sowie den traditionellen Unterricht zugunsten von kurzen Inputs ab. Das Lernsetting öffnet sich. Die Haltung der Lehrkräfte, dass Kinder von Natur aus gerne lernen, bildet die Grundlage dafür. Die Kinder lernen, sich selbst in ihrem Lernprozess zu organisieren.

Die Abschaffung von Hausaufgaben kann Eltern verunsichern. Die Öffnung des Lernraums wird als Weichspülpädagogik angesehen, mit der Gefahr, die Ernsthaftigkeit zu verlieren. „Lernen geht nur unter Druck“ ist das, was Eltern in ihrer Schulzeit und von ihren Eltern gelernt haben. Daher befürchten sie einen Kontrollverlust und bangen um die Bildung ihrer Kinder. Was passieren kann ist, dass sich die Fronten verhärten und Eltern mehr Druck auf ihre Kinder ausüben.

Szenario: Gemeinsame Sensibilisierung – Entwicklung wird möglich

Die Gesellschaft verändert sich, also muss sich das Schulsystem anpassen. Davon sind Eltern wie Lehrkräfte überzeugt. Eltern von hochbegabten Kindern wissen, dass eine Öffnung des Unterrichts für ihre Kinder nur zum Vorteil sein kann, da sie hier ihre Potenziale endlich zur Gänze entfalten können.

Die Offenheit auf beiden Seiten ermöglicht den Fokus auf die Bedürfnisse des Kindes, In so einem Szenario sind ein echter Austausch auf Augenhöhe und konkrete Hilfestellungen möglich.

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Ein Baumhaus zum Träumen Susanne Burzel

Die Haltung beider Seiten entscheidet über den schulischen Erfolg des Kindes

Gerade bei Schulproblemen von hochbegabten Kindern wird deutlich, wie wichtig die Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule ist. Ich weiß noch, dass ich an jedem Elternsprechtag von Zimmer zu Zimmer geflitzt bin, um jeweils 10 Minuten mit den Lehrkräften zu sprechen. Der Austausch war mir einfach wichtig, denn meine Haltung war immer die des offenen Austauschs und der Transparenz. Dieses Engagement wurde meist belohnt.

Dass diese Haltung auf beiden Seiten wichtig ist, dürfte logisch sein. Nur dadurch öffnen sich Räume – oder neue Türen, um bei meinem Buchtitel zu bleiben – um Lösungen zu finden. Gerade für hochbegabte Kinder und Jugendliche braucht es ungewöhnliche, kreative und auch neue Lösungen. Das reicht von Enrichment über Klassensprung (Akzeleration) bis hin zur Digitalen Drehtür, eigenen Projekten oder einem beschleunigten Lerntempo oder Lernpatenschaften.

Hochbegabung kann ein Beschleuniger beim Ändern von Glaubenssätzen sein

Jede Partei, ob Eltern oder Lehrkraft, bringt ihren eigenen Blick auf das Kind mit. Das zusammen ergibt einen ganzheitlichen Blick, der individuelle Lösungen ermöglicht. Im besten Fall ist das Kind oder der Jugendliche selbst mit eingebunden in diesen Prozess und darf äußern, was ihm helfen könnte. Dies ist die Ebene der grundsätzlichen Haltung in der Kommunikation.

Eine tiefere Ebene bilden alte Denkmuster und Prägungen. Erst, wenn ich in der Lage bin, diese zu hinterfragen und mir meine wahrhaftige Meinung bilde, kann ich meine Haltung verändern. Ich glaube, dass Eltern hochbegabter Kinder, bei denen sowieso alles anders ist, sehr schnell an diesen Punkt kommen, Dinge zu hinterfragen. Spätestens dann, wenn ihre Kinder es ihnen vormachen und ihnen damit einen Spiegel vorhalten.

Perspektivenwechsel im Eltern-Lehrergespräch
Ein Perspektivenwechsel sorgt für Verständnis

Die Haltung von Eltern für eine starke Partnerschaft

Zusammengefasst gibt es einiges, was Eltern tun können. Sie könnten das, was sie selbst über Schule denken, auf den Prüfstand stellen. Sie könnten lernen, Schule nicht als Gegner zu sehen, sondern als Partner im gemeinsamen Bestreben, das Beste für das Kind herauszuholen. Hier hilft es sehr, einmal die Perspektive zu wechseln.

Gespräche auf Augenhöhe sind wichtig, um gegenseitig Wissen einzubringen und hinzuhören. Das gilt für beide Seiten, für Eltern wie auch für Lehrkräfte. Eltern sind die Experten ihrer Kinder und natürlich sind sie emotional verstrickt. Lehrkräfte erleben das Kind in der sozialen Gemeinschaft und dürfen lernen, dass hochbegabte Kinder anders ticken. Treffen wir uns also in der Mitte und haben Mut, Neues auszuprobieren. Denn hochbegabte Kinder scheitern vor allem an Haltungen, die kreative Lösungen verhindern.

Susanne Burzel Autorin

Weiterbildung für Lehrkräfte - Workshops in Schulen mit Susanne Burzel:

Underachievement bei Hochbegabung erkennen und wirksam begegnen

Wie erkennst du Underachievement rechtzeitig? Welche Ursachen stecken dahinter? Und vor allem: Was kannst du als Lehrkraft konkret tun, um betroffene Schülerinnen und Schüler zu fördern und zu begleiten?

Das Angebot ist akkreditiert in der Lehrkräfte-Akademie Hessen.

Weißt du, was mich am meisten nervt? Dass es abends so früh dunkel ist und ich bereits um 17 Uhr das Gefühl habe, der Tag sei gelaufen. Der 12. Dezember ist so ein Tag. Grau, kalt und irgendwie wie immer. Mein Highlight: Heute ist Co-Blogging und ich kann mich nach einer aufreibenden Woche an einem Text austoben.

Was ist „12 von 12“?

12 von 12

Meine 12 Bilder im Dezember 2025

Mein Bürotag beginnt mit bunten Lichtern - sie sind ein Lichtblick im Grau, welches draußen zu sehen ist. Ich bin froh über mein Lichtbäumchen, welches heute gut mit dem Hintergrundbild meines PCs harmoniert.

Der Morgen beginnt mit dem Co-Blogging in der The Content Society. Ich freue mich jede Woche auf die Runde, sie ist im letzten Jahr zu einer liebgewonnenen Gewohnheit geworden.

Mein Blogartikel ist fertig und hier baue ich ihn gerade in mein WordPress-Layout ein. "Schulentwicklung als Chance: Neue Wege für Hochbegabte und ihre Familien". Wenn du magst, lies gerne rein.

Der Blick aus dem Bürofenster ist so wie am 12. November: Grau, neblig, trüb. Ich habe Mühe, meine Stimmung aufrecht zu erhalten. Ins Flugzeug setzen, gen Süden fliegen, wäre jetzt genau das Richtige. Mal sehen, was der Tag noch so bringt.

Huch, da habe ich völlig vergessen, mein Frühstück zu fotografieren. Übrig bleibt also der Teller mit den Krümeln. Es gab ein Brötchen und ein Kaffeestückchen für die Seele. Ich kann momentan nicht anders.

Beim Wegräumen des Geschirrs fällt mein Blick auf diese Pflanze. Keine Ahnung, was das für eine ist, sie war ein Geschenk. Leider sind zwei Blüten ziemlich schnell heruntergekracht, da die echt schwer sind. So richtig glücklich ist die Pflanze nicht, ich muss mal schauen, was das für eine ist und was ich ihr Gutes tun kann.

Nach dem Blogartikel ist vor dem Newsletter. Normalerweise mache ich diesen immer Vormittags, aber das habe ich nicht mehr geschafft. Daher hier der fertige Newsletter. Falls du dich für Hochbegabung interessierst, kannst du ihn hier abonnieren.

Ich fürchte, die Sonne schafft es heute nicht mehr, doch sie lässt am Nachmittag wenigstens einen kleinen Lichtblick da.

Die Woche hat mich echt geschlaucht, daher gönne ich mir jetzt am Freitag eine Tasse Kaffee auf dem Sofa. Mal sehen, ob ich gleich noch etwas arbeite oder einfach hier liegen bleibe...

Da ist sie! Gegen 15.30 Uhr war die Sonne endlich da, aber nach 15 Minuten wieder verschwunden. Immerhin. Aber um diese Uhrzeit schon ein Sonnenuntergang? Bald ist Wintersonnenwende.

Heute ist noch ein Brief gekommen mit einer Spendenquittung. Ich habe statt Weihnachtsgeschenke für meine Kunden für den Verein Menschen für Kinder e.V. gespendet.

Ich habe wieder mit Stricken angefangen, es soll ein Pulli werden in kirschrot. Bei Nadelstärke 7 wird das schnell gehen.

Die Sonne hat sich nur kurz blicken lassen, aber so ist es eben. Der Frühling kommt bestimmt, diesen werde ich wieder genießen.

Wenn es dir hier gefällt, lies auch gerne meinen Blog zu Hochbegabung und Underachievement.

Kürzlich sah ich auf Instagram ein Reel, welches die Schulentwicklung seit 1800 zeigte. Das Video von ki_zeitreise reichte bis ins Jahr 2300. Bezeichnend war, dass alle gezeigten Situationen geprägt waren von Frontalunterricht. Jeder Schüler sitzt an seinem Tisch, die Lehrkraft steht vorne an der Tafel und erklärt den Lernstoff. Wir erleben aktuell, wie sehr das Schulsystem an seine Grenzen stößt. Für viele Kinder wird Schule zum Leidensweg, besonders für Hochbegabte. Aber es gibt Hoffnung. Daher beleuchte ich hier die Möglichkeiten und sehe Schulentwicklung als Chance: Neue Wege Wege für Hochbegabte und ihre Familien.

Herausforderungen hochbegabter Kinder im aktuellen Schulsystem

Gleichberechtigtes Lernen wird oft mit Lernen im Gleichschritt verwechselt. Wenn jeder Schüler das Gleiche zur gleichen Zeit mit den gleichen Lernmethoden lernen muss, dann haben wir Lernen im Gleichschritt. Der Fokus auf die Individualität geht dabei komplett verloren.

Auch, wenn in dem besagten Reel auch Gruppentische gezeigt wurden und die Lerngruppe im Jahr 2300 endlich kleiner war, so sind das nur marginale Änderungen im gezeigten Gesamtbild. Am Ende zieht sich der Frontalunterricht als roter Faden durch die Zeit. Ich feiere die Ansätze von Schulentwicklung, aber es gibt auf der anderen Seite immer noch viel zu viele Schulen, die traditionell unterrichten: Feste Stundenpläne, Lernen in 45-Minuten Einheiten, Hausaufgaben und vieles mehr.

Hausaufgaben gehören der Vergangenheit an
Hausaufgaben sollten der Vergangenheit angehören.

Die Rahmenbedingungen von Schule erschweren Individualisierung

Genau das bringt unsere hochbegabten Kinder zum Stolpern. Denn Schule ist auf den „Normschüler“ ausgerichtet, die individuelle Förderung, wie sie im Sinne der Inklusion gefordert wird, findet selten statt. Den Lehrkräften ist selten ein Vorwurf zu machen. Die aktuellen Rahmenbedingungen, wie Superdiversität, eingeengte Raumstrukturen, fehlende Inhalte in der Lehramtsausbildung etc. lassen Veränderungen kaum zu. Lehrkräfte fühlen sich oft überfordert.

Die Herausforderungen für Hochbegabte bleiben. Sie werden in ihrer natürlichen Lernfreude ab der Einschulung ausgebremst und sind im Schulalltag einer ständigen Unterforderung ausgesetzt. Ihre schnelle Auffassungsgabe und die Verweigerungshaltung zum Üben und Wiederholen lassen sie den Schulbesuch kaum aushalten. Langeweile wird zum Frust und dieser schließlich zur Resignation.

Hochbegabte Kinder bleiben frustriert zurück und entziehen sich immer mehr

Die Kinder reagieren unter Umständen mit Verhaltensauffälligkeiten, um sich abzulenken oder ihren Frust zu verarbeiten. Schnell werden sie pathologisiert und möglicherweise mit einer ADHS-Diagnostik belegt. Ein genaues und ganzheitliches Hinschauen findet selten statt. Die Folgen sind ein ausgeprägtes Underachievement bis hin zur Schulverweigerung, weil diese Kinder es nicht mehr aushalten können.

Dazu kommt eine fehlende Passung zwischen den sozialen Individuen, die in einer Klassengemeinschaft nach Jahrgang sortiert zusammengefasst werden. Die Kinder fühlen sich fehl am Platz, spüren, dass sie anders sind und ziehen sich zurück. Die Langzeitfolgen, wie ein mangelnder Selbstwert sind kaum abschätzbar. Auf jeden Fall bedeutet diese Situation eine große Belastung für Familien, die sich im Konflikt mit der Schulpflicht und dem Wohlergehen des Kindes wiederfinden. Was passieren kann, davon liest du in diesem Artikel.

Ein Baumhaus zum Träumen Susanne Burzel

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Zwischen Leistung und Wohlbefinden – was soll Schule können?

Schule besteht aus vielen Ebenen. Einigen möchte ich auf den Grund gehen, um zu schauen, wohin die Reise gehen könnte. Die Leistungsebene ist die wichtigste, die wir derzeit noch mit der Schule verknüpfen. Eine Aufgabe von Schule ist die Wissens- und Kompetenzvermittlung, sodass die Schülerinnen und Schüler irgendwann ihr eigenes Leben bestreiten können. Daneben sind die psychisch-soziale Ebene sowie die gesellschaftliche Ebene wichtig zu betrachten.

Die Leistungsebene: Ängste und Wünsche von Eltern

Eltern wünschen nur das Beste für ihre Kinder. Vielleicht kämpfen sie dafür, dass es ihnen einmal besser gehen soll als ihnen selbst. Daher sind viele Eltern einem selbstgemachten Druck ausgesetzt, dass das Kind möglichst gute Leistungen erbringt. Ich selbst war so eine Mutter. In der Grundschule war es mir wichtig, dass mein Sohn alle Hausaufgaben gut erledigt. Dazu saß ich jeden Tag mit ihm 1-2 Stunden daran. Ich wusste, er konnte es, aber er brachte es nicht aufs Papier.

Letztendlich hat uns beide das zermürbt, da er aufgrund seiner schnellen Auffassungsgabe Wiederholungen und Übungen verabscheute und ich dafür kämpfte, dass er es tat. Also waren wir jeden Tag aufs Neue in einem Konflikt. Jahre später, als ich Fragebögen innerhalb der zahlreichen Diagnostiken ausfüllen musste, wurde ich gefragt, was ich mir für meinen Sohn wünsche. Ich schrieb, dass er glücklich werden soll mit dem, was er tut und sich damit am Leben halten kann. In den Jahren hatte ich viel dazugelernt. In meinem Buch erzähle ich mehr darüber:

Hochbegabt gescheitert Susanne Burzel

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Die psychisch-soziale Ebene: Das Wohlbefinden von Kindern

Schülerinnen und Schüler müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt Leistung erbringen. Der Beweis erfolgt meist in Form von Klassenarbeiten oder mündlichen Abfragen. Das heißt, die Kinder sind ständig einem großen Druck ausgesetzt. Zudem sind sie in Klassengemeinschaften untergebracht und müssen sich dort sozial integrieren. Einige bleiben außen vor, während andere gut integriert sind. Es entsteht eine Diskrepanz im sozialen Gefüge.

Dazu kommt, dass vielen Lehrkräften die Zeit fehlt, sich um die einzelnen Schüler zu kümmern. Einfach deshalb, weil es zu viele sind oder weil sie diese zu selten sehen. Der Fokus von vielen Lehrkräften liegt ebenfalls auf der Leistungsebene, schließlich muss der Lehrplan erfüllt werden. Du siehst, es entsteht ein großes Ungleichgewicht zwischen der Leistungsebene und der psychisch-sozialen Ebene. Irgendetwas muss auf der Strecke bleiben.

Die gesellschaftliche Ebene: Warum Schule sich anpassen muss

Um dem Argument der „Weichspülpädagogik“ vorzugreifen: Es hat seinen Grund, warum die Zahl der Schulverweigerer sowie die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss jährlich steigt. Es ist ein kaum zu überhörendes Alarmsignal. Fest steht auch, dass sich Schule den Kindern anpassen muss und nicht umgekehrt, wie ich in diesem Artikel eingehend beschrieben habe. Die Argumente von „Da musst du durch“ oder „Uns hat es damals auch nicht geschadet“ führen uns nicht weiter. Denn die Gesellschaft, die Werte und unsere Art zu leben hat sich grundlegend verändert.

Während in den Zeiten der Industrialisierung das Lernen im Gleichschritt vielleicht noch angebracht war, so sieht dies in Zeiten der Superdiversität ganz anders aus. Lehrkräfte sind heute mit anderen Herausforderungen konfrontiert als vor einigen Jahrzehnten. Die Arbeitswelt hat sich verändert und KI hält immer mehr Einzug. Daher muss sich Schule dem gesellschaftlichen Wandel anpassen. Und wer, wenn nicht Schule, muss dies ermöglichen?

Die Ursachen von fehlenden Reformen im Schulsystem

Doch warum verändert sich Schule so langsam? Was sind die Hemmschwellen, warum keine Reformation des Schulsystems erfolgt? Vor allem sehe ich den Bildungsföderalismus als eine Ursache. Jedes Bundesland hat seine eigenen Schulsysteme, seine eigenen Schulgesetzte sowie seine eigenen Begrifflichkeiten. Ein Konsens ist hier schwerlich möglich.

Zudem ist das Bildungssystem sehr komplex aufgebaut, was Bewegung schwierig macht. Es fehlt der Mut für Reformen, denn Veränderung bedeutet Neuland. Also liegt die Verantwortung bei den einzelnen Lehrkräften und Schulleitern, die dies beherzt in die Hand nehmen und damit zahlreichen Widerständen ausgesetzt sind. Um in das System einzutauchen, empfehle ich die Lektüre von „Warum noch Lernen“. Bob Blume erklärt die Hemmschwellen im Bildungssystem sehr genau.

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6 ausgewählte Ansätze in der Schulentwicklung

Nicht zuletzt sind es auch Ängste, die dahinterstecken. Warum etwas ändern, wenn es doch scheinbar funktioniert? Und früher hat es auch geklappt, also hat sich das System doch bewährt? Es geht um unsere Kinder, Veränderungen möchte man nicht riskieren. Es könnte ja schiefgehen. Dass Schule aber auch anders agieren kann, zeigen folgende 6 ausgewählte Ansätze in der Schulentwicklung:

Gelingensnachweise statt Klassenarbeiten

Schule soll Leistung sichtbar machen. Auch Lehrkräfte müssen wissen, wo ihre Schüler stehen. Ein neues Wort erobert derzeit die Schulwelt: Gelingensnachweise. Während manche Schule nur das Wort ändern, so braucht es doch eine Änderung in der Struktur.

Klassenarbeiten werden zu einem bestimmten Zeitpunkt geschrieben, der für alle gilt. Gelingensnachweise erfolgen dann, wenn jeder Schüler bereit dazu ist, seine Leistung zu zeigen. Gelingt der erste Versuch nicht, dann gibt es einen zweiten. Der Sinn dahinter ist, dass jedes Kind ein eigenes Lerntempo hat und diesem entsprochen wird. Warum also Druck aufbauen, wenn es nicht notwendig ist?

Kreative Leistungsbeurteilung und Kompetenzraster statt Notengebung

Die Fertigkeiten und das Wissen in 6 Zensuren zu pressen, sagt über den Schüler wenig aus. Dazu kommt, dass diese Bewertung der subjektiven Betrachtung der Lehrkraft obliegt. Eine gewisse Ungerechtigkeit kommt also noch hinzu. Es ist selten festgeschrieben in den Schulgesetzen, dass die Leistungsnachweise mit 45-minütigen Klassenarbeiten zu erbringen ist, die alle gleichzeitig schreiben.

Vielmehr bestehen hier Spielräume, Leistungsnachweise individuell zu gestalten und z. B. eine Projektarbeit über 2 Wochen bewerten zu können. Ein Kompetenzraster hilft dabei, die vorhanden Kenntnisse und das erworbene Wissen detailliert sichtbar zu machen. Zudem hilft es den Schülern bei der Reflektion der erledigten Aufgabe, worin ein weiterer Lerneffekt besteht.

Schulentwicklung als Motor für Selbstwirksamkeit
Schulentwicklungsmaßnahmen erhöhen die Selbstwirksamkeit von Schülerinnen und Schülern.

Selbstorganisiertes Lernen statt Lernen im Gleichschritt

„Unterricht ist aller Übel Anfang“, postuliert Stefan Ruppaner. Ich erinnere noch einmal an das Reel von Beginn dieses Beitrags. Während die Schüler in einem Frontalunterricht Wissen „eingetrichtert“ bekommen, finde ich es sinnvoller, den Kindern eine gewisse Freiheit zuzugestehen im Vertrauen darauf, dass Kinder grundsätzlich gerne lernen.

Warum also die Lernfreude durch 45-Minuten Einheiten und Fachwechsel unterbrechen? Schulen wir sie doch in Selbstorganisation und damit untrennbar verbunden auch in Selbstregulation und lassen sie dadurch Selbstwirksamkeit erleben. Sind das nicht die Skills, die später im Arbeitsleben benötigt werden?

Gemeinschaftsschule statt weiterführender Schulen

Während in Berlin die Grundschule 6 Jahre dauert, findet der Wechsel in die weiterführenden Schulen in den meisten Bundesländern nach Klasse 4 statt. Die Kinder sind dann 10 Jahre und müssen sich für eine Schulform entscheiden: Gymnasium, Realschule, Hauptschule, Gesamtschule und andere.

Erstens entsteht hier ein zusätzlicher Druck auf die Familien, da die Empfehlungen von den Leistungen abhängen. Mancherorts werden für den Übergang sogar Prüfungen geschrieben. Hier werden eine Selektion und Trennung vorgenommen, die in diesem Alter schwer ist. Gemeinschaftsschulen von Klasse 1 bis 10 oder sogar bis zum Abitur sind eine gute Lösung, Ruhe ins System zu bringen und Druck herauszunehmen.

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Beziehungsarbeit statt Leistungsdruck und Kontrolle

Schule war bisher von Leistungsdruck und Kontrolle geprägt. Es geht sogar so weit, dass wir Eltern denken, dass die Kinder Druck brauchen, um lernen zu können. So haben wir es erfahren und geben dies unreflektiert so weiter. Heute ist das Wohlbefinden von Kindern wichtiger denn je, damit diese am Ball bleiben und ihr Potenzial zeigen können.  

Wenn es um Schulentwicklung geht, sprechen viele von der Haltung der Lehrkräfte. Haltung hat jeder, doch eine wohlwollende ist entscheidend. Eine, die geprägt ist von Vertrauen, Wertschätzung, echtem Interesse und Veränderungswillen. Die begleitet, loslässt aber auch auffängt, wenn es notwendig ist. Warum auch die Haltung von Eltern wichtig ist, liest du in diesem Artikel.

Raum als dritter Pädagoge statt Frontalunterricht und Klassengemeinschaften

Und nochmal Stefan Ruppaner: „Schule muss der schönste Ort im Dorf oder in der Stadt sein“. Das sagt alles aus, denn wo ich mich wohlfühle, gehe ich auch gerne hin. Die Schulentwicklung sieht den Raum als dritten Pädagogen. Jeder lernt anders und sollte die Gelegenheit erhalten, dies ausleben zu dürfen. Das gelingt in Schulen, wie der Alemannenschule Wutöschingen.

Frontalunterricht gehört somit der Geschichte an, denn Tafeln findet man dort nicht. Es gibt auch keine Klassen mehr, denn die Kinder finden sich in Lerngruppen wieder. Diese sind jahrgangsdurchmischt, denn so können Jüngere von Älteren lernen und umgekehrt. Du kannst dir das so vorstellen, dass in so einer Schule alle Strukturen gesprengt wurden, damit sich jeder frei entfalten kann.

Schulentwicklung macht neue Hoffnung
Schulentwicklung sprengt alte Strukturen und neue werden etabliert.

Schulentwicklung als Chance für gleichberechtigtes Lernen

Es gibt noch viele weitere Beispiele, aber ich habe nur diese 6 herausgegriffen. Gerade unseren hochbegabten Kindern kommen diese Maßnahmen der Schulentwicklung extrem entgegen. Eine kreative Leistungsbeurteilung spornt sie an, in ihrem Projekt alles zu geben. Die Leistungstiefe bestimmen sie dabei selbst. Das selbstorganisierte Lernen ermöglicht ihnen, im Lernstoff schneller voranzugehen und sich schwierigeren Aufgaben zu widmen.

Eine positive Beziehungsarbeit sorgt dafür, dass sie sich gesehen fühlen und Vertrauen zur Lehrkraft aufbauen. Diese bekommt einen wichtigen Einblick in die Besonderheiten dieser Kinder und kann sie gewähren lassen und fördern. Das Lernen in selbstgewählten und auch jahrgangsübergreifenden Lerngemeinschaften ermöglicht es ihnen, sich adäquate Lernpartner zu suchen, mit denen es sich gut versteht, oder wo es sich unter Gleichgesinnten fühlt.

Schulentwicklung bietet neue Wege für Hochbegabte und ihre Familien

Du siehst, die aufgezeigten Maßnahmen von Schulentwicklung bieten neue Wege für Hochbegabte und ihre Familien. Weitere Maßnahmen wären das Arbeiten mit KI, Lernateliers, Team-Teaching, der Verzicht auf Hausaufgaben, individuelles Lerncoaching, Growth Mindset-Denken, kluge Graduierungssysteme und vieles mehr. Ich bin sehr froh, dass es Lehrkräfte gibt, die Schulentwicklung vorantreiben, indem sie schwerpunktmäßig die ein oder andere Maßnahme forcieren.

Mal mit Unterstützung der Schulleitung, aber auch ohne im Kleinen. Die Erkenntnisse der Maßnahmen sind wichtig, um andere Lehrkräfte mitzunehmen und sie einzuladen, es auch einmal zu versuchen. Für unsere hochbegabten Kinder ist das Thema Schulentwicklung ein großer Gewinn. Das sage ich als Mutter von zwei hochbegabten Kindern, die Schule verweigert haben und ohne Abschluss die Schule verlassen mussten.

Daher ist es für mich ein Herzensanliegen, Lehrkräfte über die besonderen Eigenschaften von Hochbegabung und die Gefahren des Underachievements zu informieren. Und auf der anderen Seite Eltern Mut zu machen und ihnen zu zeigen, wie Schule aussehen könnte. Im Endeffekt ist dies positiv für alle Seiten. Hoffen wir, dass der Druck auf die Politik wächst und übergreifende Reformen bald stattfinden.

Susanne Burzel Autorin

Weiterbildung für Lehrkräfte - Workshops in Schulen mit Susanne Burzel:

Underachievement bei Hochbegabung erkennen und wirksam begegnen

Wie erkennst du Underachievement rechtzeitig? Welche Ursachen stecken dahinter? Und vor allem: Was kannst du als Lehrkraft konkret tun, um betroffene Schülerinnen und Schüler zu fördern und zu begleiten?

Das Angebot ist akkreditiert in der Lehrkräfte-Akademie Hessen.

Als Eltern gelangen wir möglicherweise in einen Modus, in dem wir nur noch funktionieren. Wir selbst vergessen uns dabei völlig, wobei dies sicher vor allem uns Mütter betrifft. So vergeht ein Tag nach dem anderen und irgendwann fragen wir uns: „Wo bin ich geblieben?“ Der Alltag in der Familie, vor allem mit hochbegabten oder anders neurodivergenten Kindern ist anstrengend. Daher geht es heute um Selbstfürsorge als Schlüssel zu einem starken Eltern-Mindset und 5 Übungen, die ich dir an die Hand geben möchte.

Definition: Was ist das Mindset und warum es so wichtig ist

Gerade sprach ich von Mindset. Doch was ist das eigentlich? Und warum ist es so wichtig? Mindset hören wir oft im Zusammenhang mit dem Business. Unternehmer werden gecoacht, ein bestimmtes Mindset aufzubauen, um erfolgreicher zu werden. Dass das Thema Mindset für uns Eltern ebenso wichtig ist, geht oft vergessen. Es gibt auch das Growth Mindset, welches in immer wichtiger in der Schule wird.

Das Mindset ist kurz gesagt die Zusammensetzung der Gedanken. Stell dir vor, du stehst an der Spülmaschine und räumst das Geschirr aus. Aus heiterem Himmel baut sich Wut in dir auf und du lässt einen Teller fallen. Das ist eine unmittelbare Auswirkung deiner Gedanken. Möglicherweise hast du gerade über den Streit von gestern nachgedacht. Sofort reagieren deine Gefühle darauf und dein Bauch ist wieder voller Wut. Dies manifestiert sich in einer Handlung, indem du den Teller fallen lässt.

Mindset überrascht uns bei der Hausarbeit
Diffuse Gefühle können uns bei der Hausarbeit überraschen. Sei wachsam für die Ursache.

Alles beginnt mit deinen Gedanken

Das bedeutet, alles beginnt mit deinen Gedanken. Daher finde ich es wichtig, diese zu beobachten. Beginnst du damit, wirst du nach und nach merken, wie die Gedanken, Gefühle, Handlungen und Gewohnheiten zusammenwirken. Bist du also aufmerksam und erwischt dich dabei, wie sich Wut aufbaut, ohne dass es einen konkreten Anlass gab, kannst du rechtzeitig intervenieren. Damit beginnt deine Mindset-Arbeit.

Jeder von uns ist einzigartig. Wir alle haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht und sind von unseren Eltern und ihren Eltern geprägt worden. Wir haben in unserer Kindheit teilweise ungefragt ihre Einstellungen übernommen, die wir jetzt hinterfragen dürfen. Unsere Gewohnheiten haben sich mit der Zeit entwickelt und manch einer sagt: „Ich kann nicht aus meiner Haut“. Darauf entgegne ich: „Doch“. Beginnen wir also gleich damit.

Deine innere Haltung ist entscheidend für das Familienklima

Du denkst vielleicht, dass du im herausfordernden Alltag eh keine Zeit für dich hast? Oder möchtest du dir die Zeit nicht nehmen? Es ist eine Frage der Einstellung, wie du dazu stehst und auch, wie du das für dich argumentierst. Betrachte doch einmal dein Umfeld. Wir sind die Essenz aus den 5 Menschen, die uns umgeben. Das hat etwas mit den Spiegelneuronen zu tun.

Das heißt, unsere Kinder übernehmen unsere innere Haltung. Sie spiegeln wider, was wir sind. Das kann sehr aufschlussreich sein, da du hier viel über dich selbst lernen kannst. Vielleicht nimmst du dir ein wenig Zeit und denkst darüber nach? In meinem Buch „Hochbegabt gescheitert – und neue Türen öffnen sich“ habe ich geschrieben, wie meine Söhne mir meine eigenen Werte spiegeln. Achtsamkeit beginnt beim Innehalten, beim Hinschauen und beim Wahrnehmen. Nimm dir diese Zeit immer mal zwischendurch.

Hochbegabt gescheitert Susanne Burzel

Die Geschichte meines älteren Sohnes ist ganz ähnlich wie die von Markus - 2 Jahre Schulverweigerung inklusive. In meinem Buch "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich" kannst du mehr über all die Herausforderungen, die wir bewältigen mussten, erfahren.

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Meine persönlicher Gamechanger Moment

Wenn deine Umgebung dich mit etwas triggert, dann kann es daran liegen, dass dir deine Umgebung ein Thema spiegelt, zu dem du Widerstände hast. Dazu eine persönliche Erfahrung. Es war 2018 und mein Business erfüllte mich immer weniger. Ich scrollte immer öfter auf Facebook und blieb in einem Q&A stecken, welches sich um das Thema Mindset drehte. Ich fragte schließlich, warum meine Umgebung stets meckert, weil ich zu wenig Geld für das, wofür ich ausgebildet bin, verdiene. Ich reagierte mittlerweile sogar aggressiv deswegen.

Katrin Ziebart, die das Q&A leitete, sagte nur einen Satz: „Kann es sein, dass es deine eigenen Ängste sind?“. Das war einer der Momente, in denen die Welt stillstand. Ich verstand in diesem Moment, dass es an mir lag, und ich entdeckte die Eigenverantwortung für mich. Also beschloss ich, mein Unternehmen auf neue Füße zu stellen und verließ meine Komfortzone. Ich wurde mit 10 neuen Aufträgen innerhalb einer Woche belohnt, mein Unternehmen war gerettet.

Wenn du die ganze Geschichte hören möchtest - ich erzähle sie dir hier:

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Warum Eltern hochbegabter Kinder besonders gefordert sind

Diese Erfahrung und die Erkenntnisse haben mir geholfen, die herausfordernde Zeit mit meinen beiden hochbegabten Kindern besser zu überstehen. Auch, wenn ich mich ins Bad eingeschlossen und viele Tränen vergossen habe oder meine Wut laut herausgeheult habe, so wusste ich doch immer, es geht irgendwann wieder aufwärts. Wie du vielleicht weißt, war unser älterer Sohn zwei Jahre schulabstinent. Auch der Jüngere verweigerte irgendwann die Schule. Diagnostiken, Mobbing, Schulgespräche, Fehldiagnosen, Schulwechsel, die Kommunikation mit Ämtern und vieles mehr forderten meine ganze Kraft.

Hochbegabte und anders neurodivergente Kinder können unseren Familienalltag auf den Kopf stellen. Denn wir müssen uns mehr um die besonderen Bedürfnisse und die Herausforderungen damit kümmern als Eltern, bei denen die Kinder einigermaßen normal die Schule durchlaufen. Das Schulsystem stellt uns vor besondere Herausforderungen, was Schulpflicht, Hausaufgaben, Lernen und den Schulbesuch angeht. Wir selbst als Eltern bleiben dabei oft auf der Strecke.

Eltern hochbegabter Kinder sind oft überfordert
Eltern von hochbegabten oder anders neurodivergenter Kinder sind oft besonders überfordert

Warum Selbstfürsorge hier besonders wichtig ist

Wir bewegen uns in so einem Fall also stets im Außen. Wir regeln Dinge, recherchieren, kümmern uns und führen Gespräche. Ständig sind wir auf der Suche nach Lösungen, aber immer geht es dabei um die Bewältigung von den Problemen, mit denen wir immer wieder konfrontiert sind. Das kann sogar soweit gehen, dass wir uns gar nicht mehr mit uns selbst beschäftigen wollen und eine innere Leere Platz genommen hat.

Wir funktionieren nur noch im täglichen Automatismus. Haben wir Pausen, versuchen wir andere Dinge zu regeln oder schlafen sofort ein. Selten jedoch kümmern wir uns im Sinne einer guten Selbstfürsorge um uns selbst. Die Frage ist nur: Wenn wir aussenden, dass es uns nicht gut geht, oder wir uns selbst verloren haben, wie reagiert unser Umfeld darauf?

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Wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben?

Dazu passt eine Frage zwischendurch: Wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben? Dein Kind? Dein Mann? Deine Mutter oder dein Vater? Nein, es bist du. Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Daher kannst auch nur du Verantwortung für dich selbst, für deine eigenen Empfindungen, Gedanken und Gefühle übernehmen.

Wenn du dich auf dich selbst einlässt, wirst du vieles entdecken. Es ist sehr viel Schönes dabei, aber auch Schmerzhaftes. Betrachte deine Essenz wie eine Schatzkiste, die in dir schlummert. Im Laufe der Jahre hat sich viel Geröll darüber angesammelt, sodass die Schatzkiste heute verborgen ist. Aber sie ist da, auch wenn sie gerade nicht sichtbar ist. In diesem Artikel schreibe ich darüber, wie Hochbegabung zu einem Schatz in meinem Leben wurde.

5 leichte Übungen, dein Eltern-Mindset zu stärken

Mindset-Arbeit ist ein großes Thema. Dabei geht es immer um deine Einstellungen zu verschiedenen Bereichen, wie Geld, Selbstwert, Verkaufen (wenn du ein Unternehmer bist) oder andere Themen. Das ist spannend, daher lohnt es sich, wenn du dich damit beschäftigst. Aus diesem Grund möchte ich dir 3 leichte Übungen an die Hand geben, die dein Eltern-Mindset stärken können.

Selbstfürsorge Beobachte deine Gedanken
Die Beobachtung der Gedanken ist der Schlüssel für ein positives Eltern-Mindset

Sag Stopp, wenn du Unwohlsein spürst

Vielleicht bemerkst du es, wenn du gerade ungewollte Gefühle aufbaust. Auch wenn du nicht weißt, wo sie herkommen. Das kann handfeste Wut sein oder ein diffuses Gefühl, dass gerade etwas nicht in Ordnung ist und deine Stimmung droht zu kippen. Wenn du das merkst, sag erst einmal Stopp. Entweder laut oder in deinen Gedanken.

Das unterbricht den Gedankenfluss und verschafft dir eine kleine Pause. Denk kurz darüber nach, woher die Gefühle kommen, also an was du gerade gedacht hast. Jetzt hast du die Möglichkeit, diese Gedanken ziehen zu lassen und dich etwas anderem zu widmen. Du kannst auch offensiv vorgehen und dir immer mal wieder zwischendurch deine Gedanken, bzw. was du gerade gedacht hast, bewusst machen und in dich hineinspüren, wie es dir jetzt gerade geht.

Glaubenssätze erkennen

Manchmal reagieren wir genau so, wie es unsere Eltern uns gelehrt haben. Das liegt daran, dass wir ihre Glaubenssätze ungefragt übernommen haben. Nehmen wir das Beispiel Geld. Wie ist deine Einstellung dazu? Glaubst du, dass Geld den Charakter verdirbt? Oder dass Geld schmutzig ist? Hast du das gelernt, oder glaubst du das wirklich?

Befasse dich mit dieser Frage und geh ihr auf den Grund. Wo kommt das her? Warum denkst du so darüber? Und wie möchtest du eigentlich darüber denken? Denn Geld ist ja an sich etwas Positives und erleichtert dein Leben. Du wirst merken, dass deine alten Glaubenssätze die Kraft von mehrspurigen Autobahnen haben. Sie sind sehr stark und mächtig. Dein neuer Glaubenssatz ähnelt erst einmal einem Pfad durch ein Feld, den du gerade beginnst, neu zu entdecken. Bleib also dran dich damit zu beschäftigen, damit deine neuen Glaubenssätze stärker werden und die alten sich verabschieden dürfen.

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Die 5 x Warum-Übung

Wenn du nicht dahinterkommst, woher deine Einstellung kommt, z. B. „ich vermeide es, XY zu tun“, dann frage dich 5-mal „Warum ist das so?“ Du merkst, dass du mit deiner Antwort immer tiefer kommst. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass du ehrlich zu dir selbst bist. Aber es ist eine schöne Möglichkeit, zum wahren Grund für deine Einstellung zu gelangen.

Jetzt kannst du ihn hinterfragen und für dich klären, wie du damit umgehen möchtest. Ist deine Vermeidungshaltung begründet? Was würde dir helfen, es anzugehen? Bleib dabei immer liebevoll und verständnisvoll mit dir selbst. Das ist das Allerwichtigste. Denn es geht um Selbstfürsorge sowie um Entwicklung. Schließlich wollen wir die Schatzkiste in dir heben.

Spiegelübung zur Selbstreflexion

Hast du dich schon einmal vor einen Spiegel gestellt und dir gesagt, dass du dich liebst? Musst du jetzt lachen? Ja, das klingt schon etwas ungewohnt. Ehrlich gesagt hatte ich viele Momente, in denen ich es vermieden habe, mich im Spiegel anzusehen. Ich mochte mich nicht und konnte meinen Anblick nicht ertragen. Das hat sich glücklicherweise geändert und heute flirte ich mit mir.

Also lade ich dich ein: Stell dich vor einen Spiegel und betrachte dein Gesicht. Was entdeckst du Schönes an dir? Verweile dort und genieß den Anblick. Lass dich darauf ein. Wenn du den Mut hast, sprich folgendes aus: „Ich liebe mich und ich akzeptiere mich so, wie ich bin“. Dann fühle in dich hinein. Wie fühlt sich das an? Fühlst du Freude oder Trauer? Alles darf sein. Und es darf raus. Übe das immer wieder und beobachte, wie sich deine Einstellung verändert.

Sei wie ein Baum (mit Kurzmeditation)

Auf einem Body Resonance®-Seminar erzählte David Crean davon, wie ein Baum zu sein. Tief verwurzelt in der Erde mit einer wunderschönen Blätterkrone. Ich möchte nicht mehr dazu schreiben, aber dieses Bild ist in eine der 10 Geschichten meines Kinderbuchs „Ein Baumhaus zum Träumen“ sowie in meinen Adventskalender 2025 eingeflossen.

Daher möchte ich dir ans Herz legen, dir das Video aus meinem Adventskalender anzuschauen. Genieß die kleine Meditation, die eigentlich eine Einschlafgeschichte zum Vorlesen für Kinder ab 4 Jahren ist. Aber ich habe mir sagen lassen, dass auch Erwachsene das gerne mögen. Viel Freude dabei!

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Ein Baumhaus zum Träumen Susanne Burzel

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Fazit: Starke Eltern – starke Kinder

Mindset-Arbeit ist ein großes Thema. Vor allem ist es nichts, was du eben mal machst, und dann ist alles gut. Es ist eher ein Prozess, der nie endet. Am Anfang schlagen die Wellen sehr hoch, weil du viele Dinge entdeckst, die vorher unbeobachtet blieben. Aber mit der Zeit glätten sich die Wogen, weil du den Prozess schon kennst, ihm vertraust, jeden Tag dazu lernst und dich besser fühlst.

Denk es dir bildlich: Das Geröll muss erst einmal beseitigt werden. Das erzeugt Schmutz und Staub, der sich aber wieder legt. Ab und zu fällt ein Stein zurück und wir müssen ihn erneut wegräumen. Und dann sehen wir das Blinken und Blitzen der Schatzkiste. Wir erhalten eine Idee davon, was wirklich wichtig ist, wer wir sind und was wir wollen.

Die Schatzkiste in dir

Raus aus deiner Komfortzone und rein in die Veränderung

Wenn du dranbleibst, dann wirst du mit neuen Erfahrungen belohnt. Sich mit dem eigenen Mindset zu beschäftigen, bedeutet einen ordentlichen Schritt aus deiner Komfortzone. Oft habe ich mich gefragt: „Warum muss ICH das machen? Warum macht das nicht mein Mann oder meine Kinder?“ Die Wahrheit ist: Nur wir können den Prozess für uns selbst anstoßen, weil nur wir für unsere Gedanken und Gefühle selbst verantwortlich sind.

Das Schöne daran ist, dass unsere Veränderungen Auswirkungen hat. Erinnerst du dich noch an die Spiegelneuronen? Ich habe erlebt, wie ich meinen Mann „mitgezogen“ habe. Es war für ihn kein bewusster Vorgang, obwohl ich manche Aussagen von ihm heute erstaunlich reflektiert finde. Er hat einfach auf das reagiert, was ich für mich erarbeitet habe. Niemals habe ich von ihm erwartet, mitzuziehen, aber er hat es einfach getan.

Deine Selbstfürsorge ist der Schlüssel zu einem starken Eltern-Mindset

Natürlich hoffe ich, dass meine Entwicklung, mein Umgang mit den Dingen, meine Ausstrahlung und alles, was dazu gehört, auch Einfluss auf meine Kinder hat. Sicher hat es das, aber ich kann das nicht so stark benennen. Ich weiß nur, dass ich durch das Bewusstsein, dass sie mein Spiegel sind, viel über mich selbst gelernt habe und sogar eine Mobbingerfahrung aus meiner Schulzeit aufarbeiten konnte.

Jedenfalls ist Ruhe eingekehrt, weil sich mein Verständnis für mein Gegenüber geändert hat. Weil ich meine Verantwortung zu mir zurückgezogen habe und weil ich mich um den wichtigsten Menschen auf der Welt gekümmert habe und heute kümmere: Um mich.

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Jeden Tag ein bisschen mehr du selbst

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In diesem Monat war es wieder etwas ruhiger. Das hat der November auch so an sich, mit den klassischen Feiertagen, wie Volkstrauertag und Totensonntag ist es ein Monat des Rückzugs und des Innehaltens. Ich bin ja ehrlich gesagt froh, wenn er vorbei ist und Ende November endlich die Weihnachtsbeleuchtungen das Dunkel erhellen. Trotzdem gab es viele Termine, die ich wahrgenommen habe. Ein Highlight war sicher meine Lesung sowie meine Teilnahme an dem Lerncoach-Workshop. Beide waren sehr emotional. Was sonst noch los war, davon berichte ich heute.

Schottland als wundervolle Erinnerung

Im Oktober waren wir eine Woche in Schottland. Eine wundervolle Reise, die ich jetzt in einem Erinnerungsbuch festgehalten habe. Ich finde, dass Fotobücher eine feine Sache sind. Aber ein Erinnerungsbuch mit Tickets, Etiketten, Quittungen, richtigen Fotos, Karten und vielem mehr ist viel persönlicher und fasst nochmal alles greifbar zusammen. Also habe ich ca. 100 Bilder, handgeschriebene Texte, Eintrittskarten bis hin zu einem Stück Moos und Farn aus den schottischen Highlands in diesem Buch verewigt.

Viele Abende habe ich daran gesessen, aber ich liebe es. Ein ähnliches Buch habe ich in den 1990er Jahren gemacht, als ich vier Wochen in dem USA war. Da schaue ich heute noch gerne rein.

Schotllandreise Erinnerungsbuch
Mein geliebtes Schottlandbuch, hier mit Bildern aus der Hafenstadt Oban

Lesung und Workshop zu Hochbegabung, Fehldiagnosen und Underachievement

Am 21. November hatte ich eine kleine, aber feine Lesung in der Praxis für Psychotherapie Astrid El Hagge in Gießen. 16 Personen waren anwesend und es war sehr intim. In den 75 Minuten der Lesung hätte man eine Stecknadel fallen hören können, so fokussiert waren die Anwesenden, was mich sehr berührte. Gekommen waren Eltern von sehr gut und hochbegabten Kindern. Ich durfte wieder zahlreiche Impulse geben. Besonders emotional waren die persönlichen Geschichten, die mir in danach erzählt wurden. Es waren ähnliche Geschichten, wie ich sie in diesem Artikel zur Schulpflicht erzähle.

Am nächsten Tag durfte ich einen Beitrag zu der Lerncoach-Fachtagung mit Farida Tilli beisteuern. Eine Stunde habe ich zu unserer Geschichte erzählt und den Fokus auf Fehldiagnosen gelegt. Auch dieser Workshop war sehr emotional und ich hoffe, dass ich auch hier Impulse geben durfte.

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Endlich 18 - ich bin jetzt Mutter von zwei erwachsenen Kindern

Nun hat auch mein jüngerer Sohn das Erwachsenenalter erreicht. Er ist im November 18 Jahre alt geworden. Zur Feier des Tages gab es seinen Lieblingskuchen (Brownies) mit der Symbolik der japanischen Sonne sowie dem Zeichen für 18. Für mich ist es merkwürdig, denn ich habe immer noch das Gefühl, er ist 15. Ja, ich arbeite an meinem Mindset.

Bei meinem älteren Sohn war dies nicht der Fall, aber vielleicht ist es bei den Zweitgeborenen so. Jedenfalls bin ich gespannt, ob mein japanbegeisterter Sohn irgendwann wirklich nach Japan auswandern wird. Er lernt seit einem Jahr die Sprache und liebt die japanische Kultur. Beginnen wir also am besten mit einer Sprachreise, die Planungen haben begonnen.

JuuHachi
Juuhachi (Japanisch für 18. Eigentlich: Juuhassai, das heißt: 18 Jahre. Ausgesprochen: "Dschühassai")

Was im Oktober 2025 sonst noch los war

Blumen im November

Mein Mann hat mich zu einem Spaziergang überredet, obwohl ich bei diesem Wetter wenig Lust habe, rauszugehen. Aber es war ein milder Sonntag, als wir uns auf den Weg machten. Tatsächlich war ich überrascht, wie viele Blumen draußen blühten. Daher hier ein paar Bilder. Mein Lieblingsweg (genannt auch "Omm-Weg) in unserer Nähe sah mit dem Herbstlaub einfach herrlich aus. Dieser Weg ist magisch, ich liebe es, dort spazieren zu gehen. Es herrscht dort eine wunderbare, ruhige und magische Atmosphäre, die ich gerne aufsauge.

Was mich im November besonders beschäftigte

Ich weiß, es ist jedes Jahr das Gleiche. Aber wenn sich 17 Uhr nachmittags wie 20 Uhr abends anfühlt, gefällt mir das gar nicht. Es macht mich träge und lässt mich erstarren. Die Kälte tut ihr übriges.

Auf dem Seminar Anfang des Monats habe ich einiges gelernt über Eigenverantwortung und Verantwortung übergeben. Zu Body Resonance® gehe ich immer unbedarft, als würde ich einen Abenteuerspielplatz besuchen. Also bleibe ich offen und warte, was kommt. Und es kam. Ein Erlebnis hat mich dort wirklich intensiv spüren lassen, dass ich die Verantwortung für die Emotionen anderer nicht übernehmen muss oder darf. Ich habe keinen Einfluss darauf, sondern ich darf bei mir bleiben. Das schlechte Gewissen plagte mich einen Abend und eine Nacht lang. Aber am nächsten Morgen ging mir das Licht auf.

Ich bin immer wieder dankbar für diese kleinen Lektionen. Es fühlt sich ganz oft nach: "Zwei Schritte vor, einen zurück" an. Aber das ist gut so. Ich finde, es sind gerade intensive Zeiten und großartige Möglichkeiten, zu lernen, zu beobachten und sich weiterzuentwickeln.

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Was ich im November 2025 gebloggt habe

Hier siehst du meine drei wichtigsten Blogartikel im Monat November:

Ausblick auf den Dezember 2025

Schon Dezember. Das Jahr ging so schnell vorüber. Im Herbst verharrte ich gedanklich noch im Frühjahr. Aber so ist es. Jetzt freue ich mich auf die ruhige Zeit zwischen den Jahren und auf entspanntes Arbeiten im Dezember.

Wir planen von unserem Podcast "PS - Unerhört begabt und sensibel" die nächsten Folgen. Zwei sind schon im Kasten und werden gerade geschnitten. Eine weitere nehmen wir im Dezember noch auf. Besuch gerne unsere Website, 8 Folgen sind online.

Ich wünsche dir einen entspannten Dezember!

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Schulpflicht ist ein heikles Thema, wenn es um Schulabstinenz geht. Meist werden Kinder, welche den Schulbesuch verweigern, als faul oder Schulschwänzer abgestempelt und schnell mit einem Bußgeldverfahren belegt. Ein genaues Hinsehen und das Abklären der Ursachen geschehen selten. Speziell Eltern von hochbegabten Kindern, die Schule verweigern, stehen vor großen Herausforderungen. Daher geht es heute um die Schulpflicht als Damoklesschwert bei Schulabstinenz von Hochbegabten.

Wenn der Schulbesuch zur Qual für begabte Kinder wird

Beginnen wir mit einer Geschichte. Neulich sprach ich mit einer Mutter, die sehr verzweifelt war. Ihr Kind ist sehr begabt, eine IQ-Testung wurde jedoch noch nicht gemacht. Im Kontakt mit Erwachsenen fühlt sich das Kind sehr wohl und zeigt sich als ein eloquenter und selbstbewusster Gesprächspartner. In der Schule jedoch fühlt es sich in der Klassengemeinschaft unwohl.

Es findet keine Freunde, weil diese „eine andere Sprache sprechen“. Die Interessen unterscheiden sich sehr. So schreibt das 10-jährige Kind gerade an seinem ersten Buch und beschäftigt sich mit Themen, an denen seine Mitschüler kein Interesse haben. Eine Hochsensibilität erschwert den täglichen Schulbesuch. Der Lärm, das Durcheinander und die vielen Menschen überfordern es. So verweigerte das Kind immer mehr den Schulbesuch.

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Bußgeldverfahren seitens des Schulamtes bei Schulabstinenz

Das Schulamt zeigte dafür wenig Verständnis. Schließlich gibt es die Schulpflicht, die erfüllt werden muss. Dass diese oft über das Wohlergehen des Kindes gestellt wird, zeige ich später an einem weiteren Beispiel. Also ist das Kind derzeit zuhause. Denn niemand weiß so recht, was los ist und wie man ihm helfen könnte.

Nun hat die Familie ein Bußgeldverfahren seitens des Schulamtes erhalten, weil die Schule auf die Fehlzeiten reagieren muss. 100 Euro soll sie pro fehlenden Tag zahlen. Das ist für die Familie kaum zu stemmen. Noch dazu ist sie verpflichtet worden, wenn das Kind nicht in die Schule geht, soll es stationär in eine Klinik untergebracht werden. Erfolgt dies nicht, droht eine Anzeige wegen Kindeswohlgefährdung.

Bußgeldverfahren bei Schulabstinenz
Ein Bußgeldverfahren vom Schulamt schockt erst einmal viele Eltern.

Hochbegabung als Grund für einen stationären Klinikaufenthalt?

Es ist eine traurige Geschichte, die mich betroffen macht. Ich muss daran zurückdenken, wie wir als Familie in der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik saßen, weil uns aufgrund der Schulabstinenz unseres 16-jährigen Sohnes keine weitere Möglichkeit blieb. Die Psychologinnen wussten damals nicht so recht, was sie mit unserem Sohn anfangen sollten. Denn er ging lediglich nicht zur Schule, ansonsten sahen sie keinen Ansatzpunkt für eine therapeutische Begleitung.

Glücklicherweise konnten wir damals einen stationären Klinikaufenthalt abwenden. Und wenn ich mir vorstelle, dass das sonst so aufgeweckte und kluge Kind, von dem ich gerade erzählte, keine Anzeichen von psychischer Erkrankung zeigt, in eine Klinik soll, weil es die Schule verweigert, läuft es mir schon kalt den Rücken hinunter. Es erinnert mich sehr an unsere Geschichte, die ich in meinem Buch „Hochbegabt gescheitert – und neue Türen öffnen sich“ geschrieben habe.

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Hintergrund: Schulpflicht & Schulverweigerung in Deutschland

Blicken wir in die historischen Zusammenhänge der Schulpflicht. Die ersten Ansätze für eine Schulpflicht gab es in Deutschland bereits im 16. Jahrhundert in einzelnen Territorien, in weiteren Gebieten gab es eine Unterrichtspflicht. König Friedrich Wilhelm I. ordnete 1717 an, dass alle Kinder von 5-12 Jahren eine Schule besuchen sollten. 1763 wurde eine achtjährige, verpflichtende Schulzeit festgelegt. Die staatliche Kontrolle und Lehrerbildung wurden gestärkt.

In der Weimarer Reichsverfassung wurde 1919 eine allgemeine Schulpflicht sowie eine Schulgebäudeanwesenheitspflicht festgelegt, da sie zuvor oft nur als Unterrichtspflicht verstanden und ausgeführt wurde. Heute gibt es in Deutschland aufgrund des Bildungsföderalismus je nach Bundesland unterschiedlich definierte Schulplichten zwischen 9 und 10 Jahren.

Schulzwang und Sanktionen bei Schulabstinenz

1938 wurde mit dem Reichsschulgesetz ein ausdrücklicher Schulzwang festgelegt. Das heißt, dass schulpflichtige Kinder, welche die Schule nicht besuchten, zwangsweise zugeführt werden konnten. Eltern mussten mit Sanktionen rechnen. Seit 1945 gilt der Verstoß gegen die Schulpflicht als Ordnungswidrigkeit. Diese kann mit Bußgeld belegt werden. Auch mit Zwangszuführungen durch die Polizei bis hin zu Arrest- und Freiheitsstrafen ist zu rechnen.

In jedem Bundesland wird der Tagessatz pro Fehltag bei einem Bußgeldverfahren unterschiedlich festgelegt. Er reicht von 35 Euro pro Fehltag in Bremen bis insgesamt 2.500 Euro in Berlin. In einigen Bundesländern können die Schüler sogar strafrechtlich verfolgt werden und eine Freiheitsstrafe von bis zu 6 Monaten drohen. Hier kannst du die Tabelle einsehen.

Bußgeldverfahren bei Schulabstinenz
Schulabstinenz kostet Eltern viel Geld.

Wenn die Schulpflicht über das Wohlergehen des Kindes gestellt wird

Verstehst du jetzt, warum ich die Schulpflicht als Damoklesschwert betitelt habe? Für viele Eltern hochbegabter Kinder, die in einer Schulverweigerung stecken, fühlt es sich genau so an. Sie wollen ja, dass ihre Kinder in die Schule gehen. Aber viele können einfach nicht oder nicht mehr. Weil sie es nicht mehr aushalten. Die Langeweile, die Frustration und die Resignation sind einfach zu groß geworden.

Leider schauen viele Lehrkräfte und Schulen nicht genau hin, weil entweder die Zeit dafür fehlt, oder vorschnell ein Urteil über das Kind und seine Probleme gefällt wird. Dazu kommen falsche Meinungen zu Hochbegabung, die sich bei vielen Bildungsbeamten hartnäckig halten. Der Klassiker ist: „Hochbegabte Kinder kommen leicht durch die Schule. Sie sind immer Hochleister und ihnen fällt alles leicht.“

Aufklärung im Bildungssystem über Hochbegabung und Underachievement sind überfällig

Zudem erfolgt eine Schuldzuweisung gegenüber vielen Eltern, dass diese das Kind davon abhalten, in die Schule zu gehen. Die Fronten scheinen da oft verhärtet. Aus diesem Grund setze ich mich stets für eine frühe und wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe ein, damit die Verantwortlichen verstehen, was wirklich hinter der Schulabstinenz steckt. Aufklärung ist so wichtig.

Oft denke ich, es ist schon viel geschafft, aber wenn ich solche Geschichten höre, sehe ich den Berg, der noch vor uns liegt. Oft gelingt keine Einigung der Beteiligten, weil die Machtpositionen verschoben sind und weil das Verständnis für die Situation fehlt. Eltern wissen dann nicht mehr weiter, resignieren selbst und bleiben kraftlos zurück.

Der heilige Gral der Schulpflicht
Der heilige Gral der Schulpflicht darf gelockert werden.

Schulpflicht wird oft als heiliger Gral eisern durchgesetzt

In jedem Fall fehlen konkrete Hilfestellungen. Eine rote Linie wird gezogen und die Schulpflicht als heiliger Gral betont. Eine andere Mutter erzählte mir von einem Psychologen, der empfahl, dass sie ihr Kind „zur Not mit körperlichem Nachdruck“ in die Schule bringen sollte. Auch sie war verzweifelt, und noch mehr, als sie es in ihrer Not ein einziges Mal versuchte.

Es half nichts, das Kind verweigerte weiterhin den Schulbesuch. Hier war eine Sozialphobie mit im Spiel, ebenso eine Hochsensibilität und eine hohe Begabung. Die Schule zeigte die Mutter an wegen Kindeswohlgefährdung. Nur ihre offene Kommunikation und Kooperation mit dem Jugendamt konnte Schlimmeres abwenden. Die Mutter kämpfte jeden Tag dafür, dass das Kind die Schule besucht und dass es ihm vor allem gut geht.

Kinder blühen in einer Umgebung auf, die ihnen entspricht

Heute besucht das Kind eine Privatschule und geht mit Freude zur Schule. Denn hier fühlt es sich gesehen und am richtigen Ort. Das Kind kann seine Potenziale entfalten und merkt, dass es unter Gleichgesinnten ist. Das erleichtert den Schulbesuch und das Kind hat ihre Sozialphobie gut im Griff. Diese Geschichte passt zu unserer Erfahrung, denn unser Sohn ist ebenfalls erst in der richtigen Umgebung aufgeblüht und konnte seine PS wieder auf die Straße bringen.

Doch diese Umgebung zu finden, ist eine Herausforderung für viele Eltern, die gerade noch am Anfang stehen. Sie wissen wenig über die Ursachen der Schulabstinenz und ihre Möglichkeiten, die sie haben. Ebenfalls sind sie mit einem Bildungssystem konfrontiert, welches sie allein lässt. Adäquate und individuelle Lösungen und der Wille für unkonventionelle Ideen fehlen oft aus Gründen, die ich bereits genannt habe.  

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Schulabstinenz in Deutschland – die Zahlen sind erschreckend

Öffnen wir den Blick und schauen auf die Zahlen von Schulabstinenz, so ergibt sich ein erschreckendes Bild. In mehreren Bundesländern steigen die Fälle von Schulabsentismus, also das langfristige Fernbleiben des Unterrichts. Es ist ein wachsendes Problem mit komplexen Ursachen, die in den individuellen, familiären und schulischen Bereichen begründet liegen.

Vor allem werden Schulangst, Mobbing, Leistungsdruck oder Probleme mit den Lehrkräften genannt (Quelle). Aber auch psychische Erkrankungen, Probleme im Elternhaus, soziale Isolation, Sprachbarrieren, Überforderung aber auch ein fehlendes Zugehörigkeitsgefühl zur Schule. Wo ordnen wir hier die Hochbegabung, Unterforderung oder das Underachievement ein, die selten genannt werden?

Schulverweigerung wird oft mit Schulschwänzen gleichgesetzt

In vielen Fällen werden externe Umstände herangezogen. Im Gegenteil, eine schnelle Schuldzuweisung oder Vorverurteilung an Eltern und Kind erfolgen. Ich erinnere mich an eine Dokumentation, in der es um die Veränderung des Schulsystems ging. Eine Bildungsministerin war anwesend und wurde interviewt. Als es um das Thema Schulverweigerung ging, formulierte sie genau diese Schuldzuweisung, ohne den Blick nach innen, auf das System Schule zu lenken.

Sie sprach nur von Schulschwänzern, die Schule mit Absicht verweigern und blieb hart in ihrer Meinung. Das fand ich sehr traurig, aber auch bezeichnend, denn damit schloss sie viele weitere Ursachen aus. Der Wille, das Schulsystem zu reformieren, weil es eben eine tragende Ursache von Schulabstinenz ist, ist schlichtweg nicht vorhanden. Der Flickenteppich in der Bildung namens Bildungsföderalismus ist bei Reformen wenig hilfreich.

Schulentwicklung bringt einen frischen Wind ins Schulsystem

Und doch gibt es die bunten Beispiele an Schulentwicklung, über die ich in meinem Blog oft berichte. Die Lichtblicke, wenn Lehrkräfte sich gemeinsam mit Schulleitungen aber auch erst einmal allein auf den Weg machen, um Schule für alle Kinder zu verbessern. Selbstreguliertes Lernen, KI im Unterricht, Growth Mindset und vieles andere sind hier wichtige Themen, die angepackt und umgesetzt werden.

Das Ausgestalten von Gemeinschaftsschulen, freien und offenen Lernmöglichkeiten, fächerübergreifender und praktische Unterrichtseinheiten, die Abschaffung von Hausaufgaben und vieles mehr gehen ebenfalls in die richtige Richtung. Aber eine flächendeckende Umsetzung, die für alle Schüler so notwendig wären, bleibt bisher aus.

Schulsystem muss sich verändern
Frontalunterricht an der Tafel sollte der Vergangenheit angehören.

Nicht nur hochbegabte Kinder resignieren im Schulsystem

Kein Wunder, dass nicht nur unsere hochbegabten Kinder resignieren. Ein Umfeld, welches wohlwollend gestaltet ist, von den Räumen als auch von der Haltung der Lehrkräfte, wirkt der Schulverweigerung entgegen. Schüler müssen sich gesehen fühlen, sie müssen gehört werden und einbezogen werden. Oder wie Stefan Ruppaner sagt, den ich gerne zitiere: „Schule muss der schönste Ort im Dorf oder in der Stadt sein“.

Bleibt alles beim Alten geschieht das, was wir gerade beobachten. Jedes Jahr verweigern ca. 300.000 Kinder den Schulbesuch. Betroffen sind vor allem Haupt- und Förderschulen (Quelle). Schauen wir weiter, können wir die Konsequenz in weiteren Zahlen festhalten: Die Zahl der Schulabbrecher lag im Schuljahr 2023/2024 bei 62.000 Jugendlichen. Das ist ein Anteil von 7,8 % und die höchste Zahl der letzten 10 Jahre. (Quelle) Wann verändert sich Schule endlich flächendeckend und wirkt dem entgegen?

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Wie man der Schulabstinenz von Hochbegabten entgegenwirken könnte

Vielleicht kannst du meine Verzweiflung herauslesen. Es gibt leider keine Studien darüber, wie viele von den hochbegabten Kindern und Jugendlichen tatsächlich die Schule verweigern. Ebenfalls nicht, wie viele von ihnen ohne Schulabschluss dastehen. Wir haben jedenfalls zwei in der Familie, die im staatlichen Schulsystem keinen Schulabschluss erreichen konnten und wir auf uns gestellt andere Wege finden mussten.

Ich sehe die wichtigste Ursache für Schulabstinenz von Hochbegabten und anderen Betroffenen im System Schule selbst. Schule im Gleichschritt bedeutet alles andere als eine gleichberechtigte Bildung. Denn jeder Schüler ist individuell in seiner Herkunft, seinem Potenzial und seiner Persönlichkeit. Gerade in Zeiten der Superdiversität, in der wir leben, muss sich Schule einfach anpassen, wie ich auch hier in diesem Artikel betont habe.

Schulentwicklung als Schlüssel für eine bessere Zukunft

Die Zeiten sind vorbei, in dem ich als Lehrkraft erwarten kann, dass alle zur gleichen Zeit den gleichen Lernstoff im gleichen Tempo lernen. In Klassen, die nach Frontalunterricht aussehen und in Zwangsgemeinschaften, die sich aufgrund von Jahrgängen bilden. Ich könnte noch viel mehr dazu schreiben, wie eine perfekte Schule aussehen könnte. Lies dazu gerne folgende Artikel aus meinem Blog:

Eltern brauchen wirksame Hilfe und vor allem Verständnis

Ich weiß noch, wie sehr sich unsere Schule damals bemüht hat nach Lösungen. Es war bemerkenswert und die Lehrkräfte, allen voran die pädagogische Leitung und der Sonderpädagoge haben uns durch diese Situation getragen. Aber wirkliche Lösungsansätze gab es keine, weil einfach Unwissenheit unter den Lehrkräften herrschte. Hochbegabung ist ein seltenes Phänomen und somit ein Luxusproblem – das zumindest denken viele Lehrkräfte.

Laut der DGhK e. V. gibt es mehr als 200.000 hochbegabte schulpflichtige Kinder in Deutschland. Wenn wir bedenken, dass auch überdurchschnittlich Begabte besondere Herausforderungen mit dem System Schule haben, sprechen wir insgesamt von 1,5 Millionen Kindern, die in dieses Spektrum fallen. So selten ist das Phänomen also gar nicht.

Schulabstinente Kinder und deren Familien müssen aufgefangen werden

Was also tun, wenn unsere hochbegabten oder sehr gut begabten Kinder in ein Underachievement rutschen und die Schule verweigern? Mittlerweile gibt es Stellen, an die man sich wenden kann. Ich sehe sie als Bindeglied zwischen dem Schulamt und der drohenden Ordnungswidrigkeit sowie der Familie in Not. Wie beispielsweise die Fachstelle Schulabsentismus Gießen. Sie vermitteln, fangen auf und versuchen Lösungen zu finden.

Ob alle verantwortlichen Stellen und Institutionen mit den besonderen Herausforderungen, die eine Hochbegabung mit sich bringt, vertraut sind, ist eine andere Frage. Auch hier wäre eine Aufklärung wichtig und die Antwort auf die Frage: Wie können wir einem hochbegabten Kind, welches komplett resigniert hat und welches ansonsten psychisch gesund ist, begegnen?

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Die Schulpflicht bei Hochbegabten ist ein Damoklesschwert für Eltern

Wäre ein leichteres Aufheben der Schulpflicht eine Option, welches den Weg freimacht für einen flexiblen Fernunterricht, in dem das hochbegabte Kind frei und in seinem Tempo lernen kann, wie es die Flex Fernschule in Marburg anbietet? Oder ein besonders Hochbegabten-Internat, in dem twice exceptional students (Hochbegabung plus ADHS o.ä.) die Schule besuchen können, wie die Oswald von Nell Breuning Schule Abteilung 2e in Offenbach oder die Hebo-Schule in Bonn?

Es gibt sie, die Möglichkeiten. Oft verhindern jedoch Unwissenheit sowie hohe und unüberwindbare Hürden die Umsetzung. Es wird Zeit, dass genau hingeschaut wird und das Verständnis für diese besondere Zielgruppe fernab von „Da muss es halt durch“ geweckt wird.

Ich wünsche mir jedenfalls, dass sich auf der einen Seite viel mehr bewegt in Sachen Schulentwicklung und habe trotz allem höchsten Respekt vor den Lehrkräften in diesen bewegten Zeiten. Auf der anderen Seite wünsche ich mir, dass Bildungsverantwortliche bei Schulabstinenz genau hinschauen, Eltern ernst nehmen und passende Lösungen anbieten können. Wenn ich mit meiner Aufklärung dazu beitragen kann, freut es mich.

Susanne Burzel Autorin

Weiterbildung für Lehrkräfte - Workshops in Schulen mit Susanne Burzel:

Underachievement bei Hochbegabung erkennen und wirksam begegnen

Wie erkennst du Underachievement rechtzeitig? Welche Ursachen stecken dahinter? Und vor allem: Was kannst du als Lehrkraft konkret tun, um betroffene Schülerinnen und Schüler zu fördern und zu begleiten?

Das Angebot ist akkreditiert in der Lehrkräfte-Akademie Hessen.

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