Wird bei einem Intelligenztest ein IQ-Wert zwischen 130 und 144 gemessen, sprechen wir von Hochbegabung. Circa 2,1 % der Bevölkerung sind hochbegabt. Der Intelligenzwert wird mithilfe standardisierter Testverfahren getestet. Am häufigsten zum Einsatz kommt der WISC (Wechsler-Intelligenztest für Kinder) oder der WAIS (Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene). Synonyme für Hochbegabung sind Hochintelligenz, Hyperintelligenz oder Hochtalent.
Während die meisten Menschen nichts von ihrer Hochbegabung wissen, gibt es dennoch viele Gründe, warum auf eine Hochbegabung getestet wird. Treten beispielsweise in der Schule Probleme, wie eine Verhaltensauffälligkeit auf, kann das auf eine höhere Begabung hindeuten. Ein weiterer Grund für eine Testung ist das Anstreben einer Mitgliedschaft im Hochbegabten-Verein Mensa. Hier ist eine Aufnahme ab einem IQ von 130 möglich.
Das Wichtigste in Kürze
Von Hochbegabung spricht man ab einem IQ zwischen 130 und 144, das betrifft etwa 2,1 % der Bevölkerung.
Typische Anzeichen bei Kindern sind eine schnelle Auffassungsgabe, großer Wissensdurst, ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und Schwierigkeiten mit sozialen Kontakten.
Hochbegabung zeigt sich in der Schule oft als Verhaltensauffälligkeit und wird deshalb manchmal mit ADHS oder Autismus verwechselt.
Hochbegabung ist zunächst nur ein Potenzial, keine Garantie für gute Noten. Fehlt die richtige Förderung, kann daraus Underachievement oder sogar Schulverweigerung werden.
Festgestellt wird eine Hochbegabung ausschließlich über einen standardisierten IQ-Test, zum Beispiel WISC oder WAIS.
Welche Merkmale haben hochbegabte Menschen?
Hochbegabten Menschen werden verschiedene Eigenschaften nachgesagt. Sie denken anders, schneller, komplexer, tiefer oder breiter. Sie haben eine schnelle Auffassungsgabe und fühlen sich oft anders als andere Menschen. Gerade in der Schule können hochbegabte Kinder und Jugendliche große Probleme entwickeln, sich anzupassen.
Die Folge können Verhaltensauffälligkeiten, Rückzug, aber auch Schulvermeidung bis hin zu Schulverweigerung sein. Auch erwachsene Hochbegabte können unter mangelndem Ehrgeiz, fehlender Selbstwirksamkeit, dem Hochstapler-Syndrom (Impostor-Syndrom) sowie einem mangelnden Selbstwertgefühl leiden.
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Mehr InformationenWelche Anzeichen deuten bei Kindern auf Hochbegabung hin?
Gerade Eltern jüngerer Kinder stellen sich oft die Frage, ob ihr Kind hochbegabt sein könnte. Dafür gibt es verschiedene Anzeichen, von denen nur einige oder alle zutreffen können. Von Symptomen zu sprechen ist im medizinischen Sinne jedoch falsch, daher geht es hier um Anzeichen bzw. typische Merkmale von Hochbegabung:
- Hohes Spezialinteresse an verschiedenen Themen: Die Kinder möchten diesen bis in die Tiefe auf den Grund gehen.
- Sehr schnelle Auffassungsgabe: Manche Kinder haben nahezu ein fotografisches Gedächtnis.
- Neugier und Wissensdurst: Sie interessieren sich für viele Dinge, stellen viele Fragen und möchten sich neues Wissen aneignen.
- Einfordern von Schulthemen bereits im Kindergartenalter: die Kinder möchten von sich aus lesen und schreiben lernen. Oder sie bringen es sich selber bei.
- Ausgeprägter Gerechtigkeitssinn: sie leiden darunter, wenn jemand anderer oder sie selbst ungerecht behandelt wird.
- Geringes Selbstwertgefühl: Sie sind oft unsicher, ob sie etwas gut gemacht haben oder ob sie so richtig sind, wie Sie sind.
- Aushebeln von Regeln: Sie sind geschickt darin gesetzte Regeln auszuhebeln und ihren eigenen Regeln zu folgen in Form einer gewissen Autonomie.
- Hinterfragen von Schulstoff und Hausaufgaben: Sie diskutieren mit Eltern und Lehrkräften über die Sinnhaftigkeit der Inhalte und gestellten Aufgaben und können mit Verweigerung im Unterricht und von Hausaufgaben reagieren.
- Schwierigkeit mit sozialen Kontakten: Sie interessieren sich meist für andere Dinge als ihre Altersgenossen. Dadurch fühlen sie sich nicht zugehörig.
- Hohe Sensibilität: Die Kinder fühlen tiefer und reagieren emotional intensiv.
- Geringes Schlafbedürfnis
Einordnung der IQ-Bereiche in der Bevölkerung
| Einordnung | IQ-Bereich | Bevölkerungsanteil |
| Durchschnittliche Begabung | 86-114 | 68,2 % |
| Überdurchschnittliche Begabung | 115-129 | 13,9 % |
| Hochbegabung | 130-144 | 2,1 % |
| Höchstbegabung | ab 145 | 0,1 % |
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Warum wird Hochbegabung oft mit ADHS oder Autismus verwechselt?
Hochbegabung ist nicht immer offensichtlich. Oft zeigt sich eine Hochbegabung in der Schule als eine Verhaltensauffälligkeit. Diese Kinder können zum Klassenclown mutieren oder sich still zurückziehen. Es ist ihre Art, die Unterforderung zu zeigen. Sie leiden unter Langeweile und versuchen, sich abzulenken. Schnell geht der Verdacht in Richtung ADHS, Autismus-Spektrum-Störung oder anderer Neurodivergenzen. Die Symptome der psychischen Auffälligkeiten und den typischen Anzeichen einer Hochbegabung sind sich sehr ähnlich, die Ursachen jedoch unterschiedlich. Die gefährliche Folge sind Fehldiagnosen.

Es ist aber auch möglich, dass eine Hochbegabung und eine psychische Störung gleichzeitig vorliegen. Man spricht hier von den twice exceptional students (zweifach außergewöhnlich). Hier wird es noch schwieriger, die Hochbegabung zu diagnostizieren, da die psychische Störung die Hochbegabung maskieren kann und die Werte des IQ-Tests dementsprechend niedriger ausfallen können. Eine Hochbegabung kann so lange Zeit unentdeckt bleiben.
Wie wird eine Hochbegabung festgestellt?
Eine Hochbegabung wird mittels eines standardisierten IQ-Tests bzw. Intelligenztests festgestellt. Dieser kann in einem klinischen Setting oder in einer Begabungsdiagnostik erfolgen. Die IQ-Tests werden von Zeit zu Zeit neu normiert, da die Intelligenz in der Bevölkerung insgesamt zunimmt. Ein Grund dafür wird unter anderem dem sich beschleunigenden technischen Fortschritt zugeschrieben. Mit der Normierung wird erreicht, dass die Werte weiterhin vergleichbar bleiben.

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Sind Hochbegabte immer Hochleister?
Hochbegabung ist zunächst einmal ein Potenzial und hat mit Hochleistung nichts zu tun. Ist die intrinsische Motivation von hochbegabten Menschen jedoch aktiviert, so fällt es ihnen leicht, Höchstleistungen zu erbringen. Stimmen jedoch das Umfeld oder die äußere Umgebung nicht, so kann der oder die Hochbegabte Langeweile spüren und unter Unterforderung leiden. Die Folge sind Minderleistungen. Bestehen diese in einem schulischen Umfeld, nennt man dies Underachievement.
Können Hochbegabte in der Schule scheitern?
Es gibt einige Hochbegabte, die in der Schule scheitern. Die Ursachen sind in den typischen Eigenschaften für Hochbegabung zu finden, denn das Schulsystem ist nicht auf diese speziellen Anforderungen ausgerichtet und Lehrkräfte selten dafür ausgebildet. Rutschen diese Kinder dann ins Underachievement, kann es zur Schulvermeidung oder schließlich Schulverweigerung führen. Der Autor Felix R. Paturi nennt dies in seinem Buch „“Denken unerwünscht“ auch die „Resignation des Genies“. Möchtest du mehr über Ursachen und Lösungen zu Underachievement erfahren? Dann lies gerne diesen ausführlichen Artikel dazu.
Wichtige Antworten auf Fragen zu den Anzeichen von Hochbegabung
Von Hochbegabung spricht man ab einem IQ zwischen 130 und 144. Das betrifft etwa 2,1 % der Bevölkerung. Ab 145 spricht man von Höchstbegabung.
Typische Anzeichen sind eine schnelle Auffassungsgabe, großer Wissensdurst, ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, das Aushebeln von Regeln und Schwierigkeiten mit sozialen Kontakten. Nicht alle Anzeichen müssen gleichzeitig zutreffen.
Nein. Hochbegabung ist zunächst nur ein Potenzial. Ohne passende Förderung oder Motivation kann daraus sogar Underachievement, also schulische Minderleistung, entstehen.
Weil sich Unterforderung bei hochbegabten Kindern ähnlich äußern kann wie ADHS, etwa durch Unruhe oder Verweigerung. Die Ursachen sind aber unterschiedlich, was zu Fehldiagnosen führen kann.
Ausschließlich über einen standardisierten IQ-Test, zum Beispiel den WISC für Kinder oder den WAIS für Erwachsene, entweder im Rahmen einer klinischen Diagnostik oder einer Begabungsdiagnostik.

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Ein spannender Artikel zu diesem Thema, danke dafür ????
Wir kennen auch Menschen mit Hochbegabung, die es eher als Belastung sehen.
Sie empfinden es als Druck, zumindest im Rahmen der Menschen, die über die Hochbegabung Bescheid wissen.
Wie auch bei unserem Thema der DIS (Dissoziativen Identitätsstruktur) darf auch hier viel mehr Aufklärung stattfinden ????
Danke für den wertvollen Artikel und viele Grüße!
Nika
Hallo Nika,
das stimmt, ich finde es auch wichtig, aufzuklären. Besonders bei Hochbegabung gibt es viele problematische Glaubenssätze. Arbeiten wir gemeinsam daran.
Danke für euer liebes Feedback!
Liebe Grüße
Susanne
Ein wichtiges Thema und nicht immer offensichtlich bzw. leicht zu verwechseln. Nur wo erkannt wird, kann auch gezielt begleitet werden. Danke für den informativen Artikel, Susanne.
Was sind eigentlich die Gründe für die Zunahme der Intelligenz in der Bevölkerung? Sind die bekannt?
Herzliche Grüße
Inge
Liebe Inge,
ich glaube, es liegt am technischen Fortschritt und der allgemeinen "Beschleunigung" von Information. Das Gehirn wird sich dem einfach anpassen. Das ist aber nur meine persönliche Vermutung.
Liebe Grüße
Susanne