Als Eltern gelangen wir möglicherweise in einen Modus, in dem wir nur noch funktionieren. Wir selbst vergessen uns dabei völlig, wobei dies sicher vor allem uns Mütter betrifft. So vergeht ein Tag nach dem anderen und irgendwann fragen wir uns: „Wo bin ich geblieben?“ Der Alltag in der Familie, vor allem mit hochbegabten oder anders neurodivergenten Kindern ist anstrengend. Daher geht es heute um Selbstfürsorge als Schlüssel zu einem starken Eltern-Mindset und 5 Übungen, die ich dir an die Hand geben möchte.
Definition: Was ist das Mindset und warum es so wichtig ist
Gerade sprach ich von Mindset. Doch was ist das eigentlich? Und warum ist es so wichtig? Mindset hören wir oft im Zusammenhang mit dem Business. Unternehmer werden gecoacht, ein bestimmtes Mindset aufzubauen, um erfolgreicher zu werden. Dass das Thema Mindset für uns Eltern ebenso wichtig ist, geht oft vergessen. Es gibt auch das Growth Mindset, welches in immer wichtiger in der Schule wird.
Das Mindset ist kurz gesagt die Zusammensetzung der Gedanken. Stell dir vor, du stehst an der Spülmaschine und räumst das Geschirr aus. Aus heiterem Himmel baut sich Wut in dir auf und du lässt einen Teller fallen. Das ist eine unmittelbare Auswirkung deiner Gedanken. Möglicherweise hast du gerade über den Streit von gestern nachgedacht. Sofort reagieren deine Gefühle darauf und dein Bauch ist wieder voller Wut. Dies manifestiert sich in einer Handlung, indem du den Teller fallen lässt.

Alles beginnt mit deinen Gedanken
Das bedeutet, alles beginnt mit deinen Gedanken. Daher finde ich es wichtig, diese zu beobachten. Beginnst du damit, wirst du nach und nach merken, wie die Gedanken, Gefühle, Handlungen und Gewohnheiten zusammenwirken. Bist du also aufmerksam und erwischt dich dabei, wie sich Wut aufbaut, ohne dass es einen konkreten Anlass gab, kannst du rechtzeitig intervenieren. Damit beginnt deine Mindset-Arbeit.
Jeder von uns ist einzigartig. Wir alle haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht und sind von unseren Eltern und ihren Eltern geprägt worden. Wir haben in unserer Kindheit teilweise ungefragt ihre Einstellungen übernommen, die wir jetzt hinterfragen dürfen. Unsere Gewohnheiten haben sich mit der Zeit entwickelt und manch einer sagt: „Ich kann nicht aus meiner Haut“. Darauf entgegne ich: „Doch“. Beginnen wir also gleich damit.
Deine innere Haltung ist entscheidend für das Familienklima
Du denkst vielleicht, dass du im herausfordernden Alltag eh keine Zeit für dich hast? Oder möchtest du dir die Zeit nicht nehmen? Es ist eine Frage der Einstellung, wie du dazu stehst und auch, wie du das für dich argumentierst. Betrachte doch einmal dein Umfeld. Wir sind die Essenz aus den 5 Menschen, die uns umgeben. Das hat etwas mit den Spiegelneuronen zu tun.
Das heißt, unsere Kinder übernehmen unsere innere Haltung. Sie spiegeln wider, was wir sind. Das kann sehr aufschlussreich sein, da du hier viel über dich selbst lernen kannst. Vielleicht nimmst du dir ein wenig Zeit und denkst darüber nach? In meinem Buch „Hochbegabt gescheitert – und neue Türen öffnen sich“ habe ich geschrieben, wie meine Söhne mir meine eigenen Werte spiegeln. Achtsamkeit beginnt beim Innehalten, beim Hinschauen und beim Wahrnehmen. Nimm dir diese Zeit immer mal zwischendurch.

Die Geschichte meines älteren Sohnes ist ganz ähnlich wie die von Markus - 2 Jahre Schulverweigerung inklusive. In meinem Buch "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich" kannst du mehr über all die Herausforderungen, die wir bewältigen mussten, erfahren.
Bei Amazon - oder im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3982620169
Meine persönlicher Gamechanger Moment
Wenn deine Umgebung dich mit etwas triggert, dann kann es daran liegen, dass dir deine Umgebung ein Thema spiegelt, zu dem du Widerstände hast. Dazu eine persönliche Erfahrung. Es war 2018 und mein Business erfüllte mich immer weniger. Ich scrollte immer öfter auf Facebook und blieb in einem Q&A stecken, welches sich um das Thema Mindset drehte. Ich fragte schließlich, warum meine Umgebung stets meckert, weil ich zu wenig Geld für das, wofür ich ausgebildet bin, verdiene. Ich reagierte mittlerweile sogar aggressiv deswegen.
Katrin Ziebart, die das Q&A leitete, sagte nur einen Satz: „Kann es sein, dass es deine eigenen Ängste sind?“. Das war einer der Momente, in denen die Welt stillstand. Ich verstand in diesem Moment, dass es an mir lag, und ich entdeckte die Eigenverantwortung für mich. Also beschloss ich, mein Unternehmen auf neue Füße zu stellen und verließ meine Komfortzone. Ich wurde mit 10 neuen Aufträgen innerhalb einer Woche belohnt, mein Unternehmen war gerettet.
Wenn du die ganze Geschichte hören möchtest - ich erzähle sie dir hier:
Warum Eltern hochbegabter Kinder besonders gefordert sind
Diese Erfahrung und die Erkenntnisse haben mir geholfen, die herausfordernde Zeit mit meinen beiden hochbegabten Kindern besser zu überstehen. Auch, wenn ich mich ins Bad eingeschlossen und viele Tränen vergossen habe oder meine Wut laut herausgeheult habe, so wusste ich doch immer, es geht irgendwann wieder aufwärts. Wie du vielleicht weißt, war unser älterer Sohn zwei Jahre schulabstinent. Auch der Jüngere verweigerte irgendwann die Schule. Diagnostiken, Mobbing, Schulgespräche, Fehldiagnosen, Schulwechsel, die Kommunikation mit Ämtern und vieles mehr forderten meine ganze Kraft.
Hochbegabte und anders neurodivergente Kinder können unseren Familienalltag auf den Kopf stellen. Denn wir müssen uns mehr um die besonderen Bedürfnisse und die Herausforderungen damit kümmern als Eltern, bei denen die Kinder einigermaßen normal die Schule durchlaufen. Das Schulsystem stellt uns vor besondere Herausforderungen, was Schulpflicht, Hausaufgaben, Lernen und den Schulbesuch angeht. Wir selbst als Eltern bleiben dabei oft auf der Strecke.

Warum Selbstfürsorge hier besonders wichtig ist
Wir bewegen uns in so einem Fall also stets im Außen. Wir regeln Dinge, recherchieren, kümmern uns und führen Gespräche. Ständig sind wir auf der Suche nach Lösungen, aber immer geht es dabei um die Bewältigung von den Problemen, mit denen wir immer wieder konfrontiert sind. Das kann sogar soweit gehen, dass wir uns gar nicht mehr mit uns selbst beschäftigen wollen und eine innere Leere Platz genommen hat.
Wir funktionieren nur noch im täglichen Automatismus. Haben wir Pausen, versuchen wir andere Dinge zu regeln oder schlafen sofort ein. Selten jedoch kümmern wir uns im Sinne einer guten Selbstfürsorge um uns selbst. Die Frage ist nur: Wenn wir aussenden, dass es uns nicht gut geht, oder wir uns selbst verloren haben, wie reagiert unser Umfeld darauf?

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Wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben?
Dazu passt eine Frage zwischendurch: Wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben? Dein Kind? Dein Mann? Deine Mutter oder dein Vater? Nein, es bist du. Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Daher kannst auch nur du Verantwortung für dich selbst, für deine eigenen Empfindungen, Gedanken und Gefühle übernehmen.
Wenn du dich auf dich selbst einlässt, wirst du vieles entdecken. Es ist sehr viel Schönes dabei, aber auch Schmerzhaftes. Betrachte deine Essenz wie eine Schatzkiste, die in dir schlummert. Im Laufe der Jahre hat sich viel Geröll darüber angesammelt, sodass die Schatzkiste heute verborgen ist. Aber sie ist da, auch wenn sie gerade nicht sichtbar ist. In diesem Artikel schreibe ich darüber, wie Hochbegabung zu einem Schatz in meinem Leben wurde.
5 leichte Übungen, dein Eltern-Mindset zu stärken
Mindset-Arbeit ist ein großes Thema. Dabei geht es immer um deine Einstellungen zu verschiedenen Bereichen, wie Geld, Selbstwert, Verkaufen (wenn du ein Unternehmer bist) oder andere Themen. Das ist spannend, daher lohnt es sich, wenn du dich damit beschäftigst. Aus diesem Grund möchte ich dir 3 leichte Übungen an die Hand geben, die dein Eltern-Mindset stärken können.

Sag Stopp, wenn du Unwohlsein spürst
Vielleicht bemerkst du es, wenn du gerade ungewollte Gefühle aufbaust. Auch wenn du nicht weißt, wo sie herkommen. Das kann handfeste Wut sein oder ein diffuses Gefühl, dass gerade etwas nicht in Ordnung ist und deine Stimmung droht zu kippen. Wenn du das merkst, sag erst einmal Stopp. Entweder laut oder in deinen Gedanken.
Das unterbricht den Gedankenfluss und verschafft dir eine kleine Pause. Denk kurz darüber nach, woher die Gefühle kommen, also an was du gerade gedacht hast. Jetzt hast du die Möglichkeit, diese Gedanken ziehen zu lassen und dich etwas anderem zu widmen. Du kannst auch offensiv vorgehen und dir immer mal wieder zwischendurch deine Gedanken, bzw. was du gerade gedacht hast, bewusst machen und in dich hineinspüren, wie es dir jetzt gerade geht.
Glaubenssätze erkennen
Manchmal reagieren wir genau so, wie es unsere Eltern uns gelehrt haben. Das liegt daran, dass wir ihre Glaubenssätze ungefragt übernommen haben. Nehmen wir das Beispiel Geld. Wie ist deine Einstellung dazu? Glaubst du, dass Geld den Charakter verdirbt? Oder dass Geld schmutzig ist? Hast du das gelernt, oder glaubst du das wirklich?
Befasse dich mit dieser Frage und geh ihr auf den Grund. Wo kommt das her? Warum denkst du so darüber? Und wie möchtest du eigentlich darüber denken? Denn Geld ist ja an sich etwas Positives und erleichtert dein Leben. Du wirst merken, dass deine alten Glaubenssätze die Kraft von mehrspurigen Autobahnen haben. Sie sind sehr stark und mächtig. Dein neuer Glaubenssatz ähnelt erst einmal einem Pfad durch ein Feld, den du gerade beginnst, neu zu entdecken. Bleib also dran dich damit zu beschäftigen, damit deine neuen Glaubenssätze stärker werden und die alten sich verabschieden dürfen.
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Die 5 x Warum-Übung
Wenn du nicht dahinterkommst, woher deine Einstellung kommt, z. B. „ich vermeide es, XY zu tun“, dann frage dich 5-mal „Warum ist das so?“ Du merkst, dass du mit deiner Antwort immer tiefer kommst. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass du ehrlich zu dir selbst bist. Aber es ist eine schöne Möglichkeit, zum wahren Grund für deine Einstellung zu gelangen.
Jetzt kannst du ihn hinterfragen und für dich klären, wie du damit umgehen möchtest. Ist deine Vermeidungshaltung begründet? Was würde dir helfen, es anzugehen? Bleib dabei immer liebevoll und verständnisvoll mit dir selbst. Das ist das Allerwichtigste. Denn es geht um Selbstfürsorge sowie um Entwicklung. Schließlich wollen wir die Schatzkiste in dir heben.
Spiegelübung zur Selbstreflexion
Hast du dich schon einmal vor einen Spiegel gestellt und dir gesagt, dass du dich liebst? Musst du jetzt lachen? Ja, das klingt schon etwas ungewohnt. Ehrlich gesagt hatte ich viele Momente, in denen ich es vermieden habe, mich im Spiegel anzusehen. Ich mochte mich nicht und konnte meinen Anblick nicht ertragen. Das hat sich glücklicherweise geändert und heute flirte ich mit mir.
Also lade ich dich ein: Stell dich vor einen Spiegel und betrachte dein Gesicht. Was entdeckst du Schönes an dir? Verweile dort und genieß den Anblick. Lass dich darauf ein. Wenn du den Mut hast, sprich folgendes aus: „Ich liebe mich und ich akzeptiere mich so, wie ich bin“. Dann fühle in dich hinein. Wie fühlt sich das an? Fühlst du Freude oder Trauer? Alles darf sein. Und es darf raus. Übe das immer wieder und beobachte, wie sich deine Einstellung verändert.
Sei wie ein Baum (mit Kurzmeditation)
Auf einem Body Resonance®-Seminar erzählte David Crean davon, wie ein Baum zu sein. Tief verwurzelt in der Erde mit einer wunderschönen Blätterkrone. Ich möchte nicht mehr dazu schreiben, aber dieses Bild ist in eine der 10 Geschichten meines Kinderbuchs „Ein Baumhaus zum Träumen“ sowie in meinen Adventskalender 2025 eingeflossen.
Daher möchte ich dir ans Herz legen, dir das Video aus meinem Adventskalender anzuschauen. Genieß die kleine Meditation, die eigentlich eine Einschlafgeschichte zum Vorlesen für Kinder ab 4 Jahren ist. Aber ich habe mir sagen lassen, dass auch Erwachsene das gerne mögen. Viel Freude dabei!

Für mehr Selbstwertgefühl von Kindern: "Ein Baumhaus zum Träumen". Ich habe ein Buch für die perfekte Abendroutine für (hochsensible) Kinder mit Traumreisen geschrieben.
Vorlesebuch für Kinder ab 4 Jahren - bei Amazon.
Auch als Hörbuch hier erhältlich. (selbst von mir eingesprochen)
Fazit: Starke Eltern – starke Kinder
Mindset-Arbeit ist ein großes Thema. Vor allem ist es nichts, was du eben mal machst, und dann ist alles gut. Es ist eher ein Prozess, der nie endet. Am Anfang schlagen die Wellen sehr hoch, weil du viele Dinge entdeckst, die vorher unbeobachtet blieben. Aber mit der Zeit glätten sich die Wogen, weil du den Prozess schon kennst, ihm vertraust, jeden Tag dazu lernst und dich besser fühlst.
Denk es dir bildlich: Das Geröll muss erst einmal beseitigt werden. Das erzeugt Schmutz und Staub, der sich aber wieder legt. Ab und zu fällt ein Stein zurück und wir müssen ihn erneut wegräumen. Und dann sehen wir das Blinken und Blitzen der Schatzkiste. Wir erhalten eine Idee davon, was wirklich wichtig ist, wer wir sind und was wir wollen.

Raus aus deiner Komfortzone und rein in die Veränderung
Wenn du dranbleibst, dann wirst du mit neuen Erfahrungen belohnt. Sich mit dem eigenen Mindset zu beschäftigen, bedeutet einen ordentlichen Schritt aus deiner Komfortzone. Oft habe ich mich gefragt: „Warum muss ICH das machen? Warum macht das nicht mein Mann oder meine Kinder?“ Die Wahrheit ist: Nur wir können den Prozess für uns selbst anstoßen, weil nur wir für unsere Gedanken und Gefühle selbst verantwortlich sind.
Das Schöne daran ist, dass unsere Veränderungen Auswirkungen hat. Erinnerst du dich noch an die Spiegelneuronen? Ich habe erlebt, wie ich meinen Mann „mitgezogen“ habe. Es war für ihn kein bewusster Vorgang, obwohl ich manche Aussagen von ihm heute erstaunlich reflektiert finde. Er hat einfach auf das reagiert, was ich für mich erarbeitet habe. Niemals habe ich von ihm erwartet, mitzuziehen, aber er hat es einfach getan.
Deine Selbstfürsorge ist der Schlüssel zu einem starken Eltern-Mindset
Natürlich hoffe ich, dass meine Entwicklung, mein Umgang mit den Dingen, meine Ausstrahlung und alles, was dazu gehört, auch Einfluss auf meine Kinder hat. Sicher hat es das, aber ich kann das nicht so stark benennen. Ich weiß nur, dass ich durch das Bewusstsein, dass sie mein Spiegel sind, viel über mich selbst gelernt habe und sogar eine Mobbingerfahrung aus meiner Schulzeit aufarbeiten konnte.
Jedenfalls ist Ruhe eingekehrt, weil sich mein Verständnis für mein Gegenüber geändert hat. Weil ich meine Verantwortung zu mir zurückgezogen habe und weil ich mich um den wichtigsten Menschen auf der Welt gekümmert habe und heute kümmere: Um mich.
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