Wenn du Autorin bist, hast du einen Wunsch: Mit deinem Buch erfolgreich zu werden. Natürlich möchtest du dein Buch-Baby verkaufen, und wenn du einmal Ja zum Marketing gesagt hast, musst du auch die nächsten Schritte gehen. Warum eine Begebenheit vor meiner ersten Lesung meine wichtigste Mutprobe war, davon erzähle ich hier. Den Impuls dazu gegeben hat mir Christine Storck mit ihrer Blogparade „Meine mutigsten Momente als Autorin“.
Ein Buch über Hochbegabung und das Scheitern in der Schule
Ein Buch zu schreiben ist schon einmal eine große Sache. Du verfolgst damit ein gewisses Ziel, welches für jeden Autor anders sein kann. Mein Grund war, dass ich unsere Erfahrungen dokumentieren wollte, um sie nicht zu vergessen. Es geht um Hochbegabung, Underachievement, ADHS, Diagnostiken, Schulabstinenz und den Kontakt mit zahlreichen Institutionen.
Also wollte ich das alles festhalten, da im Nachhinein, als sich unsere Situation beruhigte, Gedanken aufkamen wie: „Ach, das war doch alles gar nicht so schlimm“. Also schrieb ich die Geschichte unseres Sohnes auf, dessen Hochbegabung erst mit 16 Jahren erkannt wurde. Gleichzeitig fasste ich den Entschluss, dass mein Buch gleichzeitig ein Informationsbuch sein sollte. Für Eltern, die nicht mehr weiterwissen und die eine Richtung suchen, in die sie gehen können. Denn ganz oft wurde ich in Gruppen um meine Erfahrungen gebeten, da ich als die galt, die dazu Infos hatte.
Lies unsere persönliche Geschichte hier inkl. 2 Jahre Schulverweigerung.
In meinem Buch "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich" kannst du mehr über all die Herausforderungen, die wir bewältigen mussten, erfahren.
Bei Amazon - oder im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3982620169

Mein drittes Buch war etwas ganz Besonderes
Zwei Jahre später war mein Buch „Hochbegabt gescheitert – und neue Türen öffnen sich“ erschienen. Ein erzählerisches Sachbuch. Eine Leserin fasste das so zusammen: „Dieses Buch ist nicht nur aus dem 'Herzen einer Mutter' geschrieben, sondern schafft den Spagat zwischen Fachliteratur, Erfahrungsbericht und Roman." (Susanne Sperling). Andere nannten es liebevoll einen Seelenstriptease.
Es ist nicht so, dass ich keine Erfahrungen mit dem Buch schreiben habe. Das hier war bereits mein drittes Buch. Zuvor hatte ich ein Marketing-Buch „Business-Helden“ geschrieben. Ein Kinderbuch zum Vorlesen mit Einschlaf- und Entspannungsgeschichten „Ein Baumhaus zum Träumen“ folgte. Auch hierfür machte ich Werbung und bewarb meine Bücher.
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Für mehr Selbstwertgefühl von Kindern:
"Ein Baumhaus zum Träumen". Ich habe ein Buch für die perfekte Abendroutine für (hochsensible) Kinder mit Traumreisen geschrieben.
Vorlesebuch für Kinder ab 4 Jahren - bei Amazon.
Auch als Hörbuch hier erhältlich. (selbst von mir eingesprochen)

Die Werbung für mein Buch über Hochbegabung kostete Überwindung
Doch dieses Buch war anders. Es war persönlicher, privater, sensibler. Und ich spürte einen inneren Drang, damit in die Öffentlichkeit zu gehen. Schließlich legte ich mit dem Buch unsere Familiengeschichte offen. Sag du mal irgendwo: „Ich bin hochbegabt“ oder „Meine Kinder sind hochbegabt“. Du kannst dir vorstellen, welche Blicke du erntest. Noch mehr, wenn sie deinen Buchtitel lesen: „Hochbegabt gescheitert…“ Das passt für viele nicht zusammen und so begibst du dich auf gefühlt dünnes Eis.
Meine Buchveröffentlichung stand nun an. Jeder einzelne Schritt in der Buchvermarktung war ein neues erstes Mal. Mal aufregend, mal fröhlich, aber immer mit dem Blick eines staunenden Kindes, welches gerade das erste Mal sein neues Kinderzimmer sieht. Während ich mich auf Social Media bewegte, fühlte sich alles ok an. Ich befand mich hier in einem weitestgehend anonymen Raum, obwohl ich unter meinem Klarnamen agierte.
Über 1.000 verkaufte Exemplare im ersten Halbjahr zeigten den Erfolg
Das war nämlich auch so ein Punkt. Ehrlicherweise überlegte ich anfangs, ob ich mein Buch unter einem Synonym herausbringen sollte. Zum Schutz der Familie, zu meinem eigenen Schutz und vor allem, um der Angst zuvorzukommen, dass mich Menschen anfeinden, Vorurteile laut werden oder sich von mir abwenden.
Der Verkauf des Buches entwickelte sich gut. Im ersten halben Jahr hatte ich bereits über 1.000 Exemplare verkauft. Das hätte ich nie für möglich gehalten, aber es zeigte mir, wie groß die Not der Eltern war. Ich machte nahezu jeden Tag Werbung auf Social Media, erzählte vom Buch, kommunizierte Zitate von Lesern und vieles mehr. Wenn du mehr über meine Selfpublishing-Erfahrungen lesen möchtest, findest du Artikel in meiner Kategorie.

Die Vorbereitungen für meine erste Lesung war eine Mutprobe
Ich hatte schon Gastbeiträge für bekannte Familienblogs geschrieben und stand in Interviews Rede und Antwort. Meine Pressearbeit lief gut, wie du hier nachvollziehen kannst. Doch ein Thema schob ich vor mir her: Meine erste Lesung. Aber der Wunsch war größer und so machte ich mich auf den Weg in die naheliegende Stadt Wetzlar in die Stadtbibliothek.
Nach einem Gespräch ging ich mit einem Termin in der Tasche glücklich nach Hause. Jetzt musste der Termin nur noch beworben werden. Social Media reichte dazu nicht aus, das wusste ich. Daher entschied ich mich, Plakate drucken zu lassen und sie im heimischen Raum aufzuhängen.
Das Aufhängen des ersten Plakates im Dorf machte mir Angst
So stand ich also mit meinem Plakat und Tesafilm in der Hand vor dem örtlichen Bäcker und fühlte mich ganz anders. Tausend Gedanken rasten durch meinen Kopf. Sollte ich das wirklich tun? Hier gehen doch die ganzen Leute aus dem Dorf einkaufen. Die kennen mich doch und meine Familie. Was werden sie von uns denken?
Werden sie mich verurteilen? Was werden die anderen Mütter denken, die unseren Sohn kennen? Wird mein Sohn darauf angesprochen? Werde ich darauf angesprochen oder meine Familie? Wie werde ich reagieren? Kann ich dazu stehen? Die vielen Gedanken konnte ich kaum fassen, mein Herz raste passenderweise dazu.
Mit welchen Reaktionen musste ich rechnen?
Ich atmete tief durch, fasste all meinen Mut zusammen und stieg die wenigen Stufen zur Eingangstür hinauf. Drinnen zeigte ich mein Plakat und fragte, ob ich es ins Fenster hängen dürfe. Die Verkäuferin in der Bäckerei warf einen kurzen Blick darauf, nickte kommentarlos, zeigte mir die Stelle und ich hing mein Plakat auf.
Nun war es geschehen. Jeder konnte es sehen, wie mein Gesicht, mein Buch, das Datum und der Termin öffentlich präsentiert wurden. Wenigstens lächelte ich auf dem Bild, das soll ja Herzen öffnen. Mit einem mulmigen Gefühl stieg ich ins Auto und fuhr nach Hause. Mein Herz schlug immer noch stark. Ich war gespannt, mit welchen Reaktionen ich nun konfrontiert wurde.
Meine erste Lesung übertraf alle Erwartungen
Ein paar Tage später hatte ich Plakate in der Apotheke aufgehängt, Flyer bei einem weiteren Bäcker verteilt und die umliegenden Orte abgefahren, um weitere Plakate aufzuhängen. Ich wartete, und es passierte: Nichts. Niemand sprach mich an. Keine Kommentare, keine Anfeindungen und niemand, der uns verspottete. Jedenfalls bekam ich nichts mit.
Schließlich war der Tag gekommen und die Lesung fand statt. Der Raum füllte sich zusehends, was meine Aufregung nur noch höher werden ließ. Die Mitarbeiter der Bibliothek mussten noch weitere Stühle aufstellen, der Raum war fast überfüllt. Es waren so viele Menschen gekommen. Eltern, Großeltern, Therapeuten, Lehrkräfte aber auch Familie und Freunde. Ich war überwältigt, denn damit hatte ich nicht gerechnet.
Wenn Angst auf Mut trifft, kommt Glück heraus
So fand meine erste Lesung vor 43 Menschen statt. Sie hörten gebannt zu, nickten, Tränen flossen und ich blickte in zustimmende Gesichter. Nach der Lesung durfte ich viele Gespräche führen. Der wichtigste Tenor war: „Ich fühle mich nicht mehr allein.“ Für viele war es erleichternd, unsere Geschichte zu hören. Auch wir kennen das Gefühl, wenn wir denken, niemandem geht es so wie uns. Und niemand kann uns helfen.
Nach 15 verkauften Büchern und vielen persönlichen Widmungen endete die Veranstaltung. Die Organisatorin zeigte sich ebenfalls überrascht, dass so viele Menschen anwesend waren und schien ebenso glücklich zu sein wie ich. Mit meinen Materialien unter dem Arm ging ich glücklich nach Hause. Stell dir doch mal vor, ich hätte gekniffen und die Lesung abgesagt, weil ich Angst hatte, die Plakate in meiner Umgebung aufzuhängen? Einen Rückblick zur Lesung findest du hier.

Wichtige Erkenntnisse meiner wichtigsten Mutprobe als Autorin
Was nehme ich also mit aus dieser Mutprobe? Oft denke ich noch daran zurück, wie ich mich damals gefühlt habe. Heute habe ich bereits viele Lesungen in ganz Deutschland gehalten und jede für sich war ein besonders Erlebnis.
Es gab auch weitere Mutproben. Zum Beispiel, als ich das erste Mal auf einem Bildungsforum war und mich fühlte wie in der Höhle der Löwen. Denn stell dir vor, du gehst als Mutter, die hochbegabte Kinder hat, die am System gescheitert sind und die Schule verweigert haben auf ein Bildungsforum mit 300 Lehrkräften, um deine Geschichte zu erzählen. Darüber kannst du hier mehr erfahren.
Erst kommt die Angst, dann der Mut
Klar ist, erst kommt die Angst, und dann der Mut. Wenn der Mut größer ist als die Angst, kommst du ins Handeln. Dann kann Großes entstehen, weil du dich getraut hast. Weil du in diesem Moment über deine Grenzen gegangen bist für etwas, was dir viel bedeutet. Heute werde ich immer wieder aus meinem alten Bekanntenkreis und auch von Menschen aus dem Dorf angesprochen, dass sie Hilfe benötigen. Dass sie ein Kind, einen Enkel oder jemanden in der Bekanntschaft haben, welches ebenfalls aus dem Rahmen fällt.
Im privaten Bereich habe ich schon einige Bücher verkaufen dürfen. Mich überraschte das immer wieder, da ich das oft nicht erwartet hatte, dass diese Familie ein Thema damit hat. Eltern mit hochbegabten Kindern gehen mit dem Thema nicht hausieren. Das ist der Grund, warum ich mich so schwer getan habe bei der Entscheidung, das Buch unter meinem Klarnamen zu veröffentlichen. Ich bin froh, dass ich den Schritt gegangen bin und mich mitten auf den Präsentierteller gesetzt habe.
Raus aus der Komfortzone und rein ins Leben
Auch über meine spät erkannte Hochbegabung als erwachsene Frau zu sprechen kostete mich Mut. Denn ich fühlte mich vor der IQ-Testung in einer Begabungsdiagnostik alles andere als hochbegabt. Aber das ist eine andere Geschichte, über die ich hier mehr erzähle, falls du in das Thema eintauchen möchtest.
Ich möchte dir hier an dieser Stelle Mut machen. Geh ab und zu über deine Grenzen, bzw. aus der Komfortzone heraus. Es lohnt sich. Denn wenn du den ersten Schritt machst, dann kommt das Leben auch auf dich einen Schritt zu in Form von großartigen Möglichkeiten und Gelegenheiten. Danach lebe ich jeden Tag und gestalte alles, was bis heute rund um das Buch entstanden ist und was du auf meiner Website findest.
Denn stell dir doch nur einmal vor, du würdest den entscheidenden Schritt nicht gehen? Andere Menschen würden dein Angebot nie kennenlernen? Ich finde, das grenzt an unterlassene Hilfeleistung. Daher wünsche ich dir viel Mut und großartige Erfahrungen bei der Überwindung deiner Ängste!
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Jeden Tag ein bisschen mehr du selbst
Durch kleine Veränderungen in deinem Denken kannst du Großes bewirken. Lerne jeden Tag spielerisch, dich selbst zu beobachten. Zieh täglich eine Karte und schule dein Mindset! Du kannst das Kartenset, welches ich selbst gestaltet habe, für 19,95 inkl. Versand bestellen.























Liebe Susanne,
danke für deinen sehr persönlichen Blogartikel zu diesem Thema. Tolles Beispiel dafür, wie viel Überwindung es uns manchmal kostet, uns als Autor:innen zu zeigen! Und wie sehr Mut dann vom Universum belohnt wird. Aber erstmal müssen wir durch die „Angst“, wie du sagst – gar nicht so einfach. Aber es lohnt sich!
Viel Erfolg weiter für dein besonderes Buchbaby!
Liebe Grüße, Christine
Vielen lieben Dank, Christine,
Es war mir eine Freude, bei deiner Blogparade mitzumachen!
Liebe Grüße
Susanne