Vielleicht bist du hier gelandet, weil du wissen willst, wie hoch der IQ Durchschnitt in Deutschland eigentlich ist, oder was ein einzelner Testwert wirklich über dich aussagt. Der IQ ist ausgeschrieben der Intelligenzquotient und misst die Intelligenz eines Menschen. Die Intelligenz ist die allgemeine Fähigkeit, logisch zu denken, zu abstrahieren und Probleme zu lösen. Intelligenz ist somit das individuelle Potenzial, was jeder Mensch von Geburt an mitbringt. Je nach Umfeld und Umgebung, indem sich ein Mensch befindet und bewegt, kann die tatsächliche Nutzung des jeweiligen Potenzials sehr unterschiedlich ausfallen.
Das Wichtigste in Kürze
> Der IQ Durchschnitt in Deutschland liegt bei 100 bis 102, mit einer Standardabweichung von 15 Punkten.
> Werte zwischen 85 und 115 gelten als durchschnittliche Begabung, das betrifft rund 68 % der Bevölkerung.
> Ab einem IQ von 130 spricht man von Hochbegabung, ab 145 von Höchstbegabung.
> Gemessen wird der IQ mit standardisierten Testverfahren wie z. B. WISC oder WAIS, ausgewertet computergestützt.
> Zwischen zwei IQ-Tests sollten mindestens zwei Jahre liegen, da Tagesform und die Testsituation das Ergebnis stark beeinflussen können.
Definition von Intelligenz (IQ) - was ist Intelligenz, und wie hängt sie mit dem IQ zusammen?
Anhand von Intelligenztests wird der IQ gemessen. Je nachdem, wie hoch die Werte ausfallen, spricht man von unterschiedlichen Begabungen, z. B. von Minderbegabung, Normalbegabung oder Hochbegabung. Die Verteilung der Intelligenzwerte in der Bevölkerung, in dem man z. B. die z. B: auch für den Durchschnitts-IQ Deutschlands steht, entspricht der Gaußschen Normalverteilung, die in einer IQ-Glockenkurve verbildlicht werden kann.

Die IQ-Normalverteilung: Wie ist die Intelligenz in der Bevölkerung verteilt (IQ-Skala)?
- IQ < 70 = weit unterdurchschnittliche Begabung, betrifft 2,1 % der Bevölkerung.
- IQ 70-85 = unterdurchschnittliche Begabung, betrifft 13,6 % der Bevölkerung.
- IQ 86-114 = durchschnittliche Begabung, betrifft 68,2 % der Bevölkerung (IQ-Durchschnitt ist 100).
- IQ 115-129 = überdurchschnittliche Begabung, betrifft 13,9 % der Bevölkerung.
- IQ 130-144 = Hochbegabung, betrifft 2,1 % der Bevölkerung.
- IQ < 145 = Höchstbegabung, betrifft 0,1 % der Bevölkerung.
Wie hoch ist der IQ-Durchschnitt bzw. normale IQ in Deutschland?
Ein IQ-Normalwert liegt bei einem durchschnittlichen IQ in Deutschland von IQ 100 und102. Hier gibt es eine Standardabweichung von 15 Prozentpunkten. Das ist eine Streuung der Werte von plus/minus 15. Also liegt die IQ Normalverteilung zwischen einem IQ-Wert von 85 und 115.
Interessant zu wissen: In der Schweiz liegt der durchschnittliche IQ-Wert bei ca. 104, in Japan bei ca. 107 und in den USA bei ca. 98. (Quelle)

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Wie wird ein IQ gemessen?
Ein IQ wird mithilfe standardisierter Testverfahren getestet bzw. diagnostiziert. Die Testung kann auf verschiedenen Wegen vorgenommen werden:
- Im Rahmen einer klinischen Diagnostik: Vor allem bei psychischen Auffälligkeiten wie ADHS, Autismus Spektrum Störung oder anderen Neurodivergenzen ist der IQ-Test ein Bestandteil der klinischen Diagnostik. Das Ergebnis kann jedoch durch vielfältige Einflüsse verfälscht sein – Stichwort Fehl- und Doppeldiagnosen.
- Im Rahmen einer Begabungsdiagnostik: Hier steht die Messung der Intelligenz im Fokus. Der Proband erhält auf Wunsch ein Gutachten, welches für die Schule oder die Arbeitsstelle relevant sein kann, vor allem, wenn es zu Problemen wie Verhaltensauffälligkeiten oder Underachievement gekommen ist.
- Im Rahmen von Aufnahmeprüfungen: Die bekannteste ist der Gruppentest des Hochbegabtenvereins Mensa. Anhand diesem wird gemessen, ob eine Mitgliedschaft möglich ist. Die Voraussetzung dafür ist eine attestierte Hochbegabung (IQ höher als 130).
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Mehr InformationenWas wird bei einem IQ-Test gemessen?
Innerhalb eines IQ-Tests werden verschiedene Bereiche unter streng einzuhaltenden Vorgaben getestet, unter anderem das sprachliche Verständnis, die visuell-räumliche Verarbeitung, das fluide Schlussfolgern, das Arbeitsgedächtnis und die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Die Test-Bereiche variieren jedoch in den unterschiedlichen Testverfahren. Heute erfolgt die Auswertung computergestützt und werden auf der bekannten IQ-Skala eingeordnet. Ein Rechenverfahren ermittelt schließlich den Gesamt-IQ, welcher aber nicht dem einfachen IQ-Durchschnitt der Summe einzelnen Teilbereiche entspricht.
Was bedeuten die einzelnen IQ-Grenzwerte?
Die Bereiche von 115 bis 129, 130 bis 144 oder ab 145 geben dir die grobe Richtung. Aber wenn du selbst gerade ein Testergebnis in der Hand hältst, zählt meist nicht die ganze Bandbreite, sondern genau eine Zahl. Deshalb gehen wir hier mal ganz detailliert rein und schauen uns ein paar typische Werte im Detail an. Einmal die, die mitten in einer Kategorie liegen, und einmal die, die genau auf der Kippe zur nächsten Stufe balancieren. Denn gerade da wird es interessant. Wo findest du dich wieder?
Beispiel IQ 86
Ein IQ-Wert von 86 liegt einen Prozentpunkt höher als der Beginn des Durchschnittswerts. Dieser stark nachgefragte Wert liegt im Normalbereich. Alles was unter einem IQ von 85 liegt, befindet sich im unterdurchschnittlichen Bereich.
Beispiel IQ 114
Ein IQ-Wert von 114 befindet sich ebenfalls im Normalbereich, jedoch einen Prozentpunkt unter der überdurchschnittlichen Begabung. Als überdurchschnittlich begabt gelten 13,9 % der Bevölkerung.
Beispiel IQ 116
Ein IQ von 116 liegt einen Punkt über der Grenze zur überdurchschnittlichen Begabung, die bei 115 beginnt. Damit gehörst du zu den rund 14 % mit den höchsten Werten in der Bevölkerung.
Beispiel IQ 120
Ein IQ von 120 liegt in der Mitte des überdurchschnittlichen Bereichs zwischen 115 und 129. Rund 9 % der Bevölkerung erreichen einen ebenso hohen oder höheren Wert.
Beispiel IQ 129
Ein IQ von 129 hat den Bereich der Hochbegabung, die ab einem IQ über 130 beginnt, um einen Prozentpunkt verpasst. Daher ist ein dieser Wert der überdurchschnittlichen Begabung zuzuordnen.
Beispiel IQ 130
Ein IQ von 130 markiert den offiziellen Beginn der Hochbegabung, nur einen Prozentpunkt über 129. Etwa 2,3 % der Bevölkerung erreichen diesen Wert oder einen höheren.
Beispiel IQ 132
Ein IQ von 132 liegt zwei Punkte über der Hochbegabungsgrenze und damit bereits deutlich im hochbegabten Bereich. Etwa 1,6 % der Bevölkerung weisen einen ebenso hohen oder höheren Wert auf.
Beispiel IQ 140
Ein IQ von 140 liegt fünf Punkte unter der Grenze zur Höchstbegabung bei 145. Dieser Wert wird in den Medien gerne als „Genie-Grenze" gehandelt, wovon ich persönlich wenig halte. Nur etwa 0,4 % der Bevölkerung erreichen einen ebenso hohen Wert.
Beispiel IQ 144
Ab einem IQ von 145 sprechen wir von einer Höchstbegabung, daher gelten Menschen mit einem IQ 144 als hochbegabt. Nur 0,1 % der Bevölkerung weisen Werte über IQ 145 auf. Heute kann ein IQ-Wert bis 160 verlässlich gemessen werden. Darüber hinaus fehlen die Vergleichsmöglichkeiten und beruhen lediglich auf Schätzungen.
Beispiel IQ 150
Ein IQ von 150 liegt deutlich über der Grenze zur Höchstbegabung bei 145. Nur etwa 0,04 % der Bevölkerung, statistisch also 1 von über 2.300 Menschen, erreichen einen so hohen Wert.
|
IQ-Wert |
Einordnung |
Bevölkerungsanteil (dieser Wert oder höher) |
|
86 |
Durchschnittsbereich |
knapp über dem unteren Rand |
|
114 |
Durchschnittsbereich, oberes Ende |
rund 14 % |
|
116 |
überdurchschnittlich |
rund 14 % |
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120 |
überdurchschnittlich, Mitte |
rund 9 % |
|
129 |
überdurchschnittlich, oberes Ende |
knapp über 2 % |
|
130 |
Beginn Hochbegabung |
2,3 % |
|
132 |
Hochbegabung |
1,6 % |
|
140 |
Hochbegabung, oberer Bereich |
0,4 % |
|
144 |
knapp unter Höchstbegabung |
rund 0,1 % |
|
150 |
Höchstbegabung |
0,04 % |
Bewertung der IQ-Grenzwerte
Die Grenzwerte in der IQ-Diagnostik sind mit Vorsicht zu genießen. Denn die gemessenen IQ-Werte weisen ein Vertrauensintervall von +/- 1-5 % auf. So kann ein Ergebnis von einem IQ 129 in Wahrheit ein IQ zwischen 125 und 133 bedeuten.
Das liegt daran, dass ein verlässliches Ergebnis von vielen Faktoren abhängt, z. B. von der Tagesform und dem Wohlbefinden der zu testenden Person aber auch dem Testleiter selbst. Daher sind die IQ-Werte nicht als absolut zu sehen. Um eine bessere Einschätzung vorzunehmen, werden oft zusätzlich der AFI (Allgemeiner Fähigkeits-Index) sowie der KLI (Kognitive Leistungsindex) berechnet. Eine Abweichung kann ein Indiz auf Underachievement sein. Mehr zu Ursachen und Lösungen für Underachievement bei Hochbegabten liest du in diesem Artikel.
Geschichte der IQ-Tests
Bereits 1912 definierte der deutsche Psychologe William Stern den ersten IQ für Kinder. Damals benannte er jedoch keinen konkreten Wert, wie es heute der Fall ist. Vielmehr sprach er von einem Intelligenzalter. Erst 1932 wurde eine neue IQ-Skala von David Wechsler eingeführt, nach der auch heute noch gemessen wird.
Welche IQ-Testverfahren gibt es bzw. wie misst man den IQ?
Je nach Alter des Probanden kommen unterschiedliche Testverfahren zum Einsatz. Der bekannteste für Kinder ist der WISC (Wechsler-Intelligenztest für Kinder – bis 2011 auch bekannt als HAWIK) und der WAIS (Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene). Daneben gibt es noch weitere Testverfahren mit unterschiedlichen Schwerpunkten: WPPSI, IDS, KFT, PSB, IST, AID und viele weitere. Hier erhältst du einen differenzierten Überblick.
Warum werden IQ-Werte regelmäßig neu normiert?
Es ist bewiesen, dass die Intelligenz in den Industrieländern stetig steigt. Um die Werte trotzdem vergleichbar zu halten, müssen die Tests von Zeit zu Zeit neu normiert werden. So bleibt der IQ-Durchschnittswert von 100 erhalten. Aus diesem Grund erhalten die Testverfahren eine Versionsnummer, die jeweils angefügt wird – hier am Beispiel des WISC:
- 1956: HAWIK
- 1983: HAWIK-R (revidiert)
- 1999: HAWIK III
- 2007: HAWIK IV
- 2011: WISC-IV
- 2017: WISC-V
(Quelle)
Wie oft darf ein IQ-Test durchgeführt werden?
Zwischen zwei Testungen sollten mindestens zwei Jahre liegen. Die Ergebnisse können vom Probanden nicht nach oben positiv beeinflusst werden, wohl aber nach unten. So entstehen oft schlechtere Ergebnisse als das Potenzial eigentlich hergibt. Daher ist darauf zu achten, dass die äußeren Umstände für den Test ideal sind und der Proband sich wohlfühlt, damit er sein Potenzial voll zeigen kann. Aus diesem Grund sind Begabungsdiagnostiken oft klinischen Diagnostiken vorzuziehen. Vor allem um eine vermutete Begabung abzuklären, gerade wenn eine Verhaltensauffälligkeit vorliegt. Denn die Anzeichen von Hochbegabung können den Symptomen von ADHS, Autismus Spektrum Störung oder anderen Neurodivergenzen sehr ähnlich sein.
Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass der IQ-Test aus verschiedenen Arten erfolgen kann. Ich kenne die Fragen rund um einzelne IQ-Werte nicht nur aus der Theorie, sondern aus eigenen Diagnostik-Erfahrungen mit meinen Söhnen. Wie unterschiedlich ein Testergebnis ausfallen kann und warum eine zweite Einschätzung manchmal sinnvoll ist, liest du ausführlicher in meinem Artikel zur Begabungsdiagnostik im Vergleich zum IQ-Test.
Häufige Fragen zum IQ Durchschnitt
Der IQ Durchschnitt in Deutschland liegt bei 100 bis 102. Werte zwischen 85 und 115 gelten als normal begabt, das betrifft rund 68 % der Bevölkerung.
Ab einem IQ von 130 gilt jemand als hochbegabt. Nur etwa 2,1 % der Bevölkerung erreichen diesen Wert oder einen höheren. Ab 145 spricht man von Höchstbegabung.
Der IQ wird mit standardisierten Testverfahren wie dem WISC für Kinder oder dem WAIS für Erwachsene gemessen. Die Auswertung erfolgt heute computergestützt.
Zwischen zwei Testungen sollten mindestens zwei Jahre liegen. Ein Ergebnis lässt sich nicht nach oben, wohl aber nach unten verfälschen, etwa durch Tagesform oder Testsituation.
Diese Werte liegen direkt an der Grenze zur Hochbegabung. Da IQ-Werte ein Vertrauensintervall von plus/minus 1 bis 5 % haben, kann ein gemessener Wert von 129 in Wahrheit auch bei 133 liegen.




















