Didacta 2026 – Rückblick einer Bildungsreise nach Köln

13. März 2026
8 Minuten Lesezeit

Dieses Mal ohne persönliche Beteiligung, wie bei vision@schule in Wetzlar oder beim Kamener Schulgespräch, dafür aber mit wundervollen Begegnungen im Blick, habe ich der didacta 2026 in Köln einen Besuch abgestattet. Die didacta ist Europas größte Bildungsmesse und hat für die Bildungslandschaft einiges zu bieten. Die Themen reichten von der frühkindlichen Bildung in Kitas über die schulische Bildung bis hin zu beruflichen Ausbildungsthemen. Ich war gespannt, welche Rolle das Thema Hochbegabung in diesem Zusammenhang spielte. Das Spektrum war groß und beeindruckend, daher möchte ich dir hier meinen Rückblick einer Bildungsreise nach Köln präsentieren.

Eine Reise durch die Bildungslandschaft auf der didacta 2026

Auf die deutsche Bahn ist Verlass, was Verspätungen angeht. Mit einer Viertelstunde Verspätung kam ich in Frankfurt an und erreichte den nächsten ICE nach Köln. Diese fahren glücklicherweise im halbstündigen Takt. Schon im Eingangsbereich war klar, wie anziehend diese Messe ist. Umgeben von vielen Menschen, die zum größten Teil Lehrkräfte waren, strömten wir Richtung Eingang.

Man braucht gutes Schuhwerk für die Messe, denn die Laufwege sind lang. Umso schöner waren dann die Eindrücke, die mich in den Messehallen empfingen. Überall zwischen den aufmerksamkeitsstark eingerichteten Anbieterständen verstreut befanden Vortragsbereiche des didacta-Verbandes. Ich ließ mich aber zunächst treiben und verschaffte mir einen Überblick. Die Vorträge, die ich unbedingt besuchen wollte, fanden erst am Nachmittag statt.

 

Mein Ziel auf der didacta: Netzwerken und Menschen wiedersehen

Auf meinem Rundgang blieb ich an ein paar Ständen stehen. Besonders interessierten mich Lehrerverbände und die GEW. Vielleicht bestehen hier Möglichkeiten von Workshops und Gastbeiträgen in Informationszeitschriften. Die Themen Hochbegabung und Underachievement sind erfahrungsgemäß im Lehrkräfte-Kosmos nur spärlich vorhanden und selten Thema in der Lehramtsausbildung.

Daher möchte ich jede Gelegenheit nutzen, um für dieses Thema zu sensibilisieren. Vor allem aus Sicht einer Mutter, um „die andere Seite“ zu zeigen und eine wertschätzende Verbindung zu den Lehrkräften herzustellen. Erst das ermöglicht Offenheit von beiden Seiten. Das ist mir wichtig, und deshalb schreibe ich auch meinen Blog.

Lies unsere persönliche Geschichte hier inkl. 2 Jahre Schulverweigerung.

In meinem Buch "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich" kannst du mehr über all die Herausforderungen, die wir bewältigen mussten, erfahren.

Bei Amazon - oder im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3982620169

Hochbegabt gescheitert Susanne Burzel

Ein Stand zu Hochbegabung von der DGhK e. V.

Mit bereits eingesammelten Visitenkarten und Flyern im Gepäck habe ich dann endlich den Stand der DGhK e. V. entdeckt. Die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind hatte einen eigenen Stand und informierte die Besucher zu Hochbegabung in der Schule. Mich freute es riesig, dass ich hier von den Damen am Stand direkt erkannt wurde. Das zeigt mir, dass meine Arbeit sichtbar ist.

Unterhalten hatte ich mich u. a. mit Friederike Methemaekers. Sie setzt sich ehrenamtlich für den Regionalverein Rhein-Ruhr des DGhK e. V. ein. Sie erzählte, wie schwierig es sei, mit Lehrkräften ins Gespräch zu kommen, da es immer noch ein Luxusthema für viele ist. Dies liegt vor allem in dem Vorurteil begründet, dass Hochbegabte immer gut durch die Schule kommen. Wenn sich Lehrkräfte für das Thema interessieren, sind sie meist durch ihre eigenen Kinder selbst betroffen oder über einen konkreten Fall in ihrer Schule. Genau das erlebe ich auch auf Veranstaltungen bei meinen Lesungen und Workshops.

Hochbegabung ist unterrepräsentiert auf der didacta

Leider war dies der einzige Stand zu Hochbegabung. Wobei ich sagen muss, dass das Thema Neurodivergenzen mit weiteren Ständen zu ADHS, Autismus Spektrum Störung oder anderen körperlichen wie psychischen Beeinträchtigungen ebenfalls abgedeckt war. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass Mensa hier vertreten ist, z. B. mit ihrem Begabungskoffer und pädagogischen Angeboten. Auch die KARG-Stiftung habe ich vermisst, wobei Dr. Miriam Lotze von der Karg-Stiftung in einer Podiumsdiskussion morgen (14.3.) sprechen wird.

Natürlich habe ich im Vorfeld geschaut, ob ich einen eigenen Stand machen könnte. Der kleinste verfügbare Stand hätte mich aber bereits über 2.000 Euro gekostet. Daher habe ich davon Abstand genommen. Aber mal sehen, welche Ideen mir noch dazu kommen. Die nächste didacta ist im Februar in Hannover.  

Du wünschst dir regelmäßige Impulse rund um Hochbegabung, Underachievement
u. a. in Verbindung mit dem Schulsystem?

Workshop zu KI in der Schule mit Kristin und Ulrike van der Meer

Am Nachmittag besuchte ich einen Workshop zu KI in der Schule. Ich habe mich riesig gefreut, Kristin und Ulrike wiederzusehen. Ich bewundere ihre Arbeit, die sie auf Instagram als @vandermeer_sisters transparent und einladend zeigen. Schule entwickelt sich von der reinen Wissensvermittlung hin zur Fähigkeitsvermittlung, so Kristin. Sie sagt selbst dazu: „Es macht keinen Sinn mehr, da vorne zu stehen, wenn ich mich als reine Wissensvermittlerin sehe.“

Das zeigt, wie sehr Schule sich verändern muss, um mit der Lebenswelt der Kinder Schritt zu halten. Denn Wissen ist heute auf Knopfdruck verfügbar. Die Frage ist nur, wie lernen wir uns zurechtzufinden in einer Welt, in der „Chat GPT uns den ganzen Tag lobt“? Bereits ab der ersten Klasse sollten Kinder lernen, mit KI reflektiert umzugehen. Wir als Erwachsene können dabei eine Menge von den Kindern lernen – und sollten es auch.

Selbstreguliertes Lernen und der KI-Einsatz gehen Hand in Hand

Auf der einen Seite spielt daher die Selbstregulation eine große Rolle. Darf ich Antworten von KI ungefragt so annehmen? Wie stelle ich die richtigen Fragen und formuliere optimale Prompts? Für uns Erwachsene ist KI oft mit Ängsten besetzt. Wir haben das Gefühl, dass wir die Kontrolle verlieren. Aber wenn wir die Kinder gut anleiten, profitieren sie von der Arbeit mit KI. Sie lernen ihre Ziele zu definieren, können Lernstrategien individuell anpassen, lernen sich selbst zu beobachten und auszuprobieren sowie sich zu reflektieren und ihre Strategien anzupassen.

Das KI eine große Unterstützung für Kinder sein kann, belegt sie mit einem Beispielen. Unter anderem erzählte sie von einer hochbegabten Schülerin, die am Sportunterricht keinen Spaß hat. Bereits 5 Lehrkräfte hatten ihr gezeigt, wie sie das Rad schlagen kann. Niemand schaffte es, ihr dies beizubringen. Erst durch den Einsatz von KI hat sie eigenständig einen Weg für gefunden, das Radschlagen zu lernen – und hat es gemeistert.

KI Workshop mit Kristin und Ulrike van der Meer

Der Einsatz von KI ist Teilhabe pur

An diesem Beispiel sehen wir, dass es für sie einen anderen Zugang brauchte. Das entsprach vor allem auch ihrem Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit, der für Hochbegabte besonders wichtig ist. KI bietet gerade für hochbegabte Kinder in der Schule großartige Möglichkeiten.  Aber nicht nur für sie, sondern für alle Kinder im Sinne einer integrativen Bildung und im Sinne der Teilhabe.

Auch für Lehrkräfte bietet KI zur Unterrichtsvorbereitung großartige Möglichkeiten. Kristin berichtet davon, wie sehr sich ihre Arbeit dadurch verändert hat. Sie ist differenzierter, intensiver, individueller, fairer und zielorientierter geworden. Mit Tools, wie fobizz, gamma.app, deeplwrite, chatpdf oder fellofish stehen den Lehrkräften großartige Möglichkeiten zur Seite. Der erlaubte Einsatz ist jedoch in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt.

Kristin hat einen Erziehungsratgeber "Heute Kind - morgen stark" geschrieben. Lies hier meine Buchempfehlung dazu.

Interview zu Neurodivergenzen mit Bob Blume und Saskia Niechzial

Nach diesem großartigen Workshop mit Kristin und Ulrike van der Meer besuchte ich fast nebenan den Stand der öffentlich-rechtlichen Medien. Bob Blume hostet seinen Podcast „Die Schule brennt“ bei der ARD. Zu Gast war Saskia Niechzial von @liniert.kariert, die u. a. das großartige Buch „Ein Kopf voll Gold“ geschrieben hat. Sie wurde von Bob zum Thema Neurodivergenzen interviewt.

Auch in diesem Bereich öffnet sich Schule immer mehr, was ich als eine positive Entwicklung ansehe. Der Bildungsforscher Aladin El-Mafaalani spricht von einer Superdiversität in Schulen. Neurodivergenzen sind nur ein Teil davon, der aber immer präsenter wird, „zum Glück auch in der Lehramtsausbildung“, wie Saskia erzählt.

Bob Blume und Saskia Niechzial
Saskia Niechzial im Interview mit Bob Blume

Saskia hat den wertvollen Blick von beiden Seiten der Neurodivergenz

In den Ausführungen von Saskia über ihr eigenes Erleben als neurodivergente Lehrerin und als Mutter von neurodivergenten Kindern wurde deutlich, wie sehr ihr das Thema am Herzen liegt. Als Bob sie mit der Frage konfrontierte, wie sie zum Thema „Trend ADHS und Neurodivergenzen“ steht, erzählte sie von ihrer Wut, die in solchen Behauptungen in ihr aufsteigt.

Denn ADHS sei nicht etwas, wofür man sich mal nebenbei entscheidet, weil es alle so tun. Vielmehr stecke hier ein großer Leidensdruck für die Familien dahinter. Wird eine Neurodivergenz bagatellisiert und abgetan, hilft das Niemandem, vor allem nicht den Kindern, um die es geht. Auf Bobs Frage, wie Eltern und Lehrkräfte sich begegnen können, empfiehlt sie, das Wissen der Eltern als großen Schatz anzusehen.

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Eine offene Kommunikation zwischen Eltern und Lehrkräften ist wichtig

Eltern sind eine mächtige Ressource, wenn es um die Kinder geht. Sie wissen oft besser, was funktioniert und was nicht. Eltern empfiehlt sie in Gesprächen mit Lehrkräften, sich selbst zu offenbaren. Das würde Lehrkräfte in eine offene Haltung bringen. Tatsächlich ist die Kommunikation oft nicht einfach, da Lehrkräfte manchmal vieles besser wissen wollen aufgrund ihrer Rolle. Eltern hingegen neigen dazu, zu vorschnell Forderungen zu stellen. Ein behutsames Herantasten auf beiden Seiten ist da oft besser. Genau das teile ich auch und meine Erfahrungen bestätigen dies in den meisten Fällen auch so.

Nach dem Interview sprach ich kurz mit Saskia, denn ich freute mich so sehr, sie endlich persönlich kennenzulernen. Wir kannten uns nur online aus dem Interview, welches sie im letzten Jahr mit mir führte. Sie überlegte zunächst und wusste mich nicht direkt einzuordnen, aber dann erkannte sie mich. Das kenne ich sehr gut, denn mir geht es oft auch so und viele neurodivergente Menschen erkennen sich hier sicher wieder. Wir führten ein sehr herzliches Gespräch und ich ließ mir ihr Buch signieren. Sie erzählte mir, dass unsere gemeinsame Podcastfolge sehr erfolgreich ist, worüber ich mich sehr freute. Du kannst sie dir hier anhören:

Meine Höhepunkte auf der didacta 2026

Auf der Messe wurde deutlich, wie stark die Schulentwicklung heute eine Rolle spielt. Schulentwickler Peter Fratton benennt den Raum als 3. Pädagogen. Vor allem im Bereich der flexiblen Möblierungen für Klassenräume zeigte sich dies eindrucksvoll. Auch die Haltung von Lehrkräften sowie eine gute Beziehungsarbeit wurde oft thematisiert. Sowohl in Vorträgen aber auch in vielen Messeständen.

Mein persönliches Interesse lag vor allem auf der Lehrkräfte-Information durch Verbände oder Gewerkschaften. Aber auch von Verlagen, die Weiterbildungen für Lehrkräfte anbieten. Ich werde in der nächsten Woche einige kontaktieren und sehen, was sich daraus entwickelt.

Die persönlichen Begegnungen zählen

Meine Highlights waren jedoch die persönlichen Begegnungen. Kristin und Ulrike van der Meer wiederzusehen war einfach schön. Denn ihre Arbeit mit KI inspiriert mich sehr, vor allem im Hinblick auf die Möglichkeiten für hochbegabte Kinder. Ich freue mich schon jetzt darauf, eine Buchempfehlung zu Kristins Buch „Heute Kind – morgen stark“ zu schreiben.

Auch Saskia Niechzial persönlich zu treffen und kennenzulernen, hat mich wirklich sehr begeistert. Ihre Arbeit bezüglich Neurodivergenzen und Schule ist so wichtig und wegweisend für Eltern als auch für Lehrkräfte. Es war auch schön, Bob Blume wiederzusehen und ihn zu erleben, in seiner unvergleichlichen rhetorischen Art, Gespräche zu führen.

Und natürlich haben mich die netten Menschen am Stand der DGhK e. V. inspiriert, auf dem richtigen Weg zu sein. Wir ziehen an einem Strang und machen weiter! Alles in allem war es also ein erfolgreicher Messebesuch und ich freue mich schon auf nächstes Jahr in Hannover!

Susanne Burzel Autorin

5 Möglichkeiten, wie du 2026 mit mir arbeiten kannst!

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich möchte etwas bewirken, was die Themen Hochbegabung und Underachievement angeht. Aus diesem Grund habe ich Angebote definiert, wie du mit mir zusammenarbeiten kannst.

Wenn du Elternteil bist oder (angehende) Lehrkraft und mehr über die Themen Hochbegabung und Underachievement erfahren möchtest schau gerne direkt hier:

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2 comments on “Didacta 2026 – Rückblick einer Bildungsreise nach Köln”

  1. Danke!
    Du bist eine wahre Influencerin. Deine Instabeiträge haben mich inspiriert, kurzentschlossen auch die Didacta zu besuchen und dort mit den lieben Menschen am Stand der DGhK ins Gespräch zu gehen. Von Gesicht zu Gesicht ist es einfacher, als über das Internet. Danke dafür

13. März 2026

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Hallo, ich bin Susanne!

Susanne Burzel Autorin
2024 veröffentlichte ich mein Buch "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich". Seitdem schreibe ich in meinen Blogartikeln über meine Erfahrungen zum Selfpublishing aber auch über Hochbegabung und allem, was das Thema berührt. 

Ich führe seit über 12 Jahren meine eigene Werbeagentur und profitiere von einer vielfältigen Erfahrung (Grundschullehramt, Diskothek, Werbekauffrau, Dipl. Betriebswirtin, Dirigentin, Autorin, Podcasterin). 

Meine eigene Hochbegabung entdeckte ich erst, als ich 52 Jahre alt war. Ich möchte Eltern Mut machen und Lehrkräfte sowie Verantwortliche für das Thema sensibilisieren.

Meine Publikationen

Hochbegabt gescheitert Susanne BurzelEin Baumhaus zum Träumen Susanne BurzelBusiness Helden Susanne Burzel

Gastbeitrag im Buch zum NeuroBLISS 2.0 Symposium

Dr. Theresia Maria Stöckl-Drax

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