Hochbegabung vs. Schulpflicht: 5 Szenarien, die Eltern von schulabstinenten Kindern drohen

19. April 2026
11 Minuten Lesezeit

Derzeit kocht die Diskussion um die Schulpflicht immer höher und wird auch in den Wahlkämpfen thematisiert. Ich selbst habe ein gespaltenes Verhältnis zur Schulpflicht, da wir zwei schulabstinente Kinder haben bzw. hatten. Gerade Eltern von hochbegabten Kindern führen Kämpfe, die zermürben und stigmatisieren. Aus diesem Grund möchte ich heute 5 Szenarien vorstellen, die Eltern von hochbegabten, schulabstinenten Kindern drohen bzw mit denen nicht selten gedroht wird. Das soll meine differenzierte Meinung zur Schulpflicht, die ich zum Schluss argumentiere, stützen.

Die Schulpflicht in Deutschland – ein heiliger Gral

Bevor es die Schulpflicht gab, existierte eine Bildungspflicht in Deutschland. Im Grunde genommen ist die Schulpflicht eine Schulgebäudeanwesenheitspflicht. Ein sperriges Wort, aber sie sagt aus, was die Schulpflicht eigentlich beinhaltet. Den Zwang der Anwesenheit im Schulgebäude.

In meinem Blogartikel zur Schulpflicht als Damoklesschwert bei Schulabstinenz hochbegabter Kinder habe ich bereits etwas zum historischen Hintergrund der Entwicklung der Schulpflicht geschrieben. Daher gehe ich an dieser Stelle nicht tiefer darauf ein. Diskutiert wird also, ob eine Schulpflicht heute noch Sinn macht, oder ob sie durch eine Bildungspflicht ersetzt werden soll.

Schulpflicht, Unterrichtspflicht und Bildungspflicht in anderen Ländern

In Deutschland gibt es verschiedene Lager, ideologische wie auch politische. Interessant ist, dass es die gesetzliche Schulpflicht in Deutschland, Schweden, Ungarn und Andorra gibt. In Österreich, Niederlande, Schweiz, Belgien u. a. gibt es eine Unterrichtspflicht mit jährlichen Prüfungsnachweisen. Eine Bildungspflicht, bei der die Methode und der Ort frei wählbar sind, gibt es in u. a. in Irland, Italien, Spanien, Dänemark und dem Vereinigten Königreich.

Gerade die strenge Schulpflicht in Deutschland bringt Familien hochbegabter Kinder, die schulabstinent sind, an ihre Grenzen. Es beginnt meist mit Bußgeldforderungen, die oft nur der Anfang einer langen Odyssee sind. In meinen Lesungen erlebe ich immer wieder solche Geschichten und unerträglichen Erlebnisse, die mich fassungslos machen. Diese werde ich in den nächsten 5 Szenarien kategorisieren.

Bildungspflicht statt Schulpflicht bei Hochbegabung
Bildungspflicht statt Schulpflicht ist für viele Familien eine gute Alternative - aber nur im Ausland

Szenario 1: Bußgeldforderungen wegen Schulabstinenz

Geht ein Kind nicht zur Schule, ist es schulabstinent. Der Grund bzw. die Ursachen spielen dabei für das Schulamt erst einmal keine Rolle. Es liegt eine Schulpflichtverletzung vor, die als Ordnungswidrigkeit geahndet wird. Dabei wird die Schule in die Pflicht genommen, die Schulabstinenz dem Schulamt zu melden. Oft wird vorher von der Schule eine Attestpflicht gegenüber der Familie ausgesprochen. Auch hier stehen Eltern oft vor großen Herausforderungen, dieser nachzukommen.

Die Ausgestaltung der Ordnungswidrigkeiten sind dank des Bildungsföderalismus in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Bis 14 Jahre sind die Eltern haftbar, danach das Kind selbst. Bei Nichtzahlung ist eine Vollstreckung der Forderung möglich, sogar eine Erzwingungshaft gegen die Eltern bis zu 3 Monaten ist möglich. Das Bußgeld erledigt die Schulpflicht jedoch nicht.

Nach der Attestpflicht droht Bußgeld vom Schulamt

Als kleine Anekdote:  Unserem jüngeren Sohn wurde eine Attestpflicht ausgesprochen in der Schule. Er sollte diese dann jedem Fachlehrer vorlegen. Diesem konnte er nicht nachkommen, weil die Fehlzeiten so hoch waren. Irgendwann war es soweit, dass wir Post vom Schulamt mit einer Androhung von Bußgeld erhielten. Enthalten war eine Auflistung der angeblichen Fehlzeiten. U. a. war ein Tag mit 10 Unterrichtsstunden sowie ein schulfreier Samstag angemahnt, was natürlich keinen Sinn machte.

Ich erstellte eine genaue Dokumentation über die Fehltage, die vorliegenden Atteste und die Fehlermeldungen. Gleichzeitig beschrieb ich ausführlich die Gründe für die Schulverweigerung, die u. a. im Mobbing lagen und in der fehlenden Kooperation seitens der Schule. Dies sandte ich ans Schulamt mit der Bitte um ein Gespräch. Diese Offenheit und Transparenz waren der Grund, dass die Angelegenheit letztendlich zu den Akten gelegt wurde.

Unsere ausführlichen Erfahrungen dazu erzähle ich in meinem Buch:

Lies unsere persönliche Geschichte hier inkl. 2 Jahre Schulverweigerung.

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Hochbegabt gescheitert Susanne Burzel

Szenario 2: Zuführung zum Unterricht (Schulzwang)

Stell dir vor, du hast ein Kind, welches morgens verkrampft zitternd und weinend im Auto sitzt und unfähig ist, auszusteigen und in die Schule zu gehen. Was geschieht mit dem Kind, wenn die Polizei vor der Tür steht und dieses Kind zwanghaft in die Schule bringen soll? Ich finde diese Vorstellung schrecklich. Das heißt, wenn Bußgelder keine Wirkung zeigen, hat das Schulamt die Möglichkeit, eine zwangsweise Durchsetzung der Schulpflicht zu erwirken. Dies ist in den Schulgesetzen der Bundesländer verankert.

Vor allem für hochsensible Kinder ist dies ein massiver Eingriff mit potenziell tiefer, traumatischer Wirkung. Wollen wir das wirklich? Im Szenario 1 habe ich geschrieben, dass die Ursache der Schulabstinenz für die Ämter erst einmal unwesentlich bei der Durchsetzung der Schulpflicht ist. Dabei finde ich, dass die Suche nach der Ursache die wichtigste und erste Grundlage ist, um weitere Maßnahmen zu entscheiden.

Die Ursache der Schulabstinenz herauszufinden ist wichtig

Natürlich gibt es Kinder, die schwänzen, die den Tag anders verbringen wollen und auf diese Weise den Schulbesuch verweigern. Aber es gibt eben auch diese Kinder, die aufgrund von anderen Ursachen nicht in die Schule gehen können. Die meisten wollen, aber sie können es einfach nicht. Es sind Kinder mit Schulangst, Sozialphobie, Neurodivergenzen aber eben auch hochbegabte Kinder, die den Schulbesuch einfach nicht mehr aushalten.

So war es bei unserem älteren Sohn. Er saß teilweise apathisch im Unterricht und hatte danach Muskelkrämpfe. Er sah keinen Sinn im Lernstoff und hinterfragte alles regelmäßig. Mit 15 Jahren verweigerte er den Schulbesuch für 2 Jahre. Glücklicherweise erhielten wir Unterstützung seitens der Schule, sodass wir die Maßnahme der Zuführung nicht zu fürchten hatten. Auch hierüber erzähle ich dir alles ausführlich in meinem Buch.

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Szenario 3: Einweisung in eine psychiatrische Klinik oder Tagesklinik

Bei diesem Punkt wird es mir immer etwas anders. Vielleicht liegt es daran, dass wir während unserer Schulabstinenz-Odyssee unseres älteren Sohnes ein Vorgespräch in der Klinik hatten und einen stationären Aufenthalt überlegten. Wir waren am Ende unseres Lateins und mussten handeln, um Bußgeldförderungen oder Schlimmeres zu vermeiden. Die Psychologinnen brachten es beim Kennenlerngespräch auf den Punkt. „Wir sehen, dass er nicht mehr zur Schule geht, aber ansonsten wissen wir nicht, was wir mit ihm machen sollen“, waren in etwa ihre Worte.

Gleichzeitig hörten wir draußen ein Kind die ganze Zeit wie wild schreien und wir entschieden, dass wir alles versuchen würden, um den Schritt in den Klinikaufenthalt zu vermeiden. Eine andere Mutter erzählte mir kürzlich, dass ihr hochbegabter Sohn bereits in einer Tagesklinik war. Andere Kinder hatten dort Stühle geworfen und tickten aus. Der Aufenthalt war für ihn unerträglich.

Das System passt nicht zu den Kindern und sie müssen dafür bezahlen

Eine andere Mutter erzählte mir nach einer Lesung, dass ihre 10-jährige hochbegabte Tochter in eine kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik eingewiesen werden soll, wenn sie innerhalb einer vorgegebenen Zeit die Schule nicht besucht. Dabei ist sie künstlerisch und schriftstellerisch begabt, entfaltet sich frei, wenn sie gelassen wird und liebt es, intensiv mit Erwachsenen zu philosophieren und zu debattieren. Nur in der Schule hält sie es nicht aus.

Sicher gibt es Fälle, in denen Klinikaufenthalte helfen, besonders wenn Gefahr im Verzug ist oder andere, behandlungsbedürftige psychische Auffälligkeiten die Hochbegabung begleiten. Aber meist ist das Kind nicht krank im klassischen Sinne, sondern es reagiert mit der Schulabstinenz auf ein System, das nicht zu ihm passt. Die Gefahr der Psychiatrisierung und Pathologisierung ist groß, anstelle, dass eine Ursachenforschung gemacht wird. Eine Einweisung löst das eigentliche Problem selten.

Ein Hinweis: Dieser Abschnitt wird in Kürze ergänzt. Denn auf der einen Seite wird seitens der Schulen und Institutionen diese scharfe Maßnahme oft direkt als Drohkulisse augebaut. Auf der anderen Seite haben Eltern auch Rechte, über die informiert werden muss. Darauf gehe ich noch ein und versuche, ein Interview dazu zu führen, welches ich hier verlinken werde. Ich bitte noch um Geduld.

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Szenario 4: Anzeige wegen Kindeswohlgefährdung

Eine Mutter erzählte mir, dass sie dem Jugendamt unterschreiben soll, dass sie der Erziehung ihres hochbegabten Sohnes nicht gewachsen ist. Als sie mir das erzählte, war ich fassungslos. Der Jugendamtsmitarbeiter war es auch, der sagte, dass das Kind lernen muss, den Unterricht abzusitzen, zur Not in einem Klinikaufenthalt. Wir als Familie haben die Erfahrung gemacht, dass das generelle Verhältnis zu unseren Kindern äußerst gesund ist. Lediglich das Thema Schule war konfliktbehaftet.

Das Familiengericht kann eingreifen bei erheblicher Gefährdung des Kindeswohls (§ 1666 BGB). Tatsächlich kann eine Schulabstinenz als Kindeswohlgefährdung gewertet werden. Meist wird den Eltern die Schuld für die Abstinenz gegeben und eine Unfähigkeit in der Erziehung ausgesprochen. Da kann es sogar passieren, dass Schulen die Mutter beim Jugendamt melden, wie es einer anderen Mutter passiert ist, die ich kenne.

Die Schulpflicht steht über dem Wohlergehen des Kindes

Natürlich ist dies kein Automatismus, denn nicht jede Schulpflichtverletzung ist automatisch eine Kindeswohlgefährdung. Aber es gibt Verantwortliche, die stellen scheinbar die Schulpflicht über das Wohlergehen des Kindes. Sie sehen nicht die Anstrengungen und das Ringen nach Lösungen, die Eltern mit aller Kraft versuchen. Und das tun sie, denn sie möchten natürlich, dass ihre Kinder die Schule besuchen, ihre Leistung erbringen und ihre Abschlüsse machen.

Vielmehr hält das Schulsystem nahezu keine Lösungen parat, diese Kinder, die in Not geraten, aufzufangen. Hochbegabung und Underachievement, ADHS, Autismus Spektrum Störung, Hochsensibilität und andere Neurodivergenzen sind Herausforderungen, die viele nicht ernst nehmen. Oder aber sie kennen sich damit nicht aus, da sie selten Inhalt der Lehramtsausbildung sind.

Klinikeinweisung von Hochbegabten
Bei Schulabstinenz droht unter Umständen eine Klinikeinweisung - auch bei hochbegabten Kindern

Szenario 5: Auswandern ins Ausland mit Bildungspflicht

Hast du schon einmal gehört, dass Familien Deutschland verlassen, um der Schulpflicht zu entgehen? Ich kenne eine Menge Geschichten von Eltern hochbegabter Kinder, die diesen freiwilligen Schritt unternommen haben. Leider gibt es keine belastbaren Zahlen darüber, was für mich eine große Forschungslücke darstellt.

Denn es geht um die Ursachenfindung und schließlich darum, Abhilfe zu schaffen. Für viele Familien ist das Auswandern daher der letzte Ausweg nach jahrelangem Kampf mit dem System. Daneben gibt es auch Familien, die Wochenendbeziehungen führen, weil ein Elternteil mit dem Kind in eine andere Gegend ziehen musste, in der das Kind besser beschult werden kann.

Bildungspflicht statt Schulpflicht

Als Ziel werden Länder gewählt, in denen es nur eine Bildungspflicht gibt. Hier müssen die Kinder bestimmte Lernziele und Kompetenzen erreichen, aber der Besuch einer Schule ist optional. So ist Homeschooling in vielen Fällen möglich, sofern der Nachweis erbracht werden kann, dass das Kind die Bildungsziele erreicht.

Die Zahlen der Schulverweigerer in Deutschland sind groß. Ca. 8 % der Kinder, also ca. 300.000 Kinder, verweigern den Schulbesuch mehr als 40 Tage pro Schuljahr. So schreibt es das Deutsche Schulportal. Und sie steigen jedes Jahr an. Das ist ein deutlicher Fingerzeig darauf, dass in unserem Bildungssystem Deutschland einiges schiefläuft.

Auswanderung in Bildungspflicht für Hochbegabte
Viele Familien wandern aus, um der Schulpflicht zu entkommen

Diskussionen zur Schulpflicht – meine Meinung dazu

Die Schulpflicht stützt sich auf ein Bildungssystem, welches dringend reformbedürftig ist. Dabei steht jedoch den Verantwortlichen der Bildungsföderalismus im Weg. Jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen, Veränderungen im System sind daher nur bedingt möglich. Bob Blume beschreibt dieses System in seinem Buch „Warum noch lernen“ sehr gut und detailliert. Lies gerne meine Buchempfehlung dazu.

Wie sollen also Kinder, die in einem reformbedürftigen Schulsystem stecken, erfolgreich bestehen? Natürlich gibt es viele, die das durchziehen. Doch es gibt eben immer mehr Schülerinnen und Schüler, die sich dem System entziehen und entziehen müssen, um sich selbst zu schützen. Argumente wie: „Das hat uns früher auch nicht geschadet“ oder „Da musst du halt durch“ helfen den wenigsten weiter.

Aufklärung von Eltern und Lehrkräfte

Wichtig finde ich, dass Eltern sich der jeweiligen Situation stellen und für ihr Kind einstehen. Ich empfehle immer, mit den Institutionen möglichst transparent und zügig zu kommunizieren, um Missverständnisse zu vermeiden oder vorzubeugen. Bei Konflikten oder verhärteten Fronten lohnt es sich, einen Mediator oder Anwalt hinzuzuziehen.

Ich möchte betonen, dass ich mit den Szenarien keine Angst aufbauen möchte. Gleichwohl möchte ich sensibilisieren auf das, was bei Schulabstinenz auf Eltern zukommen kann. Der Schock sitzt dann tief, daher braucht es einen Schutz in Form von Aufklärung. Das gilt auch für Lehrkräfte. Eltern möchte ich sagen, dass sie nicht alleine sind in so einer Situation. Es gibt viele Familien, die Gleiches erleben.

Gleichberechtigt lernen statt Gleichmacherei

Die Forderung, dass das hochbegabte Kind eben lernen müsse, seine Zeit einfach abzusitzen oder sich anzupassen, kommt von denen, die blind für die Bedürfnisse dieser Kinder sind. Dabei muss sich das Bildungssystem an allen Kindern orientieren, das System muss sich (auch im Sinne der Inklusion von Hochbegabten) den Kindern anpassen. Das verlangt schon Art. 24 der UN-CRPD. Bildungssysteme müssen so gestaltet sein, dass alle Menschen gleichberechtigt lernen können. Und gleichberechtigt ist das Gegenteil von Gleichmacherei.

Solange das System dies noch nicht vollends berücksichtigt, ist die Schulpflicht differenziert anzusehen, vor allem in der Durchsetzung. Daher steht für mich als erster Schritt immer die Suche nach der Ursache. Diese müsste zur Pflicht gemacht werden. Erst dann darf es weitere Maßnahmen geben. Diese können in Form von Therapien, Eingliederungsmaßnahmen, alternativen Angeboten und niederschwellige Hilfsangebote oder Bußgeldforderungen bestehen. Sie müssen zur Ursache passen, nachdem diese eindeutig geklärt sind.

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Flächendeckende Fachstellen zu Schulabstinenz

Zu den Hilfsangeboten gehören umfassend und in jeglichen Belangen geschulte Teams in speziellen Fachstellen zur Beratung bei Schulabstinenz. Diese sollten flächendeckend und unbürokratisch in Anspruch genommen werden können und mit den Schulen zusammenarbeiten. Das wären Ansätze, die hilfreich wären.

Ja, es gibt die großartigen Ansätze der Schulentwicklung, die ich sehr begrüße. Denn in diesen wird Schule von Kind aus gestaltet und nicht andersherum. Gerade hier können sich hochbegabte Kinder und Jugendliche sehr gut entfalten und ihren Eigenschaften entsprechend lernen. Es sind Systeme die Möglichkeiten der Öffnung und Individualisierung bieten, anstatt die Kinder in alte und für alle gleiche Strukturen zu pressen.  

Und dann höre und erfahre ich wieder von solchen Geschichten und Schicksalen, in denen hochbegabte Kinder, die mit dem System nicht zurechtkommen, zwangsbeschult oder sogar zwangseingewiesen werden sollen. Das macht mich so traurig, wütend und fassungslos. In diesen Momenten merke ich, wie viel Arbeit noch im Veränderungsprozess steckt.

Schulpflicht lockern und erst nach der Ursache schauen

Abschließend gesagt finde ich, dass die Schulpflicht an sich eine gute Sache ist. Hierzu zitiere ich Stefan Ruppaner der sagt: „Schule muss der schönste Ort im Dorf oder in der Stadt sein“. Wenn das gegeben ist, wenn Schule ein Ort der freien Entfaltung und der Selbstwirksamkeit ist, in der jedes Kind aufgrund seines Potenzials und seinen Möglichkeiten gefördert und gesehen wird, dann ist die Schulpflicht sinnvoll.

Solange das nicht der Fall ist, bin ich dafür, dass die Schulpflicht in bestimmten Fällen, wie im Artikel beschrieben, gelockert wird und zunächst nach der Ursache geschaut wird. Die Bewältigung von Underachievement im Falle einer Hochbegabung sowie eine mögliche folgende Schulabstinenz braucht Zeit, Fingerspitzengefühl und Geduld. Den zusätzlichen Druck auf die Familien können wir uns schenken.

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Hallo, ich bin Susanne!

Susanne Burzel Autorin
2024 veröffentlichte ich mein Buch "Hochbegabt gescheitert - und neue Türen öffnen sich". Seitdem schreibe ich in meinen Blogartikeln über meine Erfahrungen zum Selfpublishing aber auch über Hochbegabung und allem, was das Thema berührt. 

Ich führe seit über 12 Jahren meine eigene Werbeagentur und profitiere von einer vielfältigen Erfahrung (Grundschullehramt, Diskothek, Werbekauffrau, Dipl. Betriebswirtin, Dirigentin, Autorin, Podcasterin). 

Meine eigene Hochbegabung entdeckte ich erst, als ich 52 Jahre alt war. Ich möchte Eltern Mut machen und Lehrkräfte sowie Verantwortliche für das Thema sensibilisieren.

Meine Publikationen

Hochbegabt gescheitert Susanne BurzelEin Baumhaus zum Träumen Susanne BurzelBusiness Helden Susanne Burzel

Gastbeitrag im Buch zum NeuroBLISS 2.0 Symposium

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