Erst kürzlich habe ich einen Artikel über die Vererbung von Intelligenz geschrieben. Ich zitierte diverse Studien dazu, die belegen, dass Vererbung polygen ist. Das im Gegensatz zu den Behauptungen, dass die Intelligenz nur von der Mutter über das X-Chromosom vererbt wird. Besonders überrascht hat mich in diesem Zusammenhang die sensationelle Nachricht, die heute Morgen über die Ticker flog.
Eine Revolution in der Begabungsdiagnostik
Eine neue Studie, an der internationale Begabungsspezialisten und Neurowissenschaftler renommierter Forschungsabteilungen von Universitäten beteiligt waren hat herausgefunden, dass der IQ über das Blutbild ermittelt werden kann. Das bedeutet eine Revolution in der IQ-Diagnostik.
Dafür verantwortlich ist ein bahnbrechender Biomarker, die eine präzise Messung des Intelligenzquotienten direkt aus dem Blut ermöglicht. Während die Forschung in den letzten Monaten geheim und im Hintergrund erfolgte, ist es seit heute offiziell. Künftig wird bei der U10-Untersuchung im sogenannten „Grundschul-Check“ beim Kinderarzt ab sofort die Ermittlung des IQ routinemäßig angeboten.
Hochbegabung bedeutet nicht automatisch Schulerfolg
Für Eltern dürfte das eine gute Nachricht sein. Vorbei sind stundenlange Tests, aufwändige Diagnostiken, Wartezeiten von mehreren Monaten und Unsicherheit, ob das Ergebnis überhaupt stimmt. Begabungsdiagnostiker und Psychologen hingegen schauen sorgenvoll in die Zukunft. Es bedeutet, dass die Nachfragen nach IQ-Tests drastisch einbrechen werden.
Jedoch verlagern sich damit ihre Leistungen auf die Beratung von Familien mit hochbegabten Kindern, was sehr hilfreich ist. Die Diagnostik ist eine Sache, eine andere, der Umgang damit. Auch wenn eine Hochbegabung vorliegt, ist dies noch immer kein Beleg für eine erfolgreiche Schulkarriere.
Gute Nachrichten für Lehrkräfte
Vor allem Lehrkräfte dürften aufatmen. Vorbei sind die Zeiten, in denen Eltern in Elterngesprächen behaupten, dass ihr Kind hochbegabt sei und ihm eine bessere Note zustünde. Denn jetzt ist es schwarz auf weiß belegt, ob eine Hochbegabung vorliegt oder nicht. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass hochbegabte Kinder, die in der Schule vor großen Herausforderungen stehen und ihre Leistungen nicht zeigen, nun endlich eine bessere Förderung erwarten dürfen.
Kinderärzte dürften sich vor Terminanfragen kaum retten können. Lange Suchen nach geeigneten Psychologen, die sich mit Hochbegabung auskennen gehören der Vergangenheit an. Der IQ-Bluttest ist nun eine großartige Möglichkeit, kostengünstig ein zuverlässiges Ergebnis über die Begabung zu erhalten. Auch die Gefahr von Fehldiagnosen wird damit reduziert, wenn direkt feststeht, dass eine Hochbegabung vorliegt.
Was der neue Bluttest alles können soll
Laut Studienbeschreibung soll der Test folgendes leisten:
- Den genauen IQ-Wert ermitteln – inklusive Teilbereiche wie sprachliches Verständnis, Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit.
- Hinweise auf mögliche Neurodivergenzen wie ADHS oder Autismus-Spektrum-Störung liefern.
- Errechnen des AFI (allgemeinen Fähigkeitsindex) und des KLI (kognitiven Leistungsindex) zum Aufdecken von Underachievement.
Optional kann ein ausführliches und personalisiertes Gutachten zur Förderung in Kindergarten und Schule angefordert werden, welches mithilfe von modernster KI erstellt wird. Während die Kosten für den IQ-Bluttest von den Krankenkassen übernommen wird, bleibt das Gutachten eine Privatleistung (IGEL).
Die Ermittlung des IQ-Wertes
Natürlich gibt es diesen Bluttest nicht. Und eine Studie dazu gibt es auch nicht. Und vielleicht hast du es auch schon am Veröffentlichungsdatum gesehen. Daher: April, April! Ich hoffe, du nimmst mir den Scherz nicht übel und konntest ein wenig schmunzeln. Aber die Sehnsucht dahinter ist absolut real. Viele Eltern wünschen sich einen einfachen, schnellen Weg, um zu verstehen, warum ihr Kind so tickt, wie es tickt. Und genau diese Sehnsucht zeigt, wie wichtig das Thema einer zuverlässigen Diagnostik ist.
Die Realität ist: Ein IQ lässt sich nicht aus dem Blut ablesen. Intelligenz ist komplex und zeigt sich in vielschichtigen Merkmalen, die manchmal sogar andere Neurodivergenzen, wie ADHS, vermuten lassen. Hierfür zu sensibilisieren ist wichtig, denn die Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Ursache. Vor allem Lehrkräfte sollten hier offen sein, da es selten Inhalt des Lehramtsstudiums ist.
Nach dem IQ-Test ist vor der Förderung
Eine Intelligenz-Diagnostik umfasst also die Ermittlung des sprachlichen Verständnisses, des visuell-räumliches Denkens, des Arbeitsgedächtnisses, der Verarbeitungsgeschwindigkeit und mehr. Vor allem sind die Beobachtungen eines geschulten Begabungsdiagnostikers wertvoll. Von daher bin ich froh, dass wir sie haben, und wir brauchen sie dringend.
Liegt der IQ-Test dann vor, ist dieser selbst nur ein Puzzleteil und ein Anfang für fördernde Maßnahmen in Form eines Enrichments oder Akzeleration. Was stets zählt, ist der ganzheitliche Blick auf das Kind. Wenn dies in einem wertschätzenden und zugewandten Umfeld passiert – umso besser.
Hier findest du die Auflösung zu meinem Aprilscherz sowie die überraschenden Reaktionen der Lesenden.
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Liebe Susanne, das ist ein klasse Beitrag und total interessant.
Das wäre super, wenn es diesen Bluttest wirklich gäbe.
Das würde viele Probleme lösen.
Ich wünsche dir weiterhin viel Freude und Erfolg.
Herzliche Grüße von Anita
Liebe Anita,
ja, das stimmt. Leider nur ein Aprilscherz, aber es gibt ja eine Auflösung dazu: https://susanneburzel.de/ernste-wahrheit-iq-diagnostik/
Liebe Grüße
Susanne
Wow, was Wissenschaft heute schon alles kann! Beeindruckend!
Ja, nicht wahr? 😉
Aber leider nur ein Aprilscherz.